EC2 Kosten entstehen je Instanzsekunde nach Familie, Größe, Betriebssystem und Tenancy, dazu kommen die EBS-Volumes, die öffentlichen IPv4-Adressen, der Datentransfer und, je nach Instanz, EBS-Optimierung, CPU-Credits und Kapazitätsreservierungen, die AWS jeweils unter eigenen Usage Types führt. Auf der Rechnung dominieren fast immer die Instanzstunden von Instanzen, die rund um die Uhr laufen; die zweitgrößte Position ist in den meisten Konten nicht EC2 selbst, sondern das, was Cost Explorer als EC2-Other zusammenfasst.
Preisdimensionen
AWS bepreist eine Instanz nicht als Ganzes, sondern als Bündel aus Rechenzeit und mehreren Nebenpositionen, die je eigenen Usage Type tragen. Die Rechenzeit ist dabei die einzige Position, die mit dem Zustand der Instanz endet; alle anderen laufen weiter, solange die Ressource existiert.
| Dimension | Einheit | Was sie treibt | Optional |
|---|---|---|---|
| Rechenzeit On-Demand | Sekunde je Instanztyp, Betriebssystem und Region, mindestens 60 Sekunden je Start | Familie und Größe (vCPU, Arbeitsspeicher), Betriebssystem, Laufzeit im Zustand running | Nein; endet mit stop oder terminate |
| Betriebssystem und Lizenz | im Stundenpreis des Instanztyps enthalten | Linux, Windows, Windows mit SQL Server, RHEL, SUSE, Ubuntu Pro; SUSE nach vollen Stunden | Ja, über Linux oder mitgebrachte Lizenzen |
| Tenancy | Stunde je Instanz plus 2 USD je Region und Stunde (Dedicated Instances); Stunde je Host (Dedicated Hosts) | Single-Tenant-Hardware; beim Host die Hardwaregröße, nicht die Zahl der Instanzen | Ja |
| Spot | Sekunde je Instanztyp zum variablen Spot-Preis | Freie Kapazität in Zone und Typ; Unterbrechung mit zwei Minuten Vorwarnung | Ja (Spot-Kapazität) |
| Kapazitätsreservierung | Sekunde je reserviertem Instanztyp zum On-Demand-Preis, genutzt oder nicht | Reservierte Kapazität in einer Availability Zone; ungenutzte Zeit erscheint als eigene Position | Ja |
| EBS-Optimierung | Stunde je Instanztyp | Nur bei älteren Typen, bei denen sie eingeschaltet werden muss; aktuelle Typen enthalten sie | Ja, abhängig vom Typ |
| CPU-Credits | vCPU-Stunde zu einem festen Satz | T-Instanzen im Modus unlimited, deren mittlere Auslastung über 24 Stunden die Baseline übersteigt | Ja, über den Modus standard |
| EBS-Volumes | GB-Monat je Volume-Typ, dazu IOPS und Durchsatz | Jedes angehängte und jedes verwaiste Volume, auch bei gestoppter Instanz | Nein für das Root-Volume (EBS-Preise) |
| Öffentliche IPv4-Adresse | Stunde je Adresse, in Nutzung oder nicht | Jede öffentliche und jede Elastic IP, auch an gestoppten Instanzen | Ja (Load Balancer und IPv4) |
| Datentransfer | GB je Richtung und Ziel | Verkehr ins Internet, zwischen Regionen und zwischen Availability Zones | Ja (Datentransfer-Preise) |
| Kaufoption | Savings Plan oder Reserved Instance statt Listenpreis | Ein- oder Dreijahreslaufzeit, Umfang, Zahlungsart | Ja (AWS Savings Plans, AWS Reserved Instances) |
Die Rechenzeit wird laut Preisseite sekundengenau abgerechnet, mit mindestens 60 Sekunden je Start, und zwar für Linux, Windows, Windows mit SQL Server, RHEL und Ubuntu Pro; nur SUSE Linux Enterprise Server wird nach vollen Stunden berechnet. Gezählt wird vom Start bis zum Stoppen oder Beenden. Eine gestoppte Instanz erzeugt keine Rechenzeit, aber ihre EBS-Volumes und ihre öffentliche IPv4-Adresse laufen weiter, und eine Instanz im Zustand stopping oder pending zählt nicht.
