Der Abrechnungszeitraum ist der Nutzungszeitraum, den eine Cloud-Rechnung abdeckt, bei AWS, Azure und Google Cloud in der Regel ein Monat, der einige Tage nach seinem Ende mit der Rechnungsstellung geschlossen wird. Weil Nutzung erst gemessen, gemeldet und bewertet wird, bevor sie auf einer Rechnung steht, hat jeder Posten zwei Daten: wann die Nutzung stattfand und auf welcher Rechnung sie berechnet wird. Ein Bericht, der beides nicht trennt, verschiebt Kosten zwischen Monaten und erklärt den Unterschied mit Verbrauch.

So funktioniert es

Bis zum Schließen des Zeitraums zeigen alle drei Anbieter Schätzungen, weil Dienste ihre Nutzung zu verschiedenen Zeiten melden. Danach gilt der Monat als geschlossen, doch Gutschriften, Erstattungen und einige Gebühren können ihn noch ändern. Den Cut-off, ab dem Nutzung auf die nächste Rechnung fällt, legt jeder Anbieter anders fest.

AWS

Der Abrechnungszyklus beginnt am Ersten des Monats. Im CUR 2.0 stehen Beginn und Ende als bill_billing_period_start_date und bill_billing_period_end_date in UTC, der Zeitraum eines Postens als line_item_usage_start_date (inklusive) und line_item_usage_end_date (exklusive). Solange der Zeitraum offen ist, zeigt die Seite „Bills“ den Status Pending mit geschätzten Beträgen; mit dem Schließen entsteht die Rechnung (Status Issued). Einmalgebühren wie eine All-Upfront-Reservierung berechnet AWS sofort und führt sie unter bill_bill_type Purchase, getrennt von der monatlichen Nutzung (Anniversary). Der Report wird mindestens täglich kumulativ aktualisiert, bis AWS die Nutzungsgebühren nach der Rechnungsstellung finalisiert; bis dahin ist bill_invoice_id leer. Auch danach kann AWS ihn ändern: AWS-Support-Gebühren werden aus den endgültigen Nutzungsgebühren berechnet und erscheinen am sechsten oder siebten Tag im Report des Vormonats, Gutschriften und Erstattungen folgen nach Vertrag.

Azure

Unter einem Microsoft Customer Agreement wird je Abrechnungsprofil monatlich abgerechnet. Beginn und Ende des Zeitraums stehen im Rechnungs-PDF über der „Billing Summary“; das Rechnungsdatum liegt meist fünf bis zwölf Tage nach dem Ende und steht in den Eigenschaften des Abrechnungsprofils. Nutzung zwischen dem Ende des Zeitraums und dem Rechnungsdatum gehört schon zum nächsten Zeitraum und zur nächsten Rechnung. Ein Pay-as-you-go-Abonnement hat einen eigenen Zyklus, der nicht am Monatsersten beginnen muss (Microsoft nennt als Beispiel den 8. bis 7.); die Nutzungsdatei liegt meist 72 Stunden nach der Rechnung vor, und wird ein Abonnement übertragen oder gekündigt, enthält die letzte Rechnung den vorigen und den angefangenen Zyklus. Unter einem Enterprise Agreement erscheint Nutzung mit bis zu acht Stunden Verzögerung unter „Usage + Charges“, und die Rechnung kann monatlich, quartalsweise oder in einem anderen vereinbarten Raster entstehen. In den Cost Details tragen BillingPeriodStartDate und BillingPeriodEndDate den Abrechnungszeitraum, Date den Nutzungs- oder Kauftag und InvoiceId die Rechnungsnummer (Pay-as-you-go und MCA); die Rundungskorrektur erscheint erst, wenn der Monat geschlossen und die Rechnung erstellt ist.

Google Cloud

Bei einem Abrechnungskonto mit monatlicher Rechnungsstellung umfasst eine Rechnung in der Regel die Kosten eines Kalendermonats und soll bis zum fünften Geschäftstag des Folgemonats vorliegen; an Wochenenden und Feiertagen entstehen keine Rechnungen. Self-Serve-Konten, die automatisch zahlen, erhalten stattdessen einen monatlichen Kontoauszug, nach Googles Worten eine Zusammenfassung und keine Rechnung; je nach Konto kommen Debit- und Credit-Memos sowie Steuerrechnungen hinzu. Spät gemeldete Nutzung vom Monatsende kann auf die Rechnung des nächsten Monats rutschen, sodass eine Rechnung Kosten aus mehr als einem Kalendermonat enthalten kann. Der Export zeigt beides: invoice.month (im Format JJJJMM) ist der Rechnungsmonat, usage_start_time und usage_end_time sind das stündliche Nutzungsfenster. Rechnungsdetails und Online-Berichte zeigen Nutzung mit ihrem tatsächlichen Datum, die Kostentabelle fasst je Rechnungsmonat zusammen, und Memos stehen im Export im Monat ihrer Ausstellung.

