Spot Instances bei AWS, Azure Spot Virtual Machines und Spot VMs bei Google Cloud sind freie Rechenkapazität, die der Anbieter unter dem On-Demand-Preis verkauft und jederzeit mit kurzer Vorwarnung zurückholen darf. Es gibt keine Zusage und keine zugesicherte Kapazität, bei Azure und Google Cloud auch kein SLA; dafür sinkt der Preis je Einheit. Für die Rechnung heißt das: Spot-Kapazität ändert den Satz, nicht die Art der Abrechnung, und die Kosten einer Unterbrechung stehen nicht auf der Spot-Zeile, sondern in Wiederholungsläufen und Speicher.

So funktioniert es

Alle drei Anbieter verkaufen Kapazität, die gerade niemand zum vollen Preis nutzt. Der Anbieter setzt den Preis, ändert ihn mit Angebot und Nachfrage und verdrängt die Maschine, wenn er die Kapazität braucht. Abgerechnet wird wie beim On-Demand-Preis nach Laufzeit, nur zu einem anderen Satz. Verschieden sind Preisbildung, Vorwarnzeit und was bei einer Unterbrechung mit der Maschine geschieht.

AWS

Den Spot-Preis setzt Amazon EC2 je Instanztyp und Availability Zone und passt ihn schrittweise an die langfristige Entwicklung von Angebot und Nachfrage an; die Preisseite zeigt den niedrigsten Preis je Region und Instanztyp, alle fünf Minuten aktualisiert. Ein Höchstpreis ist optional, und laut AWS werden Instanzen mit Höchstpreis häufiger unterbrochen. Vor einer Unterbrechung erhält die Instanz zwei Minuten Vorwarnung und wird dann je nach Einstellung beendet, gestoppt oder in den Ruhezustand versetzt. Unterbricht Amazon EC2 in der ersten Stunde, fällt für die Instanz nichts an, danach werden die genutzten Sekunden berechnet (bei SUSE die vollen Stunden ohne die unterbrochene). Savings Plans gelten nicht für Spot Instances, und Spot-Ausgaben zählen nicht auf die Zusage eines Compute Savings Plan.

Azure

Azure Spot Virtual Machines haben kein SLA. Azure verdrängt sie mit 30 Sekunden Vorwarnung, wenn es die Kapazität braucht oder der Spot-Preis über den gesetzten Höchstpreis steigt. Der Höchstpreis wird in US-Dollar angegeben; der Wert -1 schließt eine Verdrängung aus Preisgründen aus und berechnet den aktuellen Spot-Preis, höchstens den einer Standard-VM. Die Eviction Policy ist Deallocate (Standard) oder Delete: Eine freigegebene VM bleibt bestehen, zählt gegen das Kontingent, und ihre Disks werden weiter berechnet; Delete löscht VM und Disks. Um den Höchstpreis zu ändern, muss die VM freigegeben werden. B-Serie und Promo-Größen sind ausgeschlossen.

Google Cloud

Spot VMs sind die aktuelle Version der Preemptible VMs, die Google weiter anbietet, aber nicht mehr empfiehlt. Spot-Preise ändern sich höchstens einmal am Tag. Vor einer Preemption setzt Compute Engine den Metadatenwert preempted auf TRUE; bei Spot VMs ist die Vorwarnzeit 0 Sekunden (Standard) oder 120 Sekunden, danach folgt eine Shutdown-Phase von bis zu 30 Sekunden, und die Termination Action ist STOP (Standard) oder DELETE; eine gestoppte VM kostet im Zustand TERMINATED nichts, ihre Persistent Disks schon. Wird eine VM in der ersten Minute nach dem Start verdrängt, berechnet Google sie nicht, Premium-Betriebssysteme ausgenommen. Spot VMs haben keine Höchstlaufzeit, sofern keine festgelegt wird; Preemptible VMs werden nach 24 Stunden gestoppt. Beide erhalten weder Committed Use Discounts noch Sustained Use Discounts.

AnbieterNamePreisVorwarnzeitBei UnterbrechungIm Export
AWSSpot Instancesje Instanztyp und Availability Zone, schrittweise angepasst; Höchstpreis optional2 Minutenbeenden, stoppen oder RuhezustandNutzungstyp SpotUsage, Purchase option Spot Instances
AzureAzure Spot Virtual Machinesvariabel je Region und Größe; Höchstpreis in USD oder -130 SekundenDeallocate (Standard) oder DeletePricingModel = Spot, Meter mit Spot im Namen
Google CloudSpot VMs, Preemptible VMshöchstens eine Änderung am TagSpot VMs: 0 oder 120 Sekunden, dann bis zu 30 Sekunden; Preemptible VMs: bis zu 30 SekundenSpot VMs: STOP (Standard) oder DELETE; Preemptible VMs: gestoppt (TERMINATED)SKUs mit Spot Preemptible in der Beschreibung