Der Instanztyp benennt Familie, Generation, Eigenschaften und Größe: m7i.large steht für die Familie m (allgemeine Zwecke), die siebte Generation, Intel-Prozessoren und die Größe large mit 2 vCPU. Die Buchstaben nach der Generation unterscheiden Prozessoren und Ausstattung, etwa g für Graviton, a für AMD, d für lokale NVMe-Platten und n für mehr Netzwerkbandbreite; innerhalb einer Familie verdoppelt sich der Preis mit jeder Größenstufe. Eine neuere Generation ist nicht automatisch teurer: m7g.large kostet in Frankfurt weniger als m6i.large. Welche Größe in welcher europäischen Region was kostet, zeigt die Instanzübersicht; die Dimensionen aller drei Anbieter erklärt Virtuelle Maschinen und Instanzfamilien.
Das Betriebssystem steckt im Preis des Instanztyps, nicht in einer eigenen Zeile: dieselbe m7i.large kostet mit Windows deutlich mehr als mit Linux, und die Differenz ist der Lizenzanteil. Wer Windows- oder SQL-Server-Lizenzen mitbringt, nutzt sie über Dedicated Hosts, was die Seite Lizenzen in der Cloud beschreibt. Dedicated Instances kosten den Preis der Instanz plus eine Gebühr von 2 USD je Stunde und Region, sobald dort mindestens eine Dedicated Instance läuft, unabhängig von deren Zahl; ein Dedicated Host wird je Hoststunde bezahlt, und die Instanzen darauf erscheinen mit Preis 0.
Eine Kapazitätsreservierung wird zum On-Demand-Preis des reservierten Typs berechnet, ob eine Instanz darin läuft oder nicht, sekundengenau ab dem Zeitpunkt, zu dem sie bereitgestellt ist. Läuft eine passende Instanz, zahlen Sie nur die Instanz; die ungenutzte Zeit erscheint als eigene Position. Savings Plans und regionale Reserved Instances wirken auch auf die Reservierung. Das macht die Reservierung zu einer Kapazitätszusage ohne Rabatt, nicht zu einer Kaufoption.
So erscheint es in den Abrechnungsdaten
Im Cost and Usage Report tragen alle EC2-Positionen den Produktcode AmazonEC2, und der Usage Type sagt, welche Dimension gemeint ist. Die Rechenzeit steht als EUC1-BoxUsage:m7i.large für On-Demand, EUC1-SpotUsage:m7i.large für Spot, EUC1-DedicatedUsage:m7i.large für Dedicated Instances und EUC1-HostBoxUsage:m7i.large für Instanzen auf einem Dedicated Host, dessen eigene Zeit als EUC1-HostUsage:m7i erscheint; das Präfix ist der Regionscode, EUC1 für Frankfurt. Daneben stehen EUC1-EBSOptimized:m5.large für die eingeschaltete EBS-Optimierung, EUC1-Reservation:m7i.large für genutzte und EUC1-UnusedBox:m7i.large für ungenutzte Zeit einer Kapazitätsreservierung, und EUC1-CPUCredits:t3 für die Credits einer T-Instanz im Modus unlimited. Die Einheit ist in allen Fällen die Stunde, auch wenn sekundengenau gemessen wird; lineItem/UsageAmount enthält dann Stundenbruchteile.
lineItem/Operation nennt den Vorgang und die Plattform: RunInstances für Linux, mit einem Suffix für andere Betriebssysteme, sodass sich der Lizenzanteil nicht aus dem Usage Type, sondern aus der Operation lesen lässt. lineItem/LineItemType unterscheidet Usage zum On-Demand-Preis, DiscountedUsage für Stunden unter einer Reserved Instance und SavingsPlanCoveredUsage für Stunden unter einem Savings Plan; die Gebühren der Kaufoptionen selbst stehen als RIFee, Fee und SavingsPlanRecurringFee in eigenen Zeilen. lineItem/ResourceId enthält die Instanz-ID, product/instanceType, product/operatingSystem und product/tenancy die Eigenschaften, nach denen die Preisliste sortiert ist.
