Ein AWS Savings Plan ist eine Zusage, ein oder drei Jahre lang jede Stunde einen festen Betrag in US-Dollar für Rechenleistung auszugeben; im Gegenzug rechnet AWS die passende Nutzung automatisch zum Savings-Plans-Satz statt zum On-Demand-Preis ab. Die Zusage wird jede Stunde berechnet, ob Nutzung da ist oder nicht, und eine nicht ausgeschöpfte Stunde verfällt. Für die Rechnung heißt das: Savings Plans senken den Preis der Grundlast, und ihr Wert hängt daran, dass die Nutzung in jeder Stunde der Laufzeit die Zusage füllt.
So funktioniert es
Die Savings-Plans-Dokumentation von AWS nennt heute vier Typen. Compute Savings Plans gelten für EC2-Nutzung unabhängig von Instanzfamilie, Größe, Region, Betriebssystem und Tenancy und zusätzlich für Fargate und Lambda; AWS gibt dafür bis zu 66 % Rabatt gegenüber On-Demand an. EC2 Instance Savings Plans binden die Zusage an eine Instanzfamilie in einer Region, etwa m5 in Frankfurt, und gelten dort unabhängig von Größe, Betriebssystem und Tenancy; AWS nennt bis zu 72 %. SageMaker AI Savings Plans decken SageMaker-Instanznutzung unabhängig von Familie, Größe, Region und Komponente, bis zu 64 %. Database Savings Plans gelten laut derselben Seite für Aurora, RDS, DynamoDB, ElastiCache, DocumentDB, Timestream, Neptune, Keyspaces, DMS und OpenSearch Service, für die jeweils aktuellen Instanzgenerationen und Serverless-Nutzung, bis zu 35 %. Die Seite zu den berechtigten Diensten zählt noch drei Typen auf; die Empfehlungs-API kennt den Datenbanktyp bereits. Wer eine Zusage für Datenbanken plant, prüft den Stand der Dokumentation.
Laufzeit und Zahlung entsprechen den Reserved Instances: ein Jahr (365 Tage) oder drei Jahre (1.095 Tage), zahlbar All Upfront, Partial Upfront oder No Upfront, mit Ausnahme der Database Savings Plans, die AWS nur mit einem Jahr Laufzeit und ohne Vorauszahlung anbietet. Die Preise, die ein Plan auf die Nutzung anwendet, bleiben über die Laufzeit gleich und hängen nicht von der Höhe der Zusage ab. Spot-Nutzung, von Reserved Instances gedeckte Nutzung, die Regionsgebühr für Dedicated Instances und die EKS-Steuerungsgebühr sind ausgenommen; die EC2-Instanzen unter EKS, ECS und EMR dagegen eingeschlossen. Ein Savings Plan reserviert keine Kapazität.
Die Anwendung ist eine feste Reihenfolge, die AWS jede Stunde durchrechnet. Zuerst werden Reserved Instances angewendet, dann die Savings Plans, EC2 Instance Plans vor Compute Plans, weil Letztere breiter gelten. Innerhalb eines Plans geht die Zusage an die Nutzung mit dem höchsten Rabattprozentsatz zuerst, bei Gleichstand an die mit dem niedrigeren Savings-Plans-Satz, bis die Zusage ausgeschöpft ist; der Rest zahlt On-Demand. In einer Organisation gilt der Plan zuerst für das kaufende Konto und danach, wenn das Management-Konto das Discount Sharing aktiviert hat, für die übrigen Konten.
Cost Explorer empfiehlt eine Zusage aus der On-Demand-Nutzung der letzten 7, 30 oder 60 Tage, je Plantyp, Laufzeit und Zahlungsoption, für die Organisation oder für einzelne Mitgliedskonten. Die empfohlene Höhe ist der Betrag zum Savings-Plans-Satz, nicht die On-Demand-Ausgabe. Ein Kauf lässt sich bis zu drei Jahre im Voraus einreihen, auf die Sekunde genau, und bis zum Starttermin wieder löschen; Gebühren fallen erst mit dem Start an. Danach sind die Bedingungen fest: Ein Plan kann weder geändert noch getauscht noch gekündigt werden. Die einzige Ausnahme ist die Rückgabe eines Plans mit höchstens 100 USD Stundenzusage innerhalb von sieben Tagen nach dem Kauf im selben Kalendermonat, begrenzt auf ein Kontingent.
