Die Azure Enterprise Agreement Abrechnung läuft über ein Enrollment mit Departments, Accounts und einer Vorauszahlung, die Microsoft Customer Agreement Abrechnung über Abrechnungsprofile mit Rechnungsabschnitten, der Cloud Solution Provider rechnet über ein Partnerkonto ab, und Pay-as-you-go stellt jedes Abonnement einzeln in Rechnung. Für Preise, Rechnung und Kostenexport zählt der Kontotyp mehr als jeder einzelne Dienst, weil er festlegt, in welcher Währung bepreist wird, auf welcher Ebene die Rechnung entsteht und welche Spalten der Export überhaupt trägt.
Preisdimensionen
Die Tabelle führt die Mechanismen eines Azure-Abrechnungskontos auf: was jeder an Preisen, Rechnung und Hierarchie ändert und wo er optional ist. Die anbieterübergreifende Einordnung steht unter Abrechnungskonten und Hierarchien.
| Mechanismus | Was er ändert | Preise und Rechnung | Wo er optional ist |
|---|---|---|---|
| Pay-as-you-go (Microsoft Online Services Program, Angebot MS-AZR-0003P) | Abrechnungskonto mit Abonnements; ein neues Konto darf höchstens fünf Abonnements anlegen | Listenpreise; Rechnung je Abonnement; die Rechnungsperiode folgt nicht dem Kalendermonat | Einstieg über die Website, auch für das kostenlose Konto |
| Enterprise Agreement (Enrollment, Angebot MS-AZR-0017P) | Enrollment als Abrechnungskonto, darunter Departments, Accounts mit je einem Account Owner und bis zu 5.000 Abonnements | vertragliches Preisblatt in der Landeswährung für die Laufzeit; Rechnung auf Enrollment-Ebene an den Bill-to-Kontakt; über 1.000 Posten wird sie geteilt | Departments sind optional; ein indirektes EA läuft über einen Partner, der die Kostenanzeige erst freischalten muss |
| Azure Prepayment (früher Monetary Commitment) | jährlich vorausbezahlter Betrag, aus dem der Verbrauch gezahlt wird | Rechnung entsteht erst bei Überschreitung (Service Overage) und für Marketplace sowie separat berechnete Dienste; Credit-Alerts bei 90 und 100 Prozent | nur EA; nach Ablauf in den verlängerten Zeitraum fallen die Preise auf Pay-as-you-go-Sätze |
| Departments und Spending Quotas | Kostenstelle je Department, Quote mit E-Mail-Warnung an die Department-Owner, etwa bei 50 oder 75 Prozent | keine Preisänderung; Gruppierung in Berichten und Export (InvoiceSectionName) | optional; Preise sehen Department-Admins nur mit der Policy "DA view charges" |
| Microsoft Customer Agreement (Azure Plan, Angebot MS-AZR-0017G) | Abrechnungskonto mit Abrechnungsprofilen, die Land und Währung erben, und je Profil Rechnungsabschnitte, denen Abonnements und Käufe zugeordnet werden; bis zu 10.000 Abonnements für Unternehmen | Azure wird weltweit in USD bepreist und mit einem Monatskurs in die Abrechnungswährung umgerechnet; eine Rechnung je Abrechnungsprofil und Monat, Rechnungsdatum typischerweise fünf bis zwölf Tage nach Periodenende, Zahlungsziel Net 30 | Rechnungsabschnitte sind optional; Policies je Profil können Marketplace- und Reservierungskäufe sperren |
| Cloud Solution Provider (Microsoft Partner Agreement) | der Partner hält das Abrechnungskonto mit einem Profil je Währung; der Kunde ist ein Customer-Scope darin | der Kunde erhält die Rechnung vom Partner, nicht von Microsoft; im Kundenmandanten zeigt Cost Management Verbrauch zu Pay-as-you-go-Listenpreisen, und nur wenn der Partner die Policy einschaltet | Reservierungen erscheinen dort mit null; klassische CSP-Abonnements (MS-AZR-0145P) werden nicht unterstützt; Dev/Test ist über CSP nicht erhältlich |
