Azure VM Kosten setzen sich aus der Rechenzeit je Größe, Betriebssystem und Region zusammen, dazu kommen der Lizenzanteil für Windows Server oder SQL Server, die Managed Disks, öffentliche IP-Adressen und der ausgehende Datenverkehr, die Azure jeweils auf eigenen Zählern führt. Auf der Rechnung dominiert fast immer die Rechenzeit von Instanzen, die rund um die Uhr laufen, gefolgt von den Datenträgern, die auch dann weiterlaufen, wenn die VM deallokiert ist.

Preisdimensionen

Azure führt für jede VM-Größe, jedes Betriebssystem und jede Region einen eigenen Zähler (Meter): der Zähler ist die Einheit, die Microsoft misst und bepreist, und jede Zeile im Kostenexport gehört zu genau einem. Eine VM erzeugt deshalb nie eine Zeile, sondern ein Bündel aus Rechenzeit, Datenträgern, IP-Adressen und Bandbreite.

DimensionEinheitWas sie treibtOptional
RechenzeitStunde je Größe, Betriebssystem und Region, nach vollen Minuten abgerechnetSerie und Größe (vCPU, Arbeitsspeicher), Laufzeit in den Zuständen Starting, Running, Stopping und Stopped (allocated)Nein; entfällt nur im Zustand Deallocated
Lizenzanteil Windows Server oder SQL Serverim Windows-Zähler der Größe enthalten, SQL Server als eigener ZählerBetriebssystem und Image; mit Azure Hybrid Benefit fällt die VM auf den Linux-PreisJa, über Azure Hybrid Benefit oder Linux
Spot-KapazitätStunde je Größe zu variablem PreisFreie Kapazität in Region und Größe; Höchstpreis in USD; Eviction mit 30 Sekunden VorwarnungJa; nicht für B-Serie und Promo-Größen
Dedicated HostStunde je Host-SKUHardwaretyp und Region, unabhängig von der Zahl der VMs daraufJa
Temporärer Datenträgerim VM-Preis enthaltenGrößen mit d im Namen (etwa Dadsv5) bringen lokalen Speicher mit, der bei Deallocate verloren gehtNein, Eigenschaft der Größe
Ephemeraler OS-Datenträgerkein Datenträgerpreis, nur bei Standard SSD oder Premium SSD als Basisdatenträger der DatenträgerpreisOS-Datenträger auf dem lokalen Speicher der VM statt in Azure StorageJa, nur für zustandslose Workloads
Managed DisksGiB-Stufe je Monat, stundengenau anteiligOS- und Datendisks, laufen bei deallokierter VM weiterNein für den OS-Datenträger (Managed Disks)
Öffentliche IP und BandbreiteStunde je IP, GB ausgehendJede öffentliche Adresse und jedes Byte, das die Region verlässtJa (Bandbreite und Netzwerk)
KaufoptionReservierung oder Savings Plan statt ListenpreisEin- oder Dreijahreslaufzeit, Umfang und GrößenflexibilitätJa (Azure-Reservierungen, Azure Savings Plans)

Microsoft berechnet laut Preisseite die vollen Minuten, die eine VM läuft, nicht angebrochene Sekunden; eine Abrechnung pro Sekunde gibt es für virtuelle Maschinen nicht. Eine VM, die über das Gastsystem heruntergefahren wird, bleibt im Zustand Stopped (allocated) und kostet weiter Rechenzeit; erst Deallocate gibt die Hardware frei und beendet den Zähler. Datenträger und Netzwerk laufen in jedem Zustand weiter.

Die Serie bestimmt den Preis je vCPU: B steht für burstbare Größen mit Guthaben, D für allgemeine Zwecke, E für speicheroptimiert, F für rechenoptimiert, L für speicherintensive lokale Datenträger, N für GPU und H für HPC. Buchstaben nach der Größe benennen Eigenschaften, etwa a für AMD-Prozessoren, p für ARM-Prozessoren, d für einen temporären lokalen Datenträger und s für Premium-Storage-Unterstützung; die Versionsnummer am Ende trennt Hardwaregenerationen, und neuere Generationen sind nicht automatisch teurer. Welche Größe in welcher europäischen Region was kostet, zeigt die Instanzübersicht; die Dimensionen aller drei Anbieter erklärt Virtuelle Maschinen und Instanzfamilien.

Bei Spot gilt der jeweils aktuelle variable Preis der Region und Größe, nie mehr als der Standardpreis. Den Höchstpreis geben Sie in US-Dollar an, auch wenn Ihr Konto in Euro abgerechnet wird; mit dem Wert -1 wird die VM nur aus Kapazitätsgründen entfernt, nicht wegen des Preises. Nach einer Eviction mit der Richtlinie Deallocate bleiben die Datenträger stehen und kosten weiter, mit Delete werden sie mit gelöscht.

Ein Dedicated Host wird je Host-Stunde berechnet, egal wie viele VMs darauf laufen; die VMs selbst erscheinen mit Preis 0 in der Abrechnung, Lizenzen, Speicher und Netzwerk werden wie sonst berechnet. Der Hostpreis richtet sich nach VM-Familie, Hardwaretyp und Region und entspricht der größten Größe, die der Host aufnehmen kann.

