Eine AWS Reserved Instance ist ein Abrechnungsrabatt auf On-Demand-Nutzung, die bestimmten Attributen entspricht, keine reservierte Maschine; nur die zonale Variante reserviert zusätzlich Kapazität in einer Availability Zone. Sie zahlen für die gesamte Laufzeit von einem oder drei Jahren, ob passende Nutzung läuft oder nicht. Für die Rechnung heißt das: Der Rabatt lohnt sich nur bei Nutzung, die über die Laufzeit stabil bleibt, und das Zusammenspiel aus Vorauszahlung, laufender Gebühr und rabattierten Nutzungspositionen bestimmt, wie Reserved Instances im Export und im Kostenbericht aussehen.

So funktioniert es

Vier Attribute bestimmen Preis und Zuordnung einer Reserved Instance: Instanztyp (Familie und Größe), Region, Plattform (das Betriebssystem) und Tenancy (shared oder dedicated). Läuft im Konto eine On-Demand-Instanz, die alle Attribute erfüllt, greift der Rabatt sofort und ohne Neustart. Die Angebotsklasse ändert daran nichts: Standard RIs geben den größeren Rabatt und lassen sich nur ändern, nicht tauschen; Convertible RIs geben weniger Rabatt, lassen sich aber während der Laufzeit gegen eine andere Convertible RI mit neuen Attributen tauschen, auch Familie, Plattform, Geltungsbereich oder Tenancy. Die Laufzeit beträgt ein oder drei Jahre, drei Jahre mit dem höheren Rabatt. Eine RI verlängert sich nicht automatisch; nach Ablauf läuft die Instanz weiter und zahlt wieder den On-Demand-Preis.

Drei Zahlungsoptionen verteilen denselben Rabatt unterschiedlich über die Zeit. All Upfront zahlt alles zu Beginn, danach fällt für die Laufzeit nichts mehr an. Partial Upfront zahlt einen Teil vorab und den Rest als reduzierten Stundensatz für jede Stunde der Laufzeit. No Upfront zahlt nur den reduzierten Stundensatz, ebenfalls für jede Stunde, genutzt oder nicht, und setzt eine Zahlungshistorie beim Konto voraus. Je höher die Vorauszahlung, desto größer der Rabatt. Ein Kauf lässt sich nicht stornieren.

Der Geltungsbereich ist regional oder zonal, zum gleichen Preis. Eine regionale RI gilt in jeder Availability Zone der Region, reserviert keine Kapazität und bringt Instanzgrößenflexibilität mit: Der Rabatt gilt innerhalb der Instanzfamilie unabhängig von der Größe, verrechnet über einen Normalisierungsfaktor (small 1, large 4, xlarge 8, 2xlarge 16 und so fort). Eine m5.xlarge-RI deckt so zwei m5.large vollständig oder eine m5.2xlarge zur Hälfte, angewendet von der kleinsten zur größten laufenden Instanz. Diese Flexibilität gibt es laut AWS nur für regionale RIs mit Linux/Unix-Plattform und Default-Tenancy; Windows, RHEL, SUSE, dedizierte Tenancy, zonale RIs und einige Instanzfamilien (G4ad bis G6f, Gr6, hpc7a, P5, Inf1, Inf2, u7i-6tb und u7i-8tb) sind ausgenommen. Eine zonale RI reserviert Kapazität in genau einer Availability Zone, und der Rabatt gilt nur dort, nur für die exakte Familie und Größe.

In einer Organisation mit Consolidated Billing gilt eine RI zuerst für die Nutzung des kaufenden Kontos und danach für passende Nutzung anderer Konten, sofern das Management-Konto das Discount Sharing für die beteiligten Konten aktiviert hat. Das Sharing lässt sich organisationsweit, pro Kontogruppe oder pro Konto steuern; die Kapazität einer zonalen RI bleibt dabei beim eigenen Konto.

Reservierungen gibt es nicht nur für EC2. Cost Explorer erzeugt Empfehlungen für Amazon RDS, ElastiCache, OpenSearch Service, Redshift, MemoryDB und DynamoDB-Reserved-Capacity; jede folgt eigenen Regeln, etwa Single-AZ gegen Multi-AZ bei RDS oder Blöcke von 100 Kapazitätseinheiten bei DynamoDB. Das Grundprinzip bleibt: eine Zusage auf eine Konfiguration gegen einen reduzierten Satz für die Laufzeit.

Wer eine Standard RI nicht mehr braucht, kann sie im Reserved Instance Marketplace an andere AWS-Kunden verkaufen: nur Standard RIs für EC2, regional oder zonal, mit mindestens einem Monat Restlaufzeit, nach mindestens 30 Tagen im Konto und nach Eingang der Vorauszahlung. Convertible RIs und Reservierungen anderer Dienste sind ausgeschlossen. Der Verkäufer setzt nur den Vorabpreis, AWS behält zwölf Prozent davon ein und verlangt ein Bankkonto mit US-Adresse.

