Staffelpreise in der Cloud sind Preise je Einheit, die sinken, sobald die Nutzung innerhalb eines Abrechnungszeitraums veröffentlichte Schwellen überschreitet, etwa beim Objektspeicher oder beim Datentransfer ins Internet. Daneben senkt Google Cloud mit den Sustained Use Discounts den Preis mancher Compute-Engine-Ressourcen, die einen großen Teil des Monats laufen. Beides greift ohne Kauf; die Zähler beginnen mit jedem Abrechnungszeitraum neu, bei Google-SKUs mit Tagesaggregation täglich. Für die Rechnung heißt das: Dieselbe Menge kostet je Einheit in verschiedenen Monaten und Konten unterschiedlich viel, je nachdem, welche Nutzung mitgezählt wurde.
So funktioniert es
Bei Staffelpreisen gilt jeder Preis nur für die Einheiten innerhalb seiner Stufe: Die ersten Einheiten zahlen den Preis der ersten Stufe, erst die Einheiten oberhalb der Schwelle den niedrigeren. Der Preis je Einheit einer Zeile ist damit ein Mittelwert, der von der Gesamtmenge abhängt. Zwei Fragen entscheiden über ihn: Welche Nutzung wird zusammengezählt, und wann beginnt der Zähler neu? Wie Menge und Preis eine Zeile bilden, beschreibt Nutzung, Preis und Posten auf der Cloud-Rechnung.
AWS
Amazon S3 Standard ist je Monat in drei Stufen bepreist: die ersten 50 TB, die nächsten 450 TB und alles über 500 TB, jeweils je GB. Der Datentransfer ins Internet ist ebenfalls gestaffelt, und die Stufe ergibt sich aus der Summe über mehrere Dienste, darunter Amazon EC2, Amazon S3 und Amazon RDS. Mit Consolidated Billing behandelt AWS alle Konten einer Organisation für die Staffeln als ein Konto: Die Stufe folgt aus der gemeinsamen Nutzung, und jedes Mitgliedskonto erhält einen Anteil des Mengenrabatts nach seiner Nutzung. Im Cost and Usage Report bezeichnet pricing_rate_code die Kombination aus Produkt, Angebot und Preisstufe.
Azure
Der Internet-Egress ist je Quellkontinent gestaffelt: die ersten 100 GB im Monat frei, dann Stufen für die nächsten 10 TB, 40 TB, 100 TB und 350 TB, wobei Microsoft 1 TB als 1.000 GB rechnet. Die Azure Retail Prices API liefert für jede Stufe einen eigenen Datensatz mit tierMinimumUnits, der Mindestmenge, ab der der Preis gilt; in den Kostendetails enthält EffectivePrice die Staffel bereits. Unter einem Microsoft Customer Agreement wird die Nutzung monatlich je Billing Profile zusammengezählt, und die Staffelpreise werden je Billing Profile bestimmt, nicht über mehrere hinweg.
Google Cloud
Google staffelt je SKU. Der Preisexport nach BigQuery führt die Stufen in list_price.tiered_rates mit start_usage_amount und Preis, und aggregation_info legt fest, worüber gezählt wird: je Cloud-Billing-Konto (ACCOUNT) oder Projekt (PROJECT), je Tag (ONE_DAY) oder Monat (ONE_MONTH). Die Zähler beginnen um Mitternacht US-Pazifikzeit neu. Staffeln wirken nie über mehrere Cloud-Billing-Konten hinweg, auch nicht innerhalb derselben Organisation oder Rechtsperson. Im Standardexport zeigt price.tier_start_amount die Untergrenze der Stufe einer Zeile.
Sustained Use Discounts
Compute Engine gewährt Sustained Use Discounts (SUDs) auf Ressourcen, die mehr als ein Viertel des Abrechnungsmonats laufen und keinen anderen Rabatt erhalten. Berechtigt sind vCPUs und Arbeitsspeicher der Serien N1, N2, N2D, C2, M1 und M2, Sole-Tenant-Nodes und GPUs an N1-Maschinen. Der Rabatt wächst in Stufen bei 25, 50, 75 und 100 Prozent des Monats bis zu höchstens 20 Prozent (N2, N2D, C2) oder 30 Prozent (N1, M1, M2, f1-micro, g1-small). Google fasst dafür die Nutzung je Maschinenfamilie und Region im Konto zusammen. Berechtigt sind nur Self-Serve-Konten (Online-Abrechnung); Nutzung unter Committed Use Discounts, Spot VMs und Preemptible VMs erhält keine SUDs. Der Rabatt kommt am Monatsende als Gutschrift ohne Barwert, im Export mit credits.type = SUSTAINED_USAGE_DISCOUNT.
| Anbieter | Mechanismus | Gezählt über | Neubeginn | In den Daten |
|---|---|---|---|---|
| AWS | Staffeln, etwa S3 Standard, Datentransfer ins Internet | Organisation mit Consolidated Billing; beim Datentransfer mehrere Dienste | Monat | pricing_rate_code |
| Azure | Staffeln, etwa Internet-Egress | Billing Profile (Microsoft Customer Agreement) | Monat | tierMinimumUnits, EffectivePrice |
| Google Cloud | Staffeln je SKU | Cloud-Billing-Konto oder Projekt | Tag oder Monat, Pazifikzeit | tiered_rates, aggregation_info, price.tier_start_amount |
| Google Cloud | Sustained Use Discounts | Maschinenfamilie und Region im Cloud-Billing-Konto | Monat | Gutschrift SUSTAINED_USAGE_DISCOUNT |
Was es für Ihre Kosten bedeutet
Ein Preis je Einheit steht erst fest, wenn die Menge des Zeitraums die Stufe bestimmt hat; ein Tageswert mitten im Monat ist vorläufig. Ein Vergleich von Stückkosten über Konten oder Monate muss deshalb sagen, ob die Staffeln gemeinsam gezählt wurden. Bei AWS hängt der Satz eines Kontos von der Nutzung der ganzen Organisation ab, bei Azure und Google endet die Zählung an der Grenze des Billing Profile oder Cloud-Billing-Kontos. Eine neue Kontenstruktur verändert so den Preis, ohne dass sich die Nutzung ändert (Abrechnungskonten und Hierarchien).
SUDs erscheinen nicht als niedrigerer Preis, sondern als Gutschrift neben einem Posten zum vollen Preis. Ein Bericht, der nur cost summiert, zeigt berechtigte VMs ohne Rabatt; erst mit den Gutschriften ergeben sich die Kosten nach Rabatt (Listen-, berechnete, effektive, amortisierte Kosten). Weil SUDs nur Nutzung ohne anderen Rabatt erreichen, ersetzt ein Committed Use Discount auf derselben Nutzung den SUD, und der Vorteil der Zusage bemisst sich dort am SUD-Preis (Committed Use Discounts bei Google Cloud).
In FOCUS zählen Staffelpreise zur PricingCategory Standard. Die Access Tiers von Speicherklassen wie S3 Intelligent-Tiering sind keine Preisstaffeln: Sie unterscheiden Zugriffsmuster, nicht Mengen