Die Historie der Abrechnungsdaten ist der Zeitraum, für den ein Anbieter Kosten- und Nutzungsdaten in Konsole, API und Export ausliefert, und der Zeitraum, den ein eigener Export tatsächlich enthält. Beide sind kürzer, als oft angenommen: Konsolen zeigen ein festes Fenster, und Exporte beginnen meist mit dem Tag, an dem sie eingerichtet wurden. Für die Rechnung zählt das, sobald ein Vorjahresvergleich, eine mehrjährige Prognose oder eine Prüfung ältere Monate braucht, als der Anbieter noch ausliefert.

So funktioniert es

Drei Dinge sind zu trennen: wie lange der Anbieter Daten hält, wie weit er sie ausliefert und was in einem Export liegt, den der Kunde selbst speichert. Nur über das Letzte entscheidet der Kunde.

AWS

Cost Explorer zeigt standardmäßig bis zu 13 Monate Historie. Mit Multi-year data, das das Verwaltungskonto in den Cost Management Preferences aktiviert, reicht die Historie bis 38 Monate, aber nur in monatlicher Granularität; stündliche Daten und Ressourcendaten gibt es nur für 14 Tage (AWS Cost Explorer und AWS Budgets). AWS Data Exports schreibt in einen S3-Bucket; was dort liegt, bleibt, bis der Kunde es löscht. Mit der Versionierung Create new data export file bleibt jede Auffrischung erhalten, um den Preis von mehr Speicher (AWS Cost and Usage Report und Data Exports).

Eine Selbstbedienung, die frühere Monate in einen neuen Export lädt, beschreibt die Data-Exports-Dokumentation nicht. Für Cost and Usage Reports nennt AWS eine Nachlieferung (Backfill) über einen Support-Fall mit Reportname und Abrechnungszeitraum. Ausgeschlossen sind Daten vor der Erstellung des Kontos, Daten in einer früheren Organisationsstruktur und Daten aus der Zeit vor dem Beitritt zur aktuellen Organisation.

Azure

Cost Management hält Kosten- und Nutzungsdaten nach Angabe von Microsoft mindestens sieben Jahre. Cost Analysis, Exporte im Portal und die Cost Details API liefern die letzten 13 Monate, ältere Daten kommen über die REST-API Exports - Execute. Im Portal lädt Export selected dates eine bestehende Exportdefinition für vergangene Monate erneut, einen Monat je Lauf, bis 13 Monate zurück (Azure-Kostenexporte). Über die REST-API reichen die Kostendatensätze (Actual, Amortized, FOCUS) bis sieben Jahre zurück; Reservation details und Price sheet haben kürzere Grenzen. Microsoft Customer Agreements haben keine Daten vor März 2019, und wechselt ein Abonnement das Angebot, sind Kosten vor dem Wechsel nicht mehr verfügbar.

Google Cloud

Die Cloud-Billing-Berichte zeigen Kosten nach Charge period (früher Usage date) bis Januar 2017. Der BigQuery-Export beginnt dagegen mit der Einrichtung. Liegt das Dataset in einer Multi-Region (EU oder US), lädt Google beim ersten Aktivieren rückwirkend ab Beginn des Vormonats, was bis zu fünf Tage dauern kann; in einer einzelnen Region beginnen die Daten am Tag der Aktivierung, der Pricing-Export nie rückwirkend. Wird ein Export deaktiviert und wieder aktiviert, kann die Lücke fehlen. Wechselt das Ziel-Dataset, wird nichts übertragen, und alte und neue Tabellen müssen in Abfragen verbunden werden (in die Exporttabellen eingefügte Zeilen kann der Exportprozess laut Google löschen) (Google-Cloud-Abrechnungsexport nach BigQuery).

Die Tabellen bleiben, solange der Kunde sie hält. Google verlangt, im Dataset die Option Enable table expiration abzuschalten, und schreibt, dass gelöschte Exportdaten nicht nachgeliefert werden. Der FOCUS-Export (Preview) liegt in einem von Google bereitgestellten unveränderlichen Dataset (gcp_billing_immutable_, gefolgt von Billing-Account-ID und Standort) und unterliegt einer Time to Live von zwei Jahren: Ältere Daten löscht Google automatisch, längere Historie braucht eine Kopie in einer eigenen Tabelle. BigQuery berechnet den Speicher; Tabellen und Partitionen, die 90 Tage nicht geändert wurden, kosten den niedrigeren Long-term-Satz.

