Dieses Kapitel erklärt, wie die Cloud-Anbieter Nutzung bepreisen und mit welchen Commitments sich dieser Preis senken lässt. Es beginnt beim nutzungsbasierten Listenpreis, geht über die Commitment-Programme von AWS, Azure und Google Cloud und endet bei der Frage, wie man gekaufte Zusagen über ihre Laufzeit steuert. Wer die Rechnung lesen oder eine Zusage beurteilen will, braucht beides: das Preismodell, das die Positionen erzeugt, und die Mechanik, mit der ein Rabatt auf diese Positionen angewendet wird.
Was dieses Kapitel behandelt
Der erste Abschnitt, Nutzungsbasiert, beantwortet die Frage, was eine Ressource ohne jede Zusage kostet. On-Demand ist der Listenpreis pro Sekunde, Stunde, Anfrage oder Gigabyte, der auf jeder Rechnung als Ausgangsgröße steht. Spot- und präemptive Kapazität verkauft dieselbe Rechenleistung billiger, weil der Anbieter sie jederzeit zurückholen darf. Sustained-Use- und Staffelrabatte senken den Preis automatisch, sobald Nutzung oder Volumen eine Schwelle überschreiten, ohne dass jemand etwas kauft. Die Seiten dieses Abschnitts erklären jeweils, wie der Preis zustande kommt, wie er in den Abrechnungsdaten erscheint und woran Teams dabei scheitern.
Der zweite Abschnitt, Commitments, beantwortet die Frage, welchen Rabatt ein Anbieter für eine Zusage gibt und woran er sie bindet. AWS bietet Reserved Instances, die an eine Instanzkonfiguration gebunden sind, und Savings Plans, die an einen Stundenbetrag in US-Dollar gebunden sind. Azure hat Reservierungen und Savings Plans für Compute, Google Cloud hat Committed Use Discounts auf Ressourcen oder auf Ausgaben. Dazu kommen die reservierten Kapazitäten für Datenbanken, Speicher und Serverless-Dienste, die eigenen Regeln folgen. Jede Seite dieses Abschnitts beschreibt ein Programm so, wie der Anbieter es dokumentiert: Laufzeit, Zahlungsoptionen, Geltungsbereich, Flexibilität, und wie die Zusage in Rechnung, Export und Kostenbericht auftaucht.
Der dritte Abschnitt, Commitments steuern, beantwortet die Frage, was nach dem Kauf zu tun bleibt. Abdeckung sagt, welcher Anteil der Nutzung unter einer Zusage läuft; Auslastung sagt, welcher Anteil der Zusage tatsächlich genutzt wird. Die Wahl zwischen Commitment-Typen hängt davon ab, wie sicher die Nutzung ist und wie viel Flexibilität der Rabatt kosten darf. Tausch, Rückgabe und Laufzeitende entscheiden darüber, ob eine Zusage, die nicht mehr passt, Geld verbrennt oder sich retten lässt.
Dieses Kapitel beschreibt die Mechanik. Welche Zusage ein Team kaufen sollte, in welcher Höhe und in welcher Reihenfolge, ist eine Optimierungsentscheidung und gehört in das Kapitel über Optimierung und Einsparungen.
Wichtige Begriffe
- Reserved Instances: die an Instanztyp, Region, Plattform und Tenancy gebundene Zusage bei AWS, hier als Abrechnungsrabatt verstanden, nicht als Maschine.
- Savings Plans: die Zusage über einen Stundenbetrag, die AWS und Azure automatisch auf die passende Nutzung anwenden.
- Effektive Kosten: was eine Nutzungsstunde nach Anwendung aller Rabatte und Zusagen wirklich kostet.
- Amortisierte Kosten: die Vorauszahlung einer Zusage über ihre Laufzeit verteilt, damit der Kaufmonat nicht als Kostenspitze erscheint.
- Effektive Sparquote: die Ersparnis gegenüber dem On-Demand-Preis über alle Zusagen hinweg, als Maß für ein Commitment-Portfolio.
- Einsparmöglichkeit: der Betrag, den eine zusätzliche oder besser passende Zusage bei gleicher Nutzung sparen würde.
Benachbarte Kapitel
Das vorhergehende Kapitel, Abrechnungsdaten und Standards, liefert die Daten, in denen die Wirkung einer Zusage sichtbar wird: die Positionstypen eines Exports, die Spalten für Reservierungen und Savings Plans und die Unterscheidung zwischen berechneten, amortisierten und effektiven Kosten. Dieses Kapitel setzt diese Daten voraus und erklärt, welche Preismechanik sie erzeugt.
Das folgende Kapitel, Was Cloud-Dienste kosten, wendet die Preismodelle auf die Dienste selbst an: Compute, Speicher, Datenbanken, Datentransfer und die Einheiten, in denen jeder Dienst abgerechnet wird. Das Kapitel Optimierung und Einsparungen nimmt die Commitment-Strategie als eine von mehreren Optimierungen auf und ordnet sie neben Rightsizing und Abschalten ein. Das erste Kapitel, FinOps und Cloud-Kostenmanagement, gibt den Rahmen, in dem diese Entscheidungen getroffen werden. Alle Kapitel sind im Handbuch versammelt.