Reservierte Kapazität ist die Zusage, die Abrechnungseinheit eines verwalteten Dienstes ein oder drei Jahre lang abzunehmen, etwa Datenbankinstanzen, vCores, Request Units, Speicherblöcke oder Slots, und dafür einen niedrigeren Preis je Einheit zu zahlen. Jeder Anbieter führt dafür eigene Programme je Dienst, und nur ein Teil der verwalteten Dienste fällt unter die Commitments für Rechenleistung. Für die Rechnung heißt das: Jeder Dienst braucht eine eigene Zusage in eigener Einheit, und der Rabatt erreicht meist nur einen Teil seiner Kosten, während Speicher, Backups, Netzwerk und Lizenzen zum normalen Preis weiterlaufen.
So funktioniert es
Die Zusage wird in der Einheit gekauft, in der der Dienst abrechnet, und automatisch auf passende Nutzung angewendet, ohne Zuweisung an eine bestimmte Datenbank. Verschieden sind die Einheit, die Bindung an Region und Konfiguration und ob ein übergreifender Plan dieselbe Nutzung decken kann. Was die Dienste selbst kosten, beschreibt Verwaltete Datenbanken.
AWS
Reserved DB Instances für Amazon RDS sind an Region, Engine, Instanzklasse und Lizenzmodell gebunden. Für Db2, MariaDB, MySQL, PostgreSQL und Oracle mit eigener Lizenz gilt Größenflexibilität innerhalb eines Instanzklassentyps: Eine Reservierung für db.r6i.large deckt einen Teil einer db.r6i.xlarge, aber keine db.r7g.large. Der Rabatt gilt nur für die Instanzstunde, nicht für Speicher, Backups und I/O. Das Gegenstück für EC2 beschreibt AWS Reserved Instances.
DynamoDB Reserved Capacity gilt nur für Tabellen im Modus Provisioned Capacity mit der Tabellenklasse Standard; AWS nennt bis zu 54 % Rabatt für ein und 77 % für drei Jahre. Sie lässt sich weder verkaufen noch kündigen noch in eine andere Region übertragen.
Database Savings Plans gibt es laut FAQ nur ohne Vorauszahlung, mit bis zu 35 % Rabatt, für zehn Datenbankdienste von Aurora bis OpenSearch Service ab Instanzgeneration 7 und für Serverless-Nutzung. Auf demselben Workload lassen sie sich nicht mit Reserved Instances oder DynamoDB Reserved Capacity kombinieren. Lambda und Fargate fallen dagegen unter die Compute Savings Plans aus AWS Savings Plans; wie Funktionen abgerechnet werden, steht unter Serverless-Funktionen.
Azure
Bei Azure heißen diese Zusagen Reservierungen, mit den Regeln aus Azure-Reservierungen. Für SQL Database und SQL Managed Instance bindet die Reservierung Region, Bereitstellungstyp und Leistungsstufe; sie deckt nur Rechenleistung, nicht Software, Netzwerk und Speicher, und DTU-basierte Datenbanken sind ausgeschlossen. Cosmos DB Reserved Capacity bringt laut Microsoft bis zu 63 % Rabatt; sie gilt über Regionen hinweg, aber mit Faktoren je Region (FR South 1,625), und Autoscale zählt mit dem Faktor 1,5. Blob Storage Reserved Capacity ist an Region, Zugriffsebene und Redundanz gebunden und deckt weder Operationen noch Datentransfer. Daneben gibt es einen Savings Plan für Datenbanken, unter anderem für SQL Database, SQL Managed Instance, Cosmos DB, PostgreSQL und MySQL. Wo beides passt, wendet Azure die Reservierung zuerst an.
Google Cloud
Google verkauft für verwaltete Dienste ausgabenbasierte Committed Use Discounts je Dienst, eingeordnet in Committed Use Discounts von Google Cloud. Für Cloud SQL beträgt der Rabatt laut Dokumentation 25 % für ein und 52 % für drei Jahre, in jeder Region, und gilt für vCPU und Arbeitsspeicher aller Instanzen der Region, außer Shared-Core-Typen, nicht für Speicher, Backups, IP-Adressen, Egress und Lizenzen. Vergleichbare Zusagen gibt es etwa für Spanner und Memorystore. BigQuery kennt zusätzlich Capacity Commitments in Slots über die BigQuery Reservation API, nur in den Editionen Enterprise und Enterprise Plus, gebunden an Region und Verwaltungsprojekt. Cloud Run und GKE fallen unter die Compute Flexible Commitments; eigene Zusagen für sie verkauft Google nicht mehr.