Wechsel des Zahlers

Verlässt ein AWS-Mitgliedskonto seine Organisation, behält es Rechnungen und Bills-Daten, verliert aber die Cost-Explorer-Daten aus der Zeit der Mitgliedschaft, die das Verwaltungskonto behält. Ein Export des Mitgliedskontos meldet dann Bill owner changed, und AWS rät, ihn neu anzulegen. Bei Azure sieht ein neues Konto nach der Übertragung eines Abonnements Nutzung und Abrechnungshistorie erst ab der Übertragung. Bei Google gehen die Kosten eines Projekts bis zum Wechsel des Cloud-Billing-Kontos an das bisherige Konto und damit in dessen Export. Wie Konten und Zahler zusammenhängen, beschreibt Abrechnungskonten und Hierarchien.

Was es für Ihre Kosten bedeutet

AnbieterKonsoleExport enthält Daten abNachladenVerloren bei später Einrichtung
AWSCost Explorer 13 Monate, mit Multi-year data 38 Monate monatlichAnlage des ExportsSupport-Fall, für Cost and Usage Reports beschriebenMonate vor dem Export, soweit AWS nicht nachliefert
AzureCost Analysis 13 Monatedem gewählten Zeitraum, auch rückwirkendExport selected dates bis 13 Monate, REST-API bis sieben Jahrewenig, solange die Monate in der Grenze liegen
Google CloudBerichte bis Januar 2017Beginn des Vormonats (Multi-Region) oder Aktivierung (Region)nicht vorgesehenalles davor

Ein Kostenbericht über mehr als 13 Monate braucht bei AWS und Azure einen eigenen Speicher; bei Google reichen die Berichte weiter zurück, ein Bericht aus dem Export aber nur bis zu dessen Beginn. Ein Export bewahrt die Zeilen so, wie der Anbieter sie zum Zeitpunkt der Lieferung schrieb: in der gewählten Granularität, mit den Tags, die damals galten (Azure übernimmt Tags nur, solange sie gesetzt sind, nie rückwirkend), und im Stand des Monats bei dieser Lieferung. Rechnungsdokumente bewahrt er nicht; sie stellen die Anbieter getrennt aus.

Aufbewahrungspflichten regeln nicht die Anbieter. § 147 der Abgabenordnung nennt je nach Art der Unterlage Fristen von zehn, acht und sechs Jahren; im Vereinigten Königreich nennt GOV.UK für Kapitalgesellschaften (Limited Companies) sechs Jahre ab Ende des letzten Geschäftsjahres, auf das sich die Unterlagen beziehen, in bestimmten Fällen länger. Ob Abrechnungsdaten, Exporte oder Rechnungen darunter fallen und in welcher Form, entscheiden Steuerberatung oder Wirtschaftsprüfung.

Wo es schiefgeht

  • Export erst bei Bedarf eingerichtet. Symptom: Der Vorjahresvergleich findet keine Daten. Ursache: AWS-Exporte und Google-Exporte in einer einzelnen Region beginnen mit der Einrichtung, und die Konsolen zeigen standardmäßig 13 Monate.
  • Ziel-Dataset gewechselt. Symptom: Die Historie in BigQuery endet am Tag der Umstellung. Ursache: Google überträgt bereits exportierte Daten nicht in das neue Dataset.
  • Alte Monate verschwinden aus BigQuery. Symptom: Monate, die gestern abfragbar waren, fehlen. Ursache: Im Dataset ist ein Tabellenablauf aktiv, oder die Abfrage liest den FOCUS-Export mit zwei Jahren Time to Live.
  • Kontowechsel ohne Kopie. Symptom: Nach dem Austritt aus der Organisation oder der Übertragung des Abonnements fehlen frühere Monate. Ursache: Die Historie bleibt beim bisherigen Zahler.

Quellen

Gelesen am 2026-10-16. AWS Analyzing your costs and usage with AWS Cost Explorer, Configuring multi-year and granular data, What is AWS Data Exports?, Creating a standard export, Understanding export delivery, General troubleshooting, Troubleshooting Cost and Usage Reports, Leaving an organization from a member account with AWS Organizations, Removing a member account from an organization with AWS Organizations; Microsoft Understand Cost Management data, Tutorial - Create and manage Cost Management exports, Azure product transfer hub; Google Set up Cloud Billing data export to BigQuery, Structure of Standard data export, Structure of FOCUS data export, Analyze billing data and cost trends with Reports, Enable, disable, or change billing for a project, BigQuery pricing; Bundesministerium der Justiz § 147 AO; GOV.UK Company and accounting records.