Cloud Inklusivtraffic ist das ausgehende Datenvolumen, das ein Anbieter im Preis eines Servers oder Tarifs einschließt, und er ist die auffälligste Eigenschaft der europäischen Preismodelle neben dem Monatsdeckel und der Pauschale je Plan: Wo ein gemessenes Modell jedes Gigabyte nach außen berechnet, berechnet ein Modell mit Freimenge nur, was darüber liegt, und ein Pauschalmodell nichts. Das verändert die Form der Rechnung, die Zuordnung der Kosten und die Stellen, an denen die Rechnung plötzlich wächst.
So funktioniert es
Drei Mechanismen stehen den gemessenen Modellen gegenüber. Die Freimenge je Server, bei Hetzner 20 TB ausgehend je Cloud-Server an den europäischen Standorten und 1,00 EUR je weiterem TB, bei Exoscale 1,42 GiB je Stunde je Instance und 0,02 EUR je GiB darüber, hängt an der Ressource: Jeder Server bringt sein Kontingent mit, Kontingente werden nicht zwischen Servern geteilt, und ein Server, der alles ausliefert, überschreitet seines, während die der anderen verfallen. Die Freimenge je Konto oder Projekt, bei IONOS 2 TB je Vertrag mit fallenden Staffeln darüber, bei Scaleway 75 GB Object-Storage-Egress je Monat und 0,01 EUR je GB darüber, hängt am Konto: Alle Ressourcen füllen einen Topf, und die Rechnung springt, wenn der Topf voll ist. Der Verkehr im Preis ohne Zähler, bei OVHcloud für Instances in Europa und bei UpCloud unter einer Fair-Use-Grenze je Plan, hat keine Preiszeile, aber eine Grenze, deren Folgen die Dokumentation mal nennt und mal nicht. T Cloud Public steht mit 1 GiB Freimenge und Staffeln ab 0,074489 EUR je GiB näher am gemessenen Modell. Die Mechanik des gemessenen Modells, mit Preis je GB nach Ziel und Region, beschreibt Datentransfer und Egress.
Der Monatsdeckel ist der zweite Mechanismus: Hetzner berechnet je Stunde und nie mehr als den Monatspreis, UpCloud je Stunde als 672stel des Monatspreises mit dem Monatspreis als Grenze, OVHcloud bietet neben dem Sekundenpreis einen Monatspreis, der jeden angebrochenen Monat ganz berechnet. Ein Server, der durchläuft, kostet damit eine feste Zahl, ein Server für Tage seine Stunden; das Commitment steckt im Deckel, nicht in einem Programm. Die Pauschale je Plan ist der dritte: Cubes bei IONOS, Serverpläne bei UpCloud und Objektspeicher mit Grundpreis bei Hetzner bündeln Rechenleistung, Speicher, IP-Adresse und Verkehr zu einem Preis, der nicht mehr in Dimensionen zerfällt. Was ein gemessener Anbieter als zehn Positionen zeigt, ist hier eine.
Die versteckten Grenzen liegen in den Fußnoten. Fair Use heißt bei UpCloud eine Transfergrenze je Plan zwischen 1 und 100 TB, zu der alle Pläne eines Kontos beitragen, und die Dokumentation sagt nicht, was jenseits geschieht. Überschreitung heißt bei Hetzner Abrechnung in Blöcken von 100 MB zu 1,00 EUR je TB, bei IONOS der Einstieg in die erste Staffel mit 0,03 EUR je GB, bei Exoscale 0,02 EUR je GiB; wer die Freimenge als unbegrenzt liest, trifft die Grenze erst auf der Rechnung. Und die Freimenge gilt meist nur für ausgehenden Verkehr ins Internet; Verkehr zwischen Regionen kostet bei Scaleway, der Weg nach Asien bei OVHcloud, und eingehender Verkehr ist überall frei.
Was es für Ihre Kosten bedeutet
Die Rechnung verliert die Egress-Position und gewinnt Sprünge. Bei gemessenen Modellen wächst der Verkehr stetig mit der Nutzung und ist als Position sichtbar; bei Freimengen fehlt die Position, bis sie an einem Tag im Monat erscheint, und dann in einem Betrag, der nichts mit dem Vormonat zu tun hat. Ein Vergleich mit sourcierten Listenpreisen zeigt die Form: Ein Hetzner CX23 kostet 5,99 EUR je Monat mit 20 TB ausgehendem Verkehr; 20 TB aus einer Exoscale-Instance kosten nach 1 TiB Freimenge rund 19 TiB mal 20,48 EUR, also 389 EUR, und bei T Cloud Public rund 20 mal 1.024 GiB mal 0,0745 EUR in der ersten Staffel, also 1.526 EUR, während bei IONOS 20 TB nach 2 TB Freimenge in zwei Staffeln rund 8 TB mal 30,72 EUR plus 10 TB mal 25,60 EUR, also 502 EUR kosten. Dieselben 20 TB sind bei vier Anbietern vier Beträge zwischen null und über 1.500 EUR.