So erscheint es in den Abrechnungsdaten

Im Kostenexport steht die Rechenzeit unter MeterCategory Virtual Machines. MeterSubCategory nennt Serie und Betriebssystem, etwa Dsv5 Series für Linux und Dsv5 Series Windows für Windows, MeterName die Größe ohne das Standard-Präfix, etwa D4s v5; Spot-Zeilen tragen Spot in MeterName und SkuName, ältere Low-Priority-Zeilen Low Priority. UnitOfMeasure ist 1 Hour, und Quantity enthält die gelaufenen Stunden mit Nachkommastellen für die Minuten. ConsumedService ist Microsoft.Compute, und ResourceId endet auf virtualMachines/ und dem VM-Namen oder, bei Scale Sets, auf virtualMachineScaleSets/ und dem Namen des Scale Sets; dann steht der VM-Name nur in AdditionalInfo.

AdditionalInfo trägt die Felder ImageType, ServiceType mit der genauen Größe und UsageType: ComputeHR ist die Rechenzeit, ComputeHR_SW die Software eines Marketplace-Images mit eigenem Tarif. Eine Windows-VM mit Azure Hybrid Benefit wird zum Linux-Preis abgerechnet und ist an Windows_Server BYOL in ImageType zu erkennen. PricingModel unterscheidet OnDemand, Spot, Reservation und SavingsPlan; bei Enterprise Agreements ist für Spot-Zeilen die Preiswährung USD, unabhängig von der Abrechnungswährung. MeterRegion nennt die Region des Zählers, ResourceLocation die der Ressource; bei VMs stimmen beide überein, aber die Schreibweise unterscheidet sich.

Nicht unter Virtual Machines stehen die Datenträger (Dienst Storage, Produkte wie Premium SSD Managed Disks), die öffentlichen IP-Adressen und die Bandbreite, die eigene Netzwerkzähler tragen, und die SQL-Server-Lizenz einer SQL-VM. Wer die Gesamtkosten einer VM sehen will, gruppiert deshalb nach ResourceGroup oder nach Tags, nicht nach MeterCategory. Den Aufbau des Exports beschreibt Azure-Kostenexporte.

Eine virtuelle MaschineVirtual Machines: die Rechenstundenach Serie, Größe und Betriebssystem;das Preismodell OnDemand, Spot,Reservation oder SavingsPlanAndere Meter: die Datenträger unterStorage, die öffentliche IP-Adresse unddie Bandbreite unter Netzwerk, dieLizenz einer SQL-VM für sichDie vollen Kosten: gruppiert nachRessourcengruppe oder Tags,nicht nach Meter-Kategorie
Die Rechenzeit einer VM steht unter einer Meter-Kategorie, ihre Datenträger, Adressen und Bandbreite unter anderen, deshalb zeigen sich ihre vollen Kosten nur nach Ressourcengruppe oder Tags

Im FOCUS-Export wird ChargeType Usage zu ChargeCategory Usage, der ungenutzte Teil einer Reservierung ebenfalls; PricingModel OnDemand wird zu PricingCategory Standard, Spot zu Dynamic, Reservation und SavingsPlan zu Committed. MeterName landet in SkuMeter, Kategorie und Unterkategorie in x_SkuMeterCategory und x_SkuMeterSubcategory. ServiceName leitet Microsoft aus ConsumedService und Ressourcentyp ab, sodass Bandbreite und Rechenzeit einer VM unter dem Dienst Virtual Machines zusammenfallen (FOCUS-Spalten).

Stellhebel

Konfiguration: Die Größe ist der größte Hebel, weil der Preis innerhalb einer Serie linear mit den vCPUs wächst; Rightsizing auf die nächstkleinere Größe halbiert die Rechenzeit, und die B-Serie passt zu Workloads mit kurzen Lastspitzen. Deallocate statt Stop beendet die Rechenzeit; feste Betriebszeiten für Entwicklungs- und Testumgebungen beschreibt Zeitpläne und Auto-Scaling. Azure Hybrid Benefit nimmt den Windows-Anteil aus dem Zähler, wenn Lizenzen mit Software Assurance vorhanden sind; die Regeln dazu stehen unter Lizenzen in der Cloud. Ein ephemeraler OS-Datenträger spart den OS-Datenträger bei zustandslosen Scale Sets.

eine stetige Grundlastunterbrechbare Batch-oder Testlasteine Spitze oder langeLeerlaufphasenZuerst die Konfiguration: eine Größekleiner halbiert die Rechenzeile; dieB-Serie für Spitzen; freigeben stattstoppen; Hybrid Benefit fürWindows-LizenzenDann, nach der Formder Last?Eine Reservierung für eine Größein einer Region, oder ein SavingsPlan über Größen und RegionenSpot-KapazitätScale Sets mit Auto-Scaling,oder Container Apps undFunctions statt einer VM
Zuerst die Konfiguration, dann die Kaufoption nach der Form der Last, und der Host nur, wo Isolation oder Lizenzregeln ihn verlangen

Kaufoption: Für gleichmäßige Grundlast senken Reservierungen den Preis einer Größe in einer Region, ein Savings Plan den stündlichen Rechenbetrag über Größen und Regionen hinweg; welche der beiden Formen passt, klärt Commitment-Strategie. Spot-Kapazität ist die Option für unterbrechbare Batch- und Testlast (Spot und Preemptible), und ein Dev/Test-Abonnement streicht den Windows-Lizenzanteil für Entwicklungsumgebungen (Dev/Test-Preise).