| Microsoft Azure Consumption Commitment (MACC) | vertragliche Zusage über Azure-Ausgaben in einem Zeitraum, für direkte EA- und MCA-Konten | kein Preis, sondern ein Zähler: abgerechnete, berechtigte Azure- und Marketplace-Ausgaben vermindern den Rest; Verbrauch, den Gutschriften oder Prepayment decken, zählt nicht, der Kauf des Prepayments selbst schon | optional; Meilensteine möglich; Fehlbetrag wird als Prepayment-Gutschrift berechnet, Warnmails 90, 60 und 30 Tage vor Ablauf |
| Abrechnungseinheit je Land | im Limited-Risk-Distributor-Modell ist die lokale Microsoft-Tochter die verkaufende Einheit, laut Rechnungsdokumentation unter anderem für Deutschland, Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Norwegen, Schweden, die Schweiz, Spanien und das Vereinigte Königreich; sonst ist für EMEA Microsoft Ireland Operations Limited die Abrechnungseinheit | der Lizenzgeber bleibt für EMEA MIOL; das Beispiel der FAQ nennt Italien mit Umstellung der Kunden am 2024-03-01 und geändertem Steuerausweis | nicht wählbar; das Vertragsunternehmen steht auf der Rechnung unter Sold to und Bill to |
| Kaufoptionen | Reservierungen und Savings Plans gelten unter EA und MCA, unter CSP kauft sie der Partner | im Export als eigene Kaufzeilen | Azure-Reservierungen |
Rechnungen, Exporte und APIs
Rechnungen. Die Rechnungsebene ist der erste Unterschied: bei Pay-as-you-go das Abonnement, beim EA das Enrollment mit einer Rechnung für die Überschreitung und einer getrennten für Marketplace, beim MCA das Abrechnungsprofil mit den Rechnungsabschnitten als Blöcke, in denen je Produktbestellung und Dienstfamilie Charges - Azure Credit + Tax summiert wird. Die Rechnungsdokumentation nennt bei MCA Einheitspreis in der Preiswährung, Menge, Charges/Credits, angewandte Azure-Gutschrift, Steuersatz und Steuerbetrag je Zeile. Unter CSP gibt es keine Microsoft-Rechnung an den Kunden. Wie eine Cloud-Rechnung generell aufgebaut ist, steht unter Anatomie einer Cloud-Rechnung.
Exporte. Der Kostenexport trägt je Kontotyp andere Spalten. EA und Pay-as-you-go führen AccountName, AccountOwnerId, PartNumber, OfferId und BillingPeriod; BillingProfileId ist dort das Enrollment oder das Abonnement. MCA führt stattdessen BillingProfileId, InvoiceSectionId, InvoiceSectionName, PricingCurrency, ExchangeRatePricingToBilling, CostInPricingCurrency, costInUsd, InvoiceId, ServicePeriodStartDate und ServicePeriodEndDate; InvoiceSectionName ist bei EA das Department. Partnerkonten (MPA) ergänzen CustomerName, CustomerTenantId, PartnerName, PartnerEarnedCreditApplied, PartnerEarnedCreditRate und ResellerMpnId. Die drei Preisspalten gelten für alle Typen: PayGPrice ist der Listenpreis, UnitPrice der Vertragspreis, EffectivePrice der tatsächlich gezahlte Satz. Für EA sind Preis- und Abrechnungswährung dieselbe (außer Spot in USD), für MCA ist die Preiswährung USD. Abgleich: bei EA ist Cost = EffectivePrice × Quantity, bei MCA wird die Kostensumme in der Preiswährung mit ExchangeRatePricingToBilling in die Abrechnungswährung umgerechnet; nach der Rechnungserstellung erscheint eine Rundungszeile mit MeterCategory RoundingAdjustment auf Enrollment- oder Profilebene. Das Vorgehen beschreibt Exporte mit der Rechnung abgleichen, den Export selbst Azure-Kostenexporte.
