On-Demand-Preise sind die Listenpreise, die ein Anbieter für Nutzung ohne Zusage berechnet: ein veröffentlichter Preis je Einheit, etwa je Instanzsekunde, Gigabyte-Monat oder Anfrage, nachträglich für die genutzte Menge abgerechnet. Es gibt keine Laufzeit, keine Vorauszahlung und nichts zu kündigen. Für die Rechnung ist der On-Demand-Preis die Bezugsgröße: Commitment-Rabatte, Spot-Preise und jede ausgewiesene Einsparung werden gegen ihn gerechnet, und jede Nutzung, die keine Zusage deckt, zahlt ihn in voller Höhe.
So funktioniert es
Der Betrag eines Postens ist Menge mal Preis je Einheit. Den Preis je Einheit bestimmen Region, Instanztyp, Betriebssystem und enthaltene Lizenz, die Menge der Abrechnungstakt (die kleinste Einheit, in der Laufzeit gezählt wird) und eine Mindestdauer. Alle drei Anbieter veröffentlichen ihre Preise in US-Dollar; AWS und Azure nennen sie ausdrücklich ohne Steuern. Wie Menge, Einheit und Preis eine Zeile bilden, beschreibt Nutzung, Preis und Posten auf der Cloud-Rechnung; was den Preis einer VM bestimmt, Virtuelle Maschinen und Instanzfamilien.
AWS
Amazon EC2 berechnet On-Demand-Instanzen je Stunde oder je Sekunde mit einer Mindestdauer von 60 Sekunden, vom Start bis zum Stoppen oder Beenden. Sekundengenau abgerechnet werden Linux, Windows, Windows mit SQL Server, RHEL und Ubuntu Pro; SUSE Linux Enterprise Server wird in vollen Stunden berechnet. Die Preise stehen auf der Preisseite und in der AWS Price List (Query API je SKU, Bulk API als JSON- oder CSV-Dateien je Dienst und Region), die keine Spot-Preise enthält. Weichen Preisdatei und Preisseite voneinander ab, berechnet AWS laut Dokumentation den Preis der Preisseite. Im Cost and Usage Report (CUR 2.0) trägt jede Zeile den öffentlichen Satz in pricing_public_on_demand_rate und den Betrag dazu in pricing_public_on_demand_cost; pricing_term unterscheidet On-Demand von Reserved.
Azure
Die Azure Retail Prices API ist ohne Anmeldung abrufbar und liefert je Meter retailPrice (den Listenpreis ohne Rabatt), unitOfMeasure und type; On-Demand-Preise haben den Typ Consumption, VM-Meter die Einheit 1 Hour. Abgerechnet wird laut FAQ der VM-Preisseite nach vollen Minuten: Eine VM, die 6 Minuten und 45 Sekunden lief, kostet 6 Minuten. Eine im Betriebssystem heruntergefahrene VM im Zustand Stopped zahlt weiter für ihre Kerne, erst Stopped (Deallocated) beendet die Abrechnung. Microsoft bepreist alle Dienste in US-Dollar; Preise in anderen Währungen gibt die API nur zur Orientierung aus. In den Kostendetails steht der Marktpreis des Meters in PayGPrice, der verhandelte Preis in UnitPrice, der gezahlte in EffectivePrice, und PricingModel = OnDemand kennzeichnet Nutzung ohne Zusage.
Google Cloud
Compute Engine berechnet vCPUs, GPUs und Arbeitsspeicher mindestens eine Minute lang, danach sekundengenau. Die Laufzeit zählt vom Start bis zum Zustand STOPPING; eine VM im Zustand RUNNING kostet auch ohne Last. Die Preistabelle von Compute Engine führt den On-Demand-Preis in der Spalte „Default“. Wer nicht in US-Dollar zahlt, zahlt die SKU-Preise in seiner Währung. Die Google Cloud Pricing API, derzeit als Vorschau, liefert öffentliche Preise mit einem API-Schlüssel und Vertragspreise je Cloud-Billing-Konto. Im Standardexport nach BigQuery steht cost_at_list neben cost, seit 2025-07-15 auch price.list_price; der Preisexport führt list_price mit den Preisstufen in tiered_rates.
| Anbieter | Abrechnungstakt | Preisquelle | Listenpreis im Export |
|---|---|---|---|
| AWS, Amazon EC2 | Sekunde, mindestens 60 Sekunden; SUSE je Stunde | Preisseite, AWS Price List | CUR 2.0: pricing_public_on_demand_rate |
| Azure, Virtual Machines | volle Minute; Preis je 1 Hour | Preisseite, Azure Retail Prices API | Kostendetails: PayGPrice |
| Google Cloud, Compute Engine | Sekunde, mindestens 1 Minute | Preisseite, Google Cloud Pricing API | Standardexport: cost_at_list, price.list_price |
FOCUS
Die FOCUS-Spezifikation führt den Preislistenwert in ListUnitPrice, umgerechnet in die Abrechnungswährung und ohne Nachlass. PricingCategory = Standard steht für Posten, die das Abrechnungskonto zu seinen vertraglich festgelegten Konditionen zahlt; ausgehandelte Nachlässe und Mengenstaffeln zählen dazu, Spot- und Commitment-Preise nicht. Standard ist also nicht gleich Listenpreis. Die Zuordnung je Anbieter steht in FOCUS-Spalten und das Mapping der Anbieter.
