Der Google-Cloud-Abrechnungsexport, bei Google „Cloud Billing export to BigQuery“, schreibt die Kosten-, Nutzungs- und Preisdaten eines Cloud-Billing-Kontos über den Tag verteilt in ein BigQuery-Dataset, das in einem Ihrer Projekte liegt. Für die Rechnung zählt er, weil er die einzige zeilengenaue Quelle für Google-Cloud-Kosten mit Projekt, SKU, Labels und Gutschriften ist, und weil er erst ab seiner Aktivierung Daten sammelt: Was vor dem Start lag, holt er höchstens für den Vormonat nach.
So funktioniert es
Die Datensätze
Je Cloud-Billing-Konto lassen sich drei Datensätze aktivieren, dazu der FOCUS-Export in Preview. Google empfiehlt, sie zusammen mit dem Abrechnungskonto einzurichten und dafür ein eigenes Projekt zu nutzen, das mit demselben Abrechnungskonto verknüpft ist.
| Export | Tabelle | Auflösung | Schlüsselfelder | Was fehlt |
|---|---|---|---|---|
| Standard usage cost | gcp_billing_export_v1_BILLING_ACCOUNT_ID | Dienst, SKU, Projekt, Stundenfenster | invoice.month, cost, credits, cost_type, sku.id, project.id, labels | jede Angabe zur Ressource |
| Detailed usage cost | gcp_billing_export_resource_v1_BILLING_ACCOUNT_ID | zusätzlich die Ressource | dazu resource.name, resource.global_name | Ressourcen nur für die Dienste, die Google dafür listet; GKE erst mit Kostenzuordnung |
| Pricing | cloud_pricing_export | SKU und Preisstufe, einmal täglich | sku.id, list_price, billing_account_price | Nutzung; Preise vor der Aktivierung |
| FOCUS usage cost (Preview) | gcp_billing_export_focus_BILLING_ACCOUNT_ID | wie Detailed | FOCUS-Spalten und x_-Spalten | unter anderem InvoiceId, Tags und die Commitment-Discount-Spalten |
Detailed enthält alles aus Standard, ergänzt um Ressourcen für eine von Google geführte Liste von Diensten, darunter Compute Engine, Cloud Storage, Cloud SQL, Cloud Run, BigQuery und GKE. Für Kunden mit Committed Use Discounts gibt es zusätzlich den CUD-Metadatenexport (Preview), für Reseller einen eigenen Rebilling-Export. Der FOCUS-Export liegt in einem unveränderlichen Dataset, das Google bereitstellt und dessen Speicher für die jüngsten zwei Jahre Google trägt; ältere Zeilen löscht eine TTL von zwei Jahren.
Die Felder für Geld und Schlüssel
cost sind die Kosten nach dem anwendbaren Verbrauchsmodell, einschließlich vertraglich vereinbarter Rabatte, aber vor Gutschriften. Die Gutschriften stehen als Liste in credits, mit credits.type wie COMMITTED_USAGE_DISCOUNT, SUSTAINED_USAGE_DISCOUNT, FREE_TIER, PROMOTION oder DISCOUNT; Googles Beispielabfragen bilden die Nettokosten als cost plus Summe von credits.amount. cost_at_list sind die Kosten zum Listenpreis. cost_type unterscheidet regular, tax, adjustment und rounding error. currency ist die Abrechnungswährung, currency_conversion_rate der Kurs von US-Dollar dorthin. usage.amount steht in der Basiseinheit usage.unit, etwa Byte-Sekunden, usage.amount_in_pricing_units in der Preiseinheit. invoice.month (Format YYYYMM) ist der Rechnungsmonat, usage_start_time und usage_end_time begrenzen ein Stundenfenster, export_time steigt mit jeder Lieferung. Die Zuordnung tragen project, labels, system_labels und tags. Über sku.id lässt sich jede Zeile mit dem Pricing-Export und der Cloud Billing Catalog API verbinden.
Wann die Daten ankommen
Nach der Aktivierung dauert es einige Stunden bis zu den ersten Zeilen, beim Pricing-Export bis zu 48 Stunden. Liegt das Dataset in einer Multi-Region (EU oder US), lädt Google beim ersten Aktivieren rückwirkend ab Beginn des Vormonats, Tag für Tag, und braucht dafür bis zu fünf Tage. Liegt es in einer einzelnen Region, beginnen die Daten am Tag der Aktivierung. Der Standort eines Datasets lässt sich später nicht ändern. Wer das Ziel-Dataset wechselt, bekommt die alten Daten nicht mitgeliefert; ein deaktivierter Zeitraum kann eine Lücke bleiben, und gelöschte Zeilen stellt Google nicht wieder her. Google sichert keine Lieferzeit zu; Kostendetails sind in der Regel innerhalb eines Tages da, manchmal später.