Was es für Ihre Kosten bedeutet
Im Cost and Usage Report erzeugt ein Savings Plan vier Positionstypen. SavingsPlanUpfrontFee ist die einmalige Vorauszahlung bei All und Partial Upfront im Kaufmonat. SavingsPlanRecurringFee ist die laufende Zusage, anders als bei Reserved Instances stündlich statt monatlich berechnet, vom Kauf an und für jede Stunde danach; bei All Upfront zeigt diese Position den ungenutzten Teil der Zusage. SavingsPlanCoveredUsage ist die gedeckte Nutzung, mit dem On-Demand-Betrag als Unblended Cost und dem tatsächlichen Satz in den Spalten SavingsPlanRate und SavingsPlanEffectiveCost. SavingsPlanNegation hebt diesen On-Demand-Betrag wieder auf, zusammengefasst pro Stunde nach Plan, Operation, Nutzungsart und Availability Zone, sodass eine Negation mehreren gedeckten Zeilen gegenüberstehen kann. Nutzung über der Zusage bleibt eine gewöhnliche Usage-Position. Die Savings-Plan-Spalten tragen ARN, Typ, Zahlungsoption, Laufzeit, den genutzten Betrag der Zusage und die amortisierte Vorauszahlung der Periode. Welchen Export Sie dafür wählen, beschreibt AWS CUR 2.0 oder FOCUS 1.2.
Die Unblended-Sicht zeigt also die Vorauszahlung im Kaufmonat, die Gebühr jede Stunde und bei den Instanzen ein Paar aus On-Demand-Betrag und Negation. Die amortisierten Kosten verteilen die Vorauszahlung über die Laufzeit und bewerten jede gedeckte Stunde mit ihren effektiven Kosten, dem Anteil der Zusage, der auf sie entfällt. Nur diese Sicht taugt dafür, Kosten einer Kostenstelle zuzurechnen oder mit On-Demand zu vergleichen.
Auslastung ist der Anteil der Zusage, den die Nutzung zu Savings-Plans-Sätzen gefüllt hat: Bei 10 USD Zusage pro Stunde und 9,80 USD gedeckter Nutzung liegt sie in dieser Stunde bei 98 %. Abdeckung ist der Anteil der berechtigten Nutzungskosten, der unter einem Plan lief. Beide Berichte sind im Inventar von Cost Explorer je Plan abrufbar, AWS Budgets kann Ziele dafür überwachen, und Ablaufwarnungen gibt es 1, 7, 30 oder 60 Tage vor dem Laufzeitende.
Wo es schiefgeht
- Zusage auf die Spitzenstunde: Jede Stunde zählt für sich, und eine nicht gefüllte Zusage verfällt. Wer die stärkste Stunde des Tages abdeckt, zahlt in allen anderen Stunden für Leistung, die niemand nutzt.
- Bemessung auf einen Monat mit Sonderereignis: Ein Rückblick von 30 Tagen, in den eine Migration oder ein Lasttest fiel, liefert eine zu hohe Empfehlung. Die 60-Tage-Sicht glättet, ersetzt aber nicht den Blick auf die Ursache.
- Erwartete Deckung für andere Dienste: Compute und EC2 Instance Plans gelten für EC2, Fargate und Lambda, nicht für RDS, DynamoDB oder andere Datenbanken. Dafür dokumentiert AWS einen eigenen Datenbanktyp, dessen Stand in der Dokumentation uneinheitlich ist.
- EC2 Instance Plan vor der Familienentscheidung: Der höhere Rabatt bindet die Zusage an eine Familie in einer Region. Ein späterer Wechsel von m5 auf m7g lässt den Plan ungenutzt zurück, ohne Tausch oder Kündigung.
- Auslastungsberichte ignoriert: Eine sinkende Auslastung erscheint im Export als steigender Anteil der
SavingsPlanRecurringFeeohne gedeckte Nutzung. Ohne Zielwert und Budget fällt das erst auf der Rechnung auf. - Zwei Zusagen auf dieselbe Nutzung: Reserved Instances werden vor Savings Plans angewendet. Ein Plan, der auf Nutzung bemessen wurde, die bereits eine RI deckt, bleibt zu diesem Teil ungenutzt.
Gegenüber Reserved Instances entspricht der Rabatt eines Compute Savings Plan dem einer Convertible RI und der eines EC2 Instance Savings Plan dem einer Standard RI, jeweils bis zu 66 % und bis zu 72 %. Der Plan passt sich ohne Tausch an Familie, Größe, Region und Betriebssystem an, reserviert dafür keine Kapazität und lässt sich nicht auf dem Marketplace verkaufen.
Quellen
Gelesen am 2026-10-15. AWS Was sind Savings Plans?, Savings-Plans-Typen, Savings Plans FAQ, Für Savings Plans berechtigte Dienste, Anwendung von Savings Plans auf die Nutzung, Compute Savings Plans und Reserved Instances, Empfehlungen verstehen, Einreihen eines Kaufs, Rückgabe eines Savings Plan, Savings Plans im Cost and Usage Report, Savings-Plans-Spalten, Überwachung von Savings Plans, Den Auslastungsbericht nutzen, Den Abdeckungsbericht nutzen, Savings Plans User Guide (PDF), GetSavingsPlansPurchaseRecommendation.