Unter dem Produktcode AmazonEC2 stehen aber auch Positionen, die keine Instanz sind: die EBS-Volumes und -Snapshots (EUC1-EBS:VolumeUsage.gp3, EUC1-EBS:SnapshotUsage), das NAT Gateway (EUC1-NatGateway-Hours, EUC1-NatGateway-Bytes), die öffentlichen IPv4-Adressen (EUC1-PublicIPv4:InUseAddress, EUC1-PublicIPv4:IdleAddress) und der Datentransfer (EUC1-DataTransfer-Out-Bytes, EUC1-DataTransfer-Regional-Bytes). Cost Explorer trennt sie von den Instanzstunden und zeigt sie als Dienst EC2-Other; im Report sind es dieselben Zeilen mit anderen Usage Types. Wer die Kosten einer Instanz vollständig sehen will, gruppiert deshalb nach lineItem/ResourceId oder nach Tags, nicht nach Produktcode; wer EC2-Other erklären will, gruppiert nach Usage Type. Den Aufbau des Reports beschreibt der AWS Cost and Usage Report.
Im FOCUS-Export von Data Exports wird aus Usage, DiscountedUsage und SavingsPlanCoveredUsage die ChargeCategory Usage, aus den Gebühren der Kaufoptionen Purchase; PricingCategory trennt Standard für On-Demand, Dynamic für Spot und Committed für Stunden unter einem Commitment. ServiceName trägt den Produktnamen Amazon Elastic Compute Cloud und die AWS-Spalte x_ServiceCode den Code AmazonEC2; der Usage Type bleibt als x_UsageType und die Operation als x_Operation erhalten, sodass die Trennung von Instanzstunden und Nebenpositionen auch im FOCUS-Export funktioniert (FOCUS-Spalten).
Stellhebel
Konfiguration: Die Größe ist der größte Hebel, weil der Preis innerhalb einer Familie mit jeder Stufe verdoppelt wird; Rightsizing auf die nächstkleinere Größe halbiert die Rechenzeit. Die Generation ist der zweite: Eine aktuelle Generation ist je vCPU meist günstiger als die übernächste davor und bringt die EBS-Optimierung ohne Aufpreis mit. Graviton-Typen (Suffix g) liegen in Frankfurt unter den Intel- und AMD-Typen derselben Größe und laufen auf ARM, was eine Prüfung der Images und Pakete verlangt. Stoppen statt Laufenlassen beendet die Rechenzeit; feste Betriebszeiten für Entwicklungs- und Testinstanzen beschreibt Zeitpläne und Auto-Scaling. Bei T-Instanzen hält der Modus standard die Kosten auf dem Stundenpreis, der Modus unlimited macht dauerhaft hohe Last zu einer eigenen Position.
Kaufoption: Für gleichmäßige Grundlast senkt ein Savings Plan den Stundenpreis über Familien, Größen und Regionen hinweg, eine Reserved Instance den Preis eines Typs in einer Region; welche Form passt, klärt Commitment-Strategie, und wie viel davon tatsächlich genutzt wird, Commitment-Abdeckung und -Auslastung. Spot-Kapazität ist die Option für unterbrechbare Batch- und Testlast. Eine Kapazitätsreservierung ist kein Rabatt; sie lohnt nur, wo die Kapazität zu einem Zeitpunkt sicher da sein muss, und wird am besten mit einem Savings Plan kombiniert.
Architektur: Auto-Scaling ersetzt für Spitzenlast bemessene Dauerinstanzen; Container auf Fargate oder Funktionen auf Lambda nehmen Workloads mit langen Leerlaufzeiten ganz von der Instanz (EKS, ECS und Fargate, Lambda-Preise). Dedicated Hosts lohnen sich nur, wenn Lizenzregeln oder Isolation sie verlangen, weil der Host voll bezahlt wird, auch wenn er halb leer ist.