FOCUS

FOCUS 1.4 trennt die beiden Kalender ausdrücklich. BillingPeriodStart (inklusive) und BillingPeriodEnd (exklusive) begrenzen den Abrechnungszeitraum, ChargePeriodStart und ChargePeriodEnd begrenzen den Zeitraum, in dem eine Charge wirksam war. InvoiceId (seit Version 1.2) bleibt leer, solange eine Charge keiner ausgestellten oder vorläufigen Rechnung zugeordnet ist, und Zeilen, die einen bereits geschlossenen Zeitraum korrigieren, tragen ChargeClass Correction.

AnbieterZeitraumfelderRechnungsbezugWas später kommt
AWS, CUR 2.0bill_billing_period_start_date, bill_billing_period_end_date; Nutzung line_item_usage_start_datebill_invoice_id, leer bis zur FinalisierungSupport-Gebühren am sechsten oder siebten Tag, Gutschriften und Erstattungen
Azure, Cost DetailsBillingPeriodStartDate, BillingPeriodEndDate; Nutzung DateInvoiceId (Pay-as-you-go, MCA)Nutzung nach Periodenende auf der Folgerechnung, Rundungskorrektur
Google Cloud, Standardexportinvoice.month; Nutzung usage_start_time, usage_end_timeinvoice.monthspät gemeldete Nutzung auf der Folgerechnung, Memos im Monat der Ausstellung
FOCUSBillingPeriodStart, BillingPeriodEnd; ChargePeriodStart, ChargePeriodEndInvoiceIdZeilen mit ChargeClass Correction

Was es für Ihre Kosten bedeutet

Jeder Kostenbericht wählt einen von zwei Kalendern. Nach Nutzungsdatum zeigt er, wann Kosten entstanden sind, und trägt Trends, Zuordnung und Anomalien; nach Rechnungsmonat stimmt er mit dem Betrag überein, den Finance bezahlt und bucht. Am Monatsrand weichen beide Sichten ab: um Nutzung, die Google auf die Folgerechnung legt oder die bei Azure nach dem Periodenende anfällt, um die AWS-Support-Gebühr, die Tage nach Monatsende in den Vormonat kommt, und um Gutschriften und Erstattungen, die Gutschriften, Erstattungen und Korrekturen behandelt.

Daraus folgen zwei Entscheidungen. Erstens, ab wann ein Monat als abgeschlossen gilt: vor dem Rechnungsdatum und bei AWS vor dem sechsten oder siebten Tag sind die Zahlen vorläufig, und Erstattungen können sie auch danach ändern; wann Exportdaten endgültig sind, behandelt Aktualität, Nachberechnung und Finalisierung. Zweitens, welcher Kalender im Monatsvergleich gilt; wie späte Posten einen Vergleich verzerren, zeigt Zeitraumvergleich. Was die Rechnung selbst enthält, erklärt Aufbau einer Cloud-Rechnung, die Spalten des AWS-Exports AWS Cost and Usage Report und Data Exports.

Wo es schiefgeht

  • Rechnungsmonat mit Nutzungsmonat verwechselt. Symptom: der Export eines Kalendermonats passt nicht zur Rechnung desselben Monats. Ursache: Google legt spät gemeldete Nutzung auf die Folgerechnung, Azure Nutzung nach dem Periodenende, und der Bericht gruppiert nach usage_start_time oder Date statt nach invoice.month oder BillingPeriodStartDate.
  • Monat zu früh geschlossen. Symptom: der Vormonat ändert sich, nachdem der Bericht verschickt wurde. Ursache: AWS bucht Support-Gebühren am sechsten oder siebten Tag in den Vormonat, und Gutschriften und Erstattungen können finalisierte Reports noch ändern.
  • Pay-as-you-go-Zyklus als Kalendermonat gelesen. Symptom: eine Azure-Rechnung deckt einen Zeitraum, der nicht am Monatsersten beginnt. Ursache: der Zyklus eines Pay-as-you-go-Abonnements muss nicht am Ersten beginnen; maßgeblich sind BillingPeriodStartDate und BillingPeriodEndDate.
  • Einmalgebühr als Nutzungsspitze gelesen. Symptom: an einem Tag springen die Kosten, ohne dass Nutzung dazukam. Ursache: AWS berechnet Einmalgebühren wie All-Upfront-Reservierungen sofort, als bill_bill_type Purchase außerhalb der Monatsrechnung.
  • Leere Rechnungsnummer als Fehler gelesen. Symptom: bill_invoice_id ist für den laufenden Monat leer. Ursache: die Rechnung existiert noch nicht, und AWS füllt das Feld erst im finalen Report; FOCUS lässt InvoiceId ebenso leer, solange keine Rechnung zugeordnet ist.

Quellen

Gelesen am 2026-10-16. AWS Understanding your bill, Bill columns, Line item columns, What are AWS Cost and Usage Reports?, Applying AWS credits; Microsoft Understand your Microsoft Customer Agreement invoice, Review your individual Azure subscription bill, Review your Azure Enterprise Agreement bill, Understand usage details fields, Ingest cost details data; Google Cloud Understand your monthly invoice, Get a Cloud Billing document such as an invoice, statement, or receipt, Structure of standard data export, View and download the cost details of your invoice or statement, Resolve Cloud Billing issues; FinOps Foundation Billing Period Start, Charge Period Start, Invoice ID, Charge Class, FOCUS column library.