Was es für Ihre Kosten bedeutet

In den Abrechnungsdaten ist Spot-Nutzung eine gewöhnliche Nutzungszeile zum Spot-Satz. AWS führt sie unter dem Nutzungstyp SpotUsage mit angehängtem Instanztyp, Cost Explorer zählt ihn zur Gruppe EC2: Running Hours neben BoxUsage, und der Spot Instance Data Feed liefert je Stunde Höchstpreis, Marktpreis und berechneten Betrag in einen S3-Bucket. Azure kennzeichnet die Zeilen mit PricingModel = Spot; unter einem Enterprise Agreement ist die Preiswährung für Spot immer US-Dollar. Google verweist für den Spot-Preisverlauf des eigenen Kontos auf den Export nach BigQuery. In FOCUS führt die PricingCategory Dynamic Posten, deren Preis der Anbieter selbst festlegt und laufend anpasst; die Spezifikation nennt unterbrechbare Kapazität als Beispiel (FOCUS-Spalten und das Mapping der Anbieter).

Weil Spot den Satz senkt, nicht die Menge, sinken die effektiven Kosten einer unterbrechbaren Last direkt, ohne Zusage und ohne Vorauszahlung, und die Einsparung gegenüber On-Demand folgt aus dem Listenpreis je Zeile. Was sie schmälert, steht in anderen Zeilen: Speicher gestoppter Maschinen, Wiederholungen nach einer Unterbrechung, On-Demand-Ersatz, wenn keine Spot-Kapazität frei ist. Eine Einsparungschance durch Spot ist deshalb eine Frage an die Last, nicht an den Preis.

Spot und Commitments schließen sich weitgehend aus: AWS-Savings-Plans decken keine Spot-Nutzung, Google gewährt Spot VMs keine CUDs oder SUDs. Nutzung, die auf Spot wechselt, fällt aus der Abdeckung einer Zusage heraus, und eine Zusage, die auf der früheren On-Demand-Last bemessen war, bleibt zu diesem Teil ungenutzt (Commitment-Rabatte der Cloud-Anbieter im Vergleich). Welche Größe die Last braucht, klärt Rightsizing; Spot in Node-Pools behandelt Container und Kubernetes, die Instanzen selbst Virtuelle Maschinen und Instanzfamilien.

Wo es schiefgeht

  • Gestoppte Spot-VM kostet weiter. Symptom: nach einer Verdrängung bleiben Speicherkosten ohne Rechenlast. Ursache: Deallocate bei Azure und STOP bei Google sind voreingestellt und behalten die Disks; bei AWS bleiben die EBS-Volumes gestoppter Instanzen berechnet.
  • Höchstpreis zu knapp gesetzt. Symptom: häufige Unterbrechungen und Wiederholungsläufe. Ursache: Azure verdrängt, sobald der Spot-Preis den Höchstpreis übersteigt, und AWS unterbricht Instanzen mit Höchstpreis häufiger.
  • Zusage vor dem Wechsel auf Spot bemessen. Symptom: ein Savings Plan oder ein CUD bleibt ungenutzt, obwohl die Rechenlast gleich blieb. Ursache: die Last lief zuvor On-Demand und jetzt auf Spot, das keine Zusage verbraucht.
  • Spot-Preis in Euro gelesen. Symptom: die Azure-Spot-Kosten weichen vom Eurobetrag der Preisseite ab. Ursache: Microsoft nimmt Spot-Höchstpreise nur in US-Dollar an und nennt die Spot-Preise in Landeswährung auf der Preisseite Schätzungen, die mit dem Wechselkurs schwanken.
  • Preemptible VM für lange Läufe. Symptom: Jobs brechen spätestens nach einem Tag ab und laufen erneut. Ursache: Compute Engine stoppt Preemptible VMs nach 24 Stunden; Spot VMs haben diese Grenze nicht.

Beispiel

Am 2026-10-16 nennen die Preisseiten diese Stundenpreise in US-Dollar ohne Steuern für Linux-Maschinen mit 2 vCPUs und 8 GiB Arbeitsspeicher:

AnbieterTyp, RegionOn-DemandSpotVeröffentlichte Obergrenze
AzureD2s v5, Ubuntu, Germany West Central0,1150 USD0,0213 USDbis zu 90 % unter Pay-as-you-go
Google Cloudn2-standard-2, Frankfurt (europe-west3)0,125124 USD0,065644 USDbis zu 91 % unter On-Demand

AWS nennt für Spot Instances bis zu 90 % unter On-Demand. Spot-Preise ändern sich; die Werte gelten für das genannte Datum.

Quellen

Gelesen am 2026-10-16. AWS Spot Instances, Unterbrechung von Spot Instances, Abrechnung unterbrochener Spot Instances, Spot Instance Data Feed, Amazon EC2 Spot-Preise, Filter in Cost Explorer; Microsoft Azure Spot Virtual Machines, Spot Virtual Machines, Preise und Funktionen, Preise für Linux-VMs, Felder der Kostendetails, Azure Retail Prices API; Google Cloud Spot VMs, Preemptible VM instances, Preise für Spot VMs, Preise für VM-Instanzen, Preise für General-Purpose-VMs, Preisinformationen abrufen; FinOps Foundation Pricing Category.