Wo es schiefgeht
- Die Instanz ist gestoppt, die Rechnung sinkt kaum. Eine gestoppte Instanz erzeugt keine Rechenzeit, aber ihre Volumes, Snapshots und ihre öffentliche IPv4-Adresse laufen weiter. Suchen Sie Zeilen mit
EBS:VolumeUsageundPublicIPv4:IdleAddress, deren Instanz seit Wochen gestoppt ist (ungenutzte und verwaiste Ressourcen). - EC2-Other wächst schneller als EC2. Cost Explorer zeigt unter EC2-Other Volumes, NAT, IPv4 und Datentransfer. Gruppieren Sie nach Usage Type; meist stehen
NatGateway-BytesundDataTransfer-Regional-Bytesvorn, nicht die Instanzen. - Die Reservierung kostet, obwohl nichts läuft. Eine Kapazitätsreservierung wird zum On-Demand-Preis berechnet, ob sie genutzt wird oder nicht. Zeilen mit
UnusedBoxzeigen die ungenutzte Zeit; eine Reservierung ohne Instanzen wird gekündigt oder verkleinert. - Die Dedicated-Gebühr taucht ohne Vorwarnung auf. Eine einzige Dedicated Instance in einer Region löst die Gebühr von 2 USD je Stunde für diese Region aus, auch wenn sie klein ist. Prüfen Sie, ob die Tenancy wirklich dedicated sein muss.
- T-Instanzen kosten mehr als ihr Stundenpreis. Im Modus unlimited erzeugen dauerhaft ausgelastete T-Instanzen Zeilen mit
CPUCredits. Eine Instanz, die ständig über der Baseline läuft, ist in einer M- oder C-Familie billiger. - Die Windows-Instanz ist doppelt so teuer wie geplant. Der Lizenzanteil steckt im Stundenpreis und steht in keiner eigenen Zeile. Ablesbar ist er nur aus
lineItem/Operationund aus dem Vergleich mit dem Linux-Preis derselben Größe. - Der Savings Plan wirkt nicht. Stunden unter einem Commitment stehen als
SavingsPlanCoveredUsageoderDiscountedUsage. Bleiben alle Zeilen aufUsage, passt die Region, die Familie oder das Konto nicht zum Commitment.
Beispiel
Listenpreise On-Demand in USD für Frankfurt (eu-central-1), gelesen am 2026-10-21 aus der von AWS veröffentlichten Preisliste mit Stand 2026-10-15: Eine m7i.large (2 vCPU, 8 GiB) kostet mit Linux 0,12075 USD je Stunde, also 88,15 USD für einen Monat mit 730 Stunden; die m7i.xlarge (4 vCPU, 16 GiB) 0,2415 USD und die m7i.2xlarge (8 vCPU, 32 GiB) 0,483 USD je Stunde, also 176,30 USD und 352,59 USD im Monat. Dieselbe m7i.large kostet mit Windows 0,21275 USD je Stunde, 155,31 USD im Monat; die Differenz von 0,092 USD je Stunde ist der Lizenzanteil. Die m7g.large auf Graviton kostet mit Linux 0,0978 USD je Stunde, 71,39 USD im Monat, und die t3.medium (2 vCPU, 4 GiB) 0,048 USD je Stunde. Eine öffentliche IPv4-Adresse kostet in Frankfurt 0,005 USD je Stunde, 3,65 USD im Monat, in Nutzung oder nicht. Die Zahlen zeigen, dass der Preis innerhalb der Familie mit jeder Größenstufe genau verdoppelt wird, dass der Windows-Anteil dieser Größe rund drei Viertel des Linux-Preises ausmacht, und dass die ARM-Variante knapp ein Fünftel unter dem Intel-Preis liegt.
Quellen
Gelesen am 2026-10-21. Preise: Amazon EC2 On-Demand Pricing, AWS Price List, Angebot AmazonEC2 für eu-central-1, AWS Price List, Angebot AmazonVPC für eu-central-1, Dedicated Instance Pricing. Abrechnungsdaten: Codes für Amazon EC2 in Abrechnungs- und Nutzungsberichten, Codes für Amazon EBS, Codes für Amazon VPC, AWS-Regionscodes in der Abrechnung, Spalten des Cost and Usage Report: lineItem, FOCUS 1.0 mit AWS-Spalten und deren Spalten. Dienst: Abrechnung und Kaufoptionen von Amazon EC2, On-Demand-Instanzen, Preise und Abrechnung von Kapazitätsreservierungen, Dedicated Instances, EBS-optimierte Instanzen, CPU-Credits burstbarer Instanzen.