Im FOCUS-Export ist BillingAccountId beim EA das Enrollment und beim MCA das Abrechnungsprofil, das Microsoft-Abrechnungskonto steht in x_BillingAccountId; x_InvoiceSectionId trägt den MCA-Rechnungsabschnitt oder das EA-Department, x_CustomerId, x_PartnerCreditRate und x_ResellerId die CSP-Felder, InvoiceIssuerName den Rechnungssteller, und alle Preis- und Kostenspalten stehen in BillingCurrency statt in der Preiswährung (FOCUS-Spalten). Daten liegen für EA und MCA nach 8 bis 24 Stunden vor, für Pay-as-you-go nach bis zu 72 Stunden; die Portal-Ansichten zeigen 13 Monate, ältere Daten liefert die Exports-API.
APIs. Die Billing-API listet Abrechnungskonten mit agreementType EnterpriseAgreement oder MicrosoftCustomerAgreement, die Consumption-API liefert MACC-Lots und ihre SettledCharges-Ereignisse je Rechnung, und das Preisblatt lässt sich je Abrechnungsperiode herunterladen, beim EA seit Januar 2023 als ZIP mit neuem Schema und einschließlich Reservierungspreisen. Die alten Enterprise-Reporting-APIs sind abgekündigt; Budgets und Alerts hält die Seite zu Azure Advisor, Budgets und Kostenwarnungen.
Stellhebel
Konfiguration. Die Hierarchie entscheidet, was der Export ohne Tags zuordnen kann: ein Department oder Rechnungsabschnitt je Kostenstelle macht InvoiceSectionName zur Zuordnungsspalte, bevor ein Tag greift; die Muster stehen unter Zuordnung nach Konto, Abonnement und Projekt. Beim EA gehören die Policies "DA view charges" und "AO view charges" eingeschaltet, sonst sehen Teams Mengen ohne Preise; bei einem indirekten EA schaltet der Partner die Markup-Funktion frei. Unter CSP ist die Kostenanzeige-Policy des Partners die Voraussetzung für jede Auswertung im eigenen Mandanten.
Kaufoption. Beim EA ist das Preisblatt verhandelt und für die Laufzeit fest, beim MCA gilt der USD-Preis mit dem Monatskurs aus den Londoner Schlusskursen, die zwei Geschäftstage vor dem letzten Geschäftstag des Vormonats erfasst werden; wer in EUR abrechnet, trägt damit das Kursrisiko, das Rechnungswährung und Wechselkurse beschreibt. Was ein Rahmenvertrag über die Preise hinaus regelt, steht unter Enterprise Agreements und Private Pricing. Ein MACC lenkt Käufe: berechtigte Marketplace-Angebote und der Kauf eines Prepayments vermindern den Rest, Verbrauch aus Gutschriften nicht.
Architektur. Ein Abrechnungsprofil je Rechtsträger und Währung, Rechnungsabschnitte für Showback, Abonnements für Zugriffsgrenzen nur dort, wo Ressourcengruppen nicht reichen. Beim Wechsel von EA zu MCA laufen die EA-Rechnungen bis zum Migrationsdatum weiter, die erste MCA-Rechnung kommt am fünften Tag des Folgemonats mit einem Teilbetrag ab Migrationsdatum. Welche Microsoft-Einheit verkauft und fakturiert, folgt aus Land und Modell, nicht aus einer Wahl; die europäischen Folgen für Vertrag und Umsatzsteuer behandeln Einkauf bei EU-Einheiten und Umsatzsteuer und Reverse Charge, eine steuerliche Bewertung gehört zum Berater.