Was der Export selbst kostet
Speicher und Abfragen bezahlen Sie über das Abrechnungskonto des Projekts, in dem das Dataset liegt; das Laden ist kostenlos. Laut BigQuery-Preisseite sind je Monat die ersten 10 GiB Speicher und das erste 1 TiB verarbeiteter Abfragedaten frei. Abfragen auf Detailed können mehr kosten als Abfragen auf Standard, deshalb empfiehlt Google Standard für Trends und Detailed für die Analyse einzelner Ressourcen.
Was es für Ihre Kosten bedeutet
Für die Summe einer Rechnung filtert man auf invoice.month, nicht auf die Zeitstempel. Spät gemeldete Nutzung kann auf der Rechnung des Folgemonats landen, und eine Korrektur erscheint als neue Zeilen auf einer späteren Rechnung, die den falschen Betrag aufheben und den richtigen setzen, mit adjustment_info; die ursprüngliche Rechnung bleibt unverändert. Eine Rechnungsnummer enthält der Export nicht, nur den Rechnungsmonat; Steuern stehen seit dem 2020-09-01 je Projekt als eigene Zeilen.
Für die Kostenzuordnung sind Projekt und Labels die Schlüssel (Tags und Labels). Eine Zeile zeigt den Zustand zum Zeitpunkt der Nutzung: Ein später ergänztes Label wirkt nur auf neue Zeilen. Wer Kosten je Instanz, Bucket oder Datenbank im Kostenbericht braucht, braucht Detailed, und Kubernetes-Namespaces erscheinen nur mit der GKE-Kostenzuordnung (Kubernetes-Kostendaten). Wie weit zurück ein Bericht reicht, entscheidet das Datum der Aktivierung (Aufbewahrung und Historie); die Auflösungen der drei Anbieter vergleicht Granularität.
Der FOCUS-Export bildet BilledCost und EffectiveCost aus cost plus Gutschriften; sein Mapping steht in FOCUS-Spalten und das Mapping der Anbieter, das Gegenstück bei AWS in AWS Cost and Usage Report und Data Exports. Die Einrichtung Schritt für Schritt beschreibt Google-Cloud-Abrechnungsexport für Kostenberichte einrichten.
Wo es schiefgeht
- Der Export wurde spät aktiviert. Symptom: Die Historie beginnt mit dem Vormonat der Aktivierung oder erst mit ihrem Tag. Ursache: Google lädt nur bei Multi-Region-Datasets rückwirkend, und nur ab Beginn des Vormonats.
- Monatssummen werden über
usage_start_timegebildet. Symptom: Der Monat passt nicht zur Rechnung. Ursache: Spät gemeldete Nutzung und Korrekturen landen auf späteren Rechnungen; nurinvoice.monthbildet die Rechnung ab. - Abfragen greifen direkt auf die Exporttabellen zu. Symptom: Berichte brechen nach einer Schemaänderung ab. Ursache: Das Schema kann sich ändern, etwa durch neue Felder; Google empfiehlt Views als stabile Schicht.
- GKE-Kosten erscheinen nur als Nodes. Symptom: Kein Namespace in den Daten. Ursache: Die Kostenzuordnung für GKE ist nicht aktiviert oder es wird nur Standard abgefragt; sie schreibt nur in Detailed.
- Daten aus einem alten Dataset werden in die Exporttabelle kopiert. Symptom: Die kopierten Zeilen verschwinden wieder. Ursache: Google warnt, dass der Exportprozess manuell eingefügte Daten löschen kann, und empfiehlt getrennte Tabellen mit
UNION.
Quellen
Gelesen am 2026-10-16. Die Dokumentation von Cloud Billing liegt inzwischen unter docs.cloud.google.com. Google Export Cloud Billing data to BigQuery, Understand the Cloud Billing data tables in BigQuery, Structure of Standard data export, Structure of Detailed data export, Structure of pricing data export, Structure of FOCUS data export, Set up Cloud Billing data export to BigQuery, BigQuery pricing.