Überblick
| Dienst | Programm | Einheit | Laufzeit | Reichweite |
|---|---|---|---|---|
| Amazon RDS | Reserved DB Instance | Instanzklasse | 1 oder 3 Jahre | andere Größen des Klassentyps, nicht jede Engine |
| Amazon DynamoDB | Reserved Capacity | 100 WCU oder RCU | 1 Jahr, teils 3 | nur die Region des Kaufs |
| AWS-Datenbanken | Database Savings Plan | USD je Stunde | 1 Jahr | zehn Dienste, alle Regionen |
| Lambda, Fargate | Compute Savings Plan | USD je Stunde | 1 oder 3 Jahre | auch EC2 |
| Azure SQL | Reservierung | vCore | 1 oder 3 Jahre | andere Größen derselben Stufe |
| Azure Cosmos DB | Reserved Capacity | 100 RU/s | 1 oder 3 Jahre | alle Regionen, mit Faktor |
| Azure Blob Storage | Reserved Capacity | 100 TiB, 1 PiB | 1 oder 3 Jahre | auch Data Lake Storage |
| Azure-Datenbanken | Savings Plan für Datenbanken | Betrag je Stunde | 1 oder 3 Jahre | mehrere Dienste |
| Cloud SQL | Committed Use Discount | Betrag je Stunde | 1 oder 3 Jahre | alle Engines einer Region |
| BigQuery | Capacity Commitment | Slots | 1 oder 3 Jahre | Reservierungen der Region |
| Cloud Run, GKE | Compute Flexible Commitment | Betrag je Stunde | 1 oder 3 Jahre | auch Compute Engine |
Was es für Ihre Kosten bedeutet
Im AWS Cost and Usage Report enthält der ARN in reservation_reservation_a_r_n laut AWS den Dienstnamen und die Region des Kaufs; darüber lassen sich Datenbankreservierungen von EC2 trennen. Cost Explorer berichtet Auslastung und Abdeckung für Reservierungen von EC2, Redshift, RDS, OpenSearch Service und ElastiCache; DynamoDB fehlt in dieser Liste. Database Savings Plans erscheinen wie andere Savings Plans.
In den Azure-Kostendetails verhält sich eine Reservierung für SQL, Cosmos DB oder Blob Storage wie jede andere: Der Kauf steht in den tatsächlichen Kosten als ChargeType = Purchase, gedeckte Nutzung trägt eine ReservationId und in den tatsächlichen Kosten einen EffectivePrice von null, und die amortisierten Kosten zeigen ungenutzte Stunden als UnusedReservation.
Die CUD-Gebühr für Cloud SQL wird monatlich berechnet. Google stellt einige ausgabenbasierte CUDs automatisch auf ein Verbrauchsmodell mit Rabatten statt Gutschriften um; den Termin zeigt die Konsole in der Billing-Übersicht. Der FOCUS-Export führt in x_Credits den Typ FEE_UTILIZATION_OFFSET für das neue und COMMITTED_USAGE_DISCOUNT_DOLLAR_BASE für das alte Modell.
Vorauszahlungen stehen in der Rechnungssicht im Kaufmonat; erst die amortisierten Kosten verteilen sie über die Laufzeit. Wie viel eine Zusage an der Rechnung eines Dienstes ändern kann, hängt davon ab, welcher Anteil seiner Kosten überhaupt in ihre Einheit fällt; für Analytics zeigt diese Aufteilung Data Warehouses und Analytics.
Wo es schiefgeht
- Speicher und Backups mitgerechnet. Symptom: Nach einer RDS-Reservierung oder einem Cloud-SQL-CUD sinkt die Datenbankrechnung weniger als erwartet. Ursache: Beide rabattieren nur die Rechenleistung, nicht Speicher, Backups, Egress und Lizenzen.
- Zwei Zusagen auf demselben Workload. Symptom: Ein Database Savings Plan, bemessen auf die gesamte Datenbanknutzung, bleibt teilweise ungenutzt. Ursache: AWS kombiniert ihn nicht mit Reserved Instances oder DynamoDB Reserved Capacity auf demselben Workload.
- Größe geändert, Rabatt weg. Symptom: Nach einer Skalierung zahlt eine Datenbank mit RDS for SQL Server den On-Demand-Preis. Ursache: Größenflexibilität gilt nur für einige Engines und nur innerhalb eines Instanzklassentyps.
- Cosmos DB in einer teuren Region. Symptom: 100.000 RU/s Reserved Capacity decken in FR South deutlich weniger Durchsatz. Ursache: Regionsfaktor 1,625 und Autoscale-Faktor 1,5 vervielfachen den Verbrauch.
- Daten wandern in eine andere Ebene. Symptom: Eine Blob-Reservierung für Hot bleibt ungenutzt, nachdem eine Lifecycle-Regel Daten nach Cool verschoben hat. Ursache: Die Reservierung gilt nur für Region, Ebene und Redundanz des Kaufs; die Ebenen beschreibt Block-, Objekt- und Dateispeicher.
Quellen
Gelesen am 2026-10-16. AWS Reserved DB Instances für Amazon RDS, DynamoDB Reserved Capacity, Savings-Plans-Typen, Savings Plans FAQ, Reservierungsspalten, Standardberichte in Cost Explorer; Microsoft Reservierungen für Azure SQL Database und SQL Managed Instance, Azure Cosmos DB Reserved Capacity, Reserved Capacity für Blob Storage, Was sind Savings Plans?, Anwendung des Savings-Plan-Rabatts, Reservierungskosten und Nutzung bei EA und MCA; Google Cloud Committed Use Discounts für Cloud SQL, Committed Use Discounts, Workload-Commitments in BigQuery, Struktur des FOCUS-Exports.