Wo es schiefgeht
- Export und Rechnung weichen ab. Beim MCA rechnet der Export in USD, die Rechnung in EUR; ohne
ExchangeRatePricingToBillingund die Rundungszeile stimmt keine Summe. Erst nach der Rechnung abgleichen. - Pay-as-you-go-Monat ist kein Kalendermonat. Die Rechnungsperiode beginnt am Tag der Anmeldung; ein Budget oder Bericht nach Kalendermonat zeigt andere Summen als die Rechnung.
- Der CSP-Kunde sieht Listenpreise. Cost Management im Kundenmandanten rechnet mit Pay-as-you-go-Sätzen und zeigt Reservierungen mit null; der Partnerpreis steht nur auf der Partnerrechnung.
- Keine Kosten im indirekten EA. Bis der Partner die Markup-Funktion freischaltet, zeigen Portal und Export Mengen ohne Beträge.
- Department-Admins sehen keine Preise. Die Policy "DA view charges" steht auf Aus; die Werte im Export sind dann null, nicht die Kosten.
- Das MACC sinkt langsamer als die Ausgaben. Verbrauch, den Azure-Gutschriften oder ein Prepayment decken, zählt nicht; die Ereignisliste je Rechnung zeigt, was tatsächlich angerechnet wurde.
- Neue Abrechnungseinheit, neuer Steuerausweis. Nach dem Wechsel auf die lokale Microsoft-Tochter ändert sich die Steuerzeile der Rechnung, wie die FAQ für Italien beschreibt. Den Rechnungssteller prüfen und die Behandlung mit dem Steuerberater klären.
- Verlängerter EA-Zeitraum. Nach dem Enddatum gelten Pay-as-you-go-Sätze statt des Preisblatts, ohne dass sich der Export anders anfühlt.
Beispiel
Ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland schließt ein Microsoft Customer Agreement: Die Abrechnungswährung ist laut Microsofts Ländertabelle der Euro, die Preiswährung bleibt USD, und der Monatskurs stammt aus den Londoner Schlusskursen, die zwei Geschäftstage vor dem letzten Geschäftstag des Vormonats erfasst werden. Das Abrechnungskonto erhält ein Abrechnungsprofil, das Land und Währung erbt, und drei Rechnungsabschnitte, etwa Produktion, Entwicklung und gemeinsame Dienste; jedes Abonnement wird genau einem Abschnitt zugeordnet, und ein Dev/Test-Abonnement kommt in den Entwicklungsabschnitt (Dev/Test-Preise und kostenlose Dienste). Die Rechnung des Profils erscheint fünf bis zwölf Tage nach Monatsende mit Zahlungsziel Net 30 und weist je Abschnitt Charges, Azure-Gutschrift, Steuer und Summe aus; der Export trägt InvoiceSectionName mit den drei Namen, PricingCurrency USD, BillingCurrency EUR und ExchangeRatePricingToBilling. Die dokumentierten Grenzen der Kontotypen: höchstens fünf Abonnements je neuem Pay-as-you-go-Konto, 5.000 je EA-Account, 10.000 je MCA-Unternehmenskonto und je Partnerkonto; Credit-Alerts beim EA bei 90 und 100 Prozent des Prepayments, MACC-Warnungen 90, 60 und 30 Tage vor Ablauf, eine EA-Rechnung mit über 1.000 Posten wird geteilt. Das Beispiel zeigt, dass der Kontotyp die Spalten des Exports und die Währung der Zahlen festlegt, bevor ein einziger Dienst gebucht ist.
Quellen
Gelesen am 2026-10-21. Microsoft Learn: View your billing accounts in Azure portal, Get started with Microsoft Customer Agreement billing account, Understand your Microsoft Customer Agreement invoice, Microsoft Customer Agreement FAQ, EA billing administration on the Azure portal, Review your Azure Enterprise Agreement bill, Get started with your Microsoft Partner Agreement billing account, Get started with Cost Management for partners, Track your Microsoft Azure Consumption Commitment, Monitor usage and spending with cost alerts, Understand Cost Management data, Understand usage details fields, FOCUS cost and usage details file schema, Update reports to use FOCUS columns.