Was es für Ihre Kosten bedeutet
Im Export erscheint On-Demand-Nutzung als gewöhnlicher Posten, und die Listenpreisfelder stehen auch dann daneben, wenn ein Rabatt gegriffen hat. So entstehen zwei Werte für dieselbe Menge: Listenpreis mal Menge ist der Wert ohne jede Vereinbarung, die effektiven Kosten sind das, was nach Rabatten und Commitments bleibt. Die Differenz ist die Einsparung durch Zusagen und Verträge; die Kostenmaße erklärt Listen-, berechnete, effektive, amortisierte Kosten.
Ein verhandelter Preis ist kein Listenpreis. Mit individuellen Preisen zahlt ein Konto einen eigenen Satz, den Azure in UnitPrice und Google in price.effective_price ausweist (den Betrag dazu in cost; siehe Enterprise-Verträge und individuelle Preise). Der Abgleich mit der Preisseite zeigt dann eine Lücke, die kein Fehler ist. Ebenso entspricht ein Preis in US-Dollar selten dem Betrag einer Rechnung in Euro oder Pfund, weil Wechselkurs und Steuer danach hinzukommen (Rechnungswährung und Wechselkurse).
In einem Kostenbericht ist der Anteil der On-Demand-Nutzung die Zahl, mit der jede Prüfung einer Zusage beginnt. Cost Explorer filtert dafür nach Purchase option (On-Demand Instances, Reserved Instances, Spot Instances), die Azure-Kostendetails nach PricingModel, FOCUS nach PricingCategory. Grundlast, die Monat für Monat zum On-Demand-Preis läuft, ist der Gegenstand von Commitments wie AWS Reserved Instances; Last, die eine Unterbrechung verträgt, der von Spot-Kapazität. Kurze oder schwankende Last bleibt beim On-Demand-Preis, dessen feiner Takt nur die tatsächliche Laufzeit berechnet. Ohne Kauf sinkt der Preis je Einheit nur über Staffelpreise und automatische Mengenrabatte.
Wo es schiefgeht
- Gestoppt, aber nicht freigegeben. Symptom: eine Azure-VM steht auf Stopped und erscheint weiter mit voller Menge im Export. Ursache: nur Stopped (Deallocated) gibt die Kerne frei; ein Herunterfahren im Betriebssystem lässt sie zugeteilt.
- Kurze Läufe zum Mindestpreis. Symptom: viele kurze Jobs kosten auf AWS und Google mehr, als ihre Laufzeit in Sekunden ergibt, auf Azure dagegen nicht. Ursache: AWS berechnet mindestens 60 Sekunden, Google mindestens eine Minute und SUSE auf Amazon EC2 volle Stunden; Azure rechnet dagegen nur volle Minuten ab und lässt die übrigen Sekunden weg.
- Preis aus der falschen Quelle. Symptom: die nachgerechnete Einsparung weicht von der Rechnung ab. Ursache: eine Preisliste in Euro wurde für den abgerechneten Preis gehalten, obwohl Microsoft Nicht-USD-Preise nur zur Orientierung ausgibt und AWS bei Abweichungen den Preis der Preisseite berechnet.
- Höchste Stufe als Vergleichswert. Symptom: der On-Demand-Vergleichswert für Speicher oder Datentransfer passt nicht zum gezahlten Satz. Ursache:
pricing_public_on_demand_ratezeigt bei gestaffelten SKUs den Satz der höchsten Stufe, nicht den der erreichten. - Leerlauf im Zustand RUNNING. Symptom: Google-VMs ohne Last kosten den vollen Satz. Ursache: Compute Engine zählt die Laufzeit bis STOPPING, unabhängig von der Auslastung.
Beispiel
Die Preisseiten nennen am 2026-10-16 für je einen Maschinentyp mit 2 vCPUs und 8 GiB Arbeitsspeicher in Frankfurt diese On-Demand-Preise in US-Dollar je Stunde, bei AWS und Azure ohne Steuern:
| Anbieter | Typ | Region | Betriebssystem | Preis je Stunde |
|---|---|---|---|---|
| AWS | m7i.large | Europe (Frankfurt), eu-central-1 | Linux | 0,12075 USD |
| Azure | D2s v5 | Germany West Central | Ubuntu | 0,1150 USD |
| Google Cloud | n2-standard-2 | Frankfurt, europe-west3 | ohne Premium-Image | 0,125124 USD |
Die Typen stimmen in vCPUs und Arbeitsspeicher überein, nicht in Prozessor und Leistung.
Quellen
Gelesen am 2026-10-16. AWS Amazon EC2 On-Demand-Preise, AWS Price List, Pricing-Spalten im CUR 2.0, Filter in Cost Explorer; Microsoft Azure Retail Prices API, Preise für Linux-VMs, Kostendetails einlesen, Felder der Kostendetails; Google Cloud Preise für VM-Instanzen, Preise für General-Purpose-VMs, Preisinformationen abrufen, Struktur des Standardexports, Struktur des Preisexports; FinOps Foundation FOCUS-Spaltenbibliothek, List Unit Price, Pricing Category.