Dieses Kapitel beschreibt, wie acht europäische Cloud-Anbieter abrechnen und welche Kostendaten sie herausgeben: Hetzner, Scaleway, OVHcloud, IONOS, STACKIT, T Cloud Public (bis Januar 2026 Open Telekom Cloud), Exoscale und UpCloud. Es erklärt die Preislogik jedes Anbieters so, wie seine Preisseite und seine Abrechnungsdokumentation sie am Lesetag darstellen, in der Währung, in der der Anbieter abrechnet, und es sagt, was eine Rechnung, ein Nutzungsexport und eine Abrechnungs-API dort hergeben und was nicht. Es vergleicht die Anbieter nicht auf den Preis und bewertet keinen; was der Artikel zum Kostenvergleich europäischer Anbieter leistet, wiederholt es nicht.
Was dieses Kapitel behandelt
Die Anbieterseiten folgen einem Muster. Jede beginnt mit der Frage, wofür der Anbieter Geld nimmt: Rechenzeit je Stunde oder Minute, oft mit einem Monatsdeckel, Speicher je Gigabyte und Stunde, Datenverkehr je Terabyte über eine Freimenge hinaus, dazu feste Posten wie IP-Adressen, Load Balancer oder eine Kubernetes-Steuerungsebene. Eine Tabelle hält die Preisdimensionen fest, ein Abschnitt zu Rechnungen, Exporten und APIs sagt, in welcher Form die Kostendaten ankommen, und die Stellhebel nennen, was die Rechnung verändert. Ein Beispiel mit Listenpreisen aus einer europäischen Region steht am Ende jeder Seite, jeweils mit dem Datum, an dem die Preise gelesen wurden.
Die Preismodelle unterscheiden sich von denen der Hyperscaler in zwei Punkten, die das ganze Kapitel durchziehen. Erstens ist ausgehender Datenverkehr fast überall in einer Freimenge enthalten, bei Hetzner in Terabyte je Server, bei OVHcloud im Instanzpreis, bei Exoscale als Stundenkontingent je Instanz, bei UpCloud als Fair-Use-Grenze je Plan; die Rechnung trägt deshalb meist keine Egress-Position, und was Inklusivtraffic mit der Form der Rechnung macht, erklärt die Seite zu Inklusivtraffic und Pauschalpreismodellen. Zweitens rechnen viele Anbieter Rechenzeit stündlich ab, deckeln sie aber beim Monatspreis: ein Server, der den ganzen Monat läuft, kostet nie mehr als seinen Monatspreis, einer, der nach drei Tagen gelöscht wird, nur seine Stunden.
Bei den Kostendaten liegt der Unterschied tiefer. Keiner der acht Anbieter liefert einen stündlichen Export je Ressource mit Preis und Tags in der Art eines CUR oder eines Azure-Kostenexports. Was es gibt, reicht von einer PDF-Rechnung mit einer CSV-Datei der täglichen Nutzung über eine Abrechnungs-API je Projekt bis zu FOCUS-Reports in einem Object-Storage-Bucket. Die Seite zum Erfassen der Kostendaten stellt die acht Anbieter in einer Tabelle gegenüber: Rechnung, Nutzungs-CSV, API, Granularität, Ressourcenkennungen, Tags oder Labels und Währung, und sie sagt, was fehlt, wenn die Daten in FOCUS-Spalten abgebildet werden sollen.
Die Seiten beschreiben, was die Anbieter dokumentieren. Ob ein Preismodell zu einer Last passt, ist eine Entscheidung des Lesers; ob eine Rechnung Umsatzsteuer trägt oder unter Reverse Charge fällt, erklärt das Kapitel zu Europa, und die Prüfung bleibt beim Steuerberater.
Wichtige Begriffe
- Inklusivtraffic: das ausgehende Datenvolumen, das im Monatspreis eines Servers oder Tarifs enthalten ist, je Server oder gebündelt je Konto.
- Nutzungsexport: die maschinenlesbare Datei oder API-Antwort, aus der die Rechnung entsteht, hier meist eine CSV je Monat oder ein Verbrauch je Projekt.
- Granularität: die kleinste Zeit- und Ressourceneinheit, die der Export unterscheidet, bei den europäischen Anbietern meist ein Tag oder ein Monat je Produkt.
- Rechnungswährung: die Währung, in der der Anbieter die Rechnung stellt, hier Euro, bei Exoscale auch Franken oder Dollar, bei UpCloud ein Guthaben in Euro.
- Datentransfer: der Datenverkehr, den ein Anbieter misst und über eine Freimenge hinaus berechnet.
- FOCUS: die herstellerneutrale Spezifikation, auf die sich die Kostendaten dieser Anbieter abbilden lassen, mit Lücken, die die Seite zum Erfassen der Daten nennt.
Benachbarte Kapitel
Kapitel 5, „Was Cloud-Dienste kosten", beschreibt die Preisdimensionen der Hyperscaler je Dienstklasse; die Anbieterseiten hier verweisen auf dessen Seiten für virtuelle Maschinen und Instanzfamilien, Datentransfer und Egress und Container und Kubernetes, wo die Mechanik dieselbe ist. Kapitel 3, „Abrechnungsdaten und Standards", beschreibt die Exporte der Hyperscaler und die CSV- und Dateiimporte, an denen sich die Kostendaten dieses Kapitels messen. Kapitel 12, „Cloud-Kosten in Europa", erklärt Umsatzsteuer und Reverse Charge auf Cloud-Rechnungen, die Preisunterschiede zwischen Regionen und die souveränen Angebote der Hyperscaler, die dieses Kapitel nicht behandelt. Kapitel 4, „Preismodelle und Commitments", erklärt Savings Plans und Reservierungen, die OVHcloud, Scaleway, IONOS und T Cloud Public in eigener Form anbieten. Was ein Team mit mehreren Anbietern an Kostenmanagement braucht, beschreibt die Seite für EU-Unternehmen. Alle Kapitel stehen im Handbuch.