Für die Kostenzuordnung heißt das zweierlei. Verkehr, der im Serverpreis steckt, lässt sich nicht nach Diensten aufteilen, weil es keine Menge je Dienst in den Kostendaten gibt; wer wissen will, welche Anwendung die 20 TB verbraucht, misst selbst, am Server oder am Load Balancer. Und eine Pauschale lässt sich nicht nach Dimensionen zuordnen: Der Cube mit 120 GB Speicher trägt keinen Speicherpreis, den man einem Team belasten könnte, nur den Cube. Allokationsregeln, die bei den Hyperscalern auf Positionen zugreifen, greifen hier auf Server zu, und Shared Cost entsteht dort, wo ein Server mehreren dient. Für Budgets und Prognosen ist das Modell dagegen freundlich: Ein Server mit Deckel ist eine feste Zahl je Monat, und die Prognose ist die Summe der Server, solange niemand die Freimenge reißt.
Wer dauerhaft über der Freimenge liegt, zahlt bei Hetzner 1,00 EUR je TB, bei T Cloud Public fast den gemessenen Preis; wer weit darunter liegt, zahlt die Freimenge mit, denn sie ist im Preis. Das Modell belohnt gleichmäßige Auslieferung je Server, und Datentransfer wird zu einer Frage der Architektur, nicht des Preises je GB; die Preisunterschiede zwischen Regionen, die hinzukommen, behandelt Preisunterschiede zwischen Regionen.
Wo es schiefgeht
- Die Freimenge gilt je Server, nicht je Konto. Symptom: ein Server erzeugt eine Traffic-Position, obwohl das Konto insgesamt weit unter der Summe der Freimengen liegt. Ursache: bei Hetzner und Exoscale hängt das Kontingent an der Ressource; die Auslieferung muss auf die Server verteilt sein, um die Kontingente zu nutzen.
- Der Monatswert ist kein Deckel. Symptom: bei Scaleway oder STACKIT übersteigt die Rechnung den Monatswert der Preisseite. Ursache: dort ist der Monatswert eine Hochrechnung auf 730 oder 720 Stunden; ein Deckel existiert nur bei Hetzner, UpCloud und beim OVHcloud-Monatspreis.
- Inklusiv gilt nur nach außen. Symptom: eine Egress-Position zwischen Regionen oder Zonen. Ursache: Scaleway berechnet Verkehr zwischen Regionen; OVHcloud nimmt Asien-Pazifik aus; nur Exoscale lässt Verkehr zwischen Zonen frei.
- Pauschale ohne Dimensionen. Symptom: die Zuordnung nach Speicher und Rechenleistung scheitert bei Cubes und Plänen. Ursache: die Pauschale zerfällt nicht; die Zuordnung läuft über den Server als Ganzes.
- Fair Use ohne Preis. Symptom: ein Hinweis des Anbieters statt einer Rechnung. Ursache: UpCloud bepreist Egress nicht, sondern begrenzt ihn; die Folge ist Betrieb, nicht Betrag.
Beispiel
Listenpreise, gelesen am 2026-10-21, Euro ohne Steuern, für 20 TB ausgehenden Verkehr im Monat aus einem einzelnen Server: Hetzner, europäische Standorte, CX23 mit 20 TB inklusive, 5,99 EUR je Monat für Server und Verkehr zusammen, jedes weitere TB 1,00 EUR; Exoscale, 1,42 GiB je Stunde frei, rund 1 TiB im Monat, danach 0,02 EUR je GiB, also 19 TiB mal 1.024 GiB mal 0,02 EUR, rund 389 EUR; IONOS, 2 TB je Vertrag frei, 8 TB zu 0,03 EUR je GB und 10 TB zu 0,025 EUR je GB bei 1.024 GB je TB, rund 502 EUR; T Cloud Public, Region EU-DE, 1 GiB frei, dann 0,074489 EUR je GiB bis 1.000 GiB und 0,070351 EUR je GiB darüber, rund 1.445 EUR für 20.480 GiB. Die Zahlen zeigen, dass derselbe Verkehr zwischen null und rund 1.445 EUR kostet, dass die Freimenge je Server bei Hetzner den größten Unterschied macht und dass das Modell mit Staffeln bei T Cloud Public dem gemessenen Modell am nächsten steht.
Quellen
Gelesen am 2026-10-21. Hetzner Cloud Cost-Optimized und Cloud Billing FAQ, Exoscale Preise, IONOS Cloud Preise, deutsche Seite, T Cloud Public Leistungsbeschreibung und Preisliste (PDF), Scaleway Storage-Preise, OVHcloud Public Cloud Preise, UpCloud Netzwerkabrechnung und Kontoguthaben.