Architektur: Scale Sets mit Auto-Scaling ersetzen für Spitzenlast bemessene Dauerinstanzen; Container Apps oder Functions nehmen Workloads mit langen Leerlaufzeiten ganz von der VM (Container Apps, Functions und App Service). Dedicated Hosts lohnen sich nur, wenn Isolation oder Lizenzregeln sie verlangen, weil der Host voll bezahlt wird, auch wenn er halb leer ist.

Wo es schiefgeht

  • Die VM ist aus, der Zähler läuft. Ein Shutdown aus dem Gastsystem führt in den Zustand Stopped (allocated), und der wird wie Running berechnet. Prüfen Sie im Portal oder per Instance View auf PowerState/deallocated; nur dieser Zustand ist kostenfrei.
  • Windows wird doppelt bezahlt. Eine Windows-VM ohne gesetztes licenseType zahlt den Lizenzanteil im Zähler, obwohl Lizenzen mit Software Assurance vorhanden sind. Die Zeilen fehlen Windows_Server BYOL in AdditionalInfo; die Umstellung ändert nur ein Metadatenfeld und braucht keinen Neustart.
  • Gelöschte VM, laufende Datenträger. Nach dem Löschen einer VM bleiben OS-Datenträger, Datendisks und öffentliche IP stehen, wenn ihre Löschoption nicht gesetzt war. Suchen Sie Zeilen unter Storage und Netzwerk, deren Ressourcengruppe keine VM mehr enthält (ungenutzte und verwaiste Ressourcen).
  • Spot-VMs nach der Eviction. Mit der Richtlinie Deallocate zählen entfernte Spot-VMs weiter gegen das Kontingent, und ihre Datenträger kosten weiter. Für Batch-Last ist Delete die passende Richtlinie.
  • Der Host ist leer. Ein Dedicated Host kostet je Stunde, auch ohne VMs darauf. Prüfen Sie Ressourcen vom Typ hosts, deren VM-Zeilen mit Preis 0 fehlen.
  • Software, nicht nur Rechenzeit. Zeilen mit UsageType ComputeHR_SW sind der Tarif eines Marketplace-Images. Der Tarif steht am Image im Marketplace; ein Image mit dem Preis Free hat diesen Zähler nicht.
  • Die Region stimmt nicht. MeterRegion und ResourceLocation schreiben Regionen unterschiedlich, etwa DE West Central und germanywestcentral. Wer nach Region gruppiert, muss eine der beiden Spalten normalisieren.

Beispiel

Listenpreise der Azure Retail Prices API in EUR für Germany West Central, gelesen am 2026-10-21: Eine Standard_D4s_v5 (4 vCPU, 16 GiB) kostet mit Linux 0,2024 EUR je Stunde und mit Windows 0,3643 EUR je Stunde; die Differenz von 0,1619 EUR je Stunde ist der Lizenzanteil, und der Dev/Test-Zähler derselben Windows-Größe steht bei 0,2024 EUR, also beim Linux-Preis. Die halb so große Standard_D2s_v5 kostet mit Linux 0,1012 EUR je Stunde. Als Spot-VM steht die D4s v5 mit Linux bei 0,0374 EUR und mit Windows bei 0,0673 EUR je Stunde zum Lesezeitpunkt; der Spot-Preis ändert sich. Ein Dedicated Host vom Typ Dadsv5 Type1 kostet 6,7758 EUR je Stunde, unabhängig von der Zahl der VMs darauf. Die Zahlen zeigen, dass der Preis innerhalb einer Serie linear mit der Größe wächst, dass der Windows-Anteil bei dieser Größe größer ist als der Spot-Preis der ganzen VM und dass Spot zum Lesezeitpunkt deutlich unter einem Fünftel des Listenpreises lag.

Quellen

Gelesen am 2026-10-21. Preise: Azure Retail Prices API, Standard_D4s_v5 in Germany West Central in EUR, Standard_D2s_v5, Dedicated Host, Dokumentation der Azure Retail Prices API, Preisseite Linux Virtual Machines. Abrechnungsdaten: Felder der Kostendetails, VM-Nutzung in den Nutzungsdaten, FOCUS-Schema der Kostendetails, Umwandlung von Cost-Management-Daten nach FOCUS, Was ist FOCUS. Dienst: Zustände und Abrechnung, VM-Größen im Überblick, Namenskonventionen der VM-Größen, Azure Spot Virtual Machines, Azure Hybrid Benefit für Windows Server, Ephemerale OS-Datenträger, Azure Dedicated Hosts.