Was es für Ihre Kosten bedeutet

Im Cost and Usage Report erzeugt eine RI drei Positionstypen, die über die Reservation-ARN zusammengehören. Fee ist die einmalige Vorauszahlung bei All und Partial Upfront, mit dem vollen Betrag als Unblended Cost im Kaufmonat. RIFee ist die wiederkehrende Monatsgebühr, reduzierter Stundensatz mal Stunden im Monat, am Kauftag und danach am ersten Tag jeder Abrechnungsperiode. DiscountedUsage sind die Nutzungsstunden, auf die der Rabatt angewendet wurde, mit Unblended Rate und Unblended Cost null, weil die Kosten bereits in den beiden Gebühren stecken. Die Reservierungsspalten tragen dazu die amortisierte Vorauszahlung für die Periode, die ungenutzten Stunden und ihre Gebühren sowie auf jeder rabattierten Nutzungszeile die effektiven Kosten: der Anteil der Vorauszahlung plus der Anteil der laufenden Gebühr, der auf diese Stunde entfällt. Welchen Export Sie dafür wählen, beschreibt AWS CUR 2.0 oder FOCUS 1.2.

Daraus folgen zwei Sichten. Unblended zeigt die Vorauszahlung als Spitze im Kaufmonat und die gedeckten Instanzen zu null; das ist die Rechnung. Amortisierte Kosten verteilen die Vorauszahlung über die Laufzeit und bewerten jede gedeckte Stunde mit ihren effektiven Kosten; das ist die Sicht für Kostenstellen und Vergleiche. Cost Explorer bietet beide als Option, und im Tagesbild landet der ungenutzte Teil der Gebühren am Monatsersten.

Abdeckung und Auslastung sind die beiden Kennzahlen, die Cost Explorer in den RI-Berichten ausweist. Abdeckung ist der Anteil der Instanzstunden, die unter einer Reservierung liefen, mit den On-Demand-Kosten der ungedeckten Stunden daneben. Auslastung ist der Anteil der gekauften RI-Stunden, in normalisierten Einheiten, den passende Instanzen genutzt haben; die Nettoersparnis ist die Ersparnis gegenüber On-Demand abzüglich der Kosten ungenutzter Stunden. Beide Berichte nehmen einen Zielwert, und AWS Budgets kann bei Unterschreitung alarmieren. Ablaufwarnungen gibt es 7, 30 oder 60 Tage vor dem Laufzeitende.

Wo es schiefgeht

  • Für die Spitze gekauft: Die Zusage deckt die höchste Stundenlast statt der Grundlast. Symptom ist eine Auslastung deutlich unter hundert Prozent bei vollem RIFee.
  • Ein Attribut passt nicht: Eine Linux-RI für Windows-Instanzen, dedizierte statt shared Tenancy oder die falsche Region. Die RI bleibt ungenutzt, die Gebühr läuft, und die Instanzen zahlen weiter On-Demand.
  • Zonale RI in der falschen Availability Zone: Der Rabatt gilt nur in der gekauften Zone, ohne Größenflexibilität. Nach einem Umzug der Instanzen in eine andere Zone ist die Reservierung wertlos, obwohl die Region stimmt.
  • Kauf in einem Mitgliedskonto bei deaktiviertem Sharing: Die RI gilt nur für Nutzung in diesem Konto, während passende Instanzen in anderen Konten On-Demand zahlen.
  • Die Vorauszahlung als Kostenspitze gelesen: In der Unblended-Sicht sieht der Kaufmonat nach einem Anstieg aus und die Folgemonate nach einer Einsparung, die es so nicht gibt. Die amortisierte Sicht korrigiert das.
  • Ablauf unbemerkt: Ohne Verlängerung springt die Nutzung still auf den On-Demand-Preis zurück. Die Ablaufwarnungen in Cost Explorer sind nicht voreingestellt.

Beispiel

AWS nennt auf der Preisseite für EC2 Reserved Instances (gelesen am 2026-10-15) einen Rabatt von bis zu 72 % gegenüber On-Demand für Standard RIs und bis zu 66 % für Convertible RIs. Das sind Höchstwerte über alle Angebote; der tatsächliche Satz einer RI hängt von Instanztyp, Region, Plattform, Laufzeit und Zahlungsoption ab und steht für jedes Angebot in der Preisliste.

Quellen

Gelesen am 2026-10-15. AWS Reserved Instances für Amazon EC2, Anwendung des RI-Rabatts und Größenflexibilität, Regionale und zonale Reserved Instances, Reserved Instance Marketplace, Discount Sharing für RIs und Savings Plans, Reservierungspositionen im Cost and Usage Report, Reservation-Spalten, RI-Berichte in Cost Explorer, Erweiterte Optionen wählen, Ablaufwarnungen für Reservierungen, Reservierungsempfehlungen, Reservierte Kapazität bei DynamoDB, Preise für EC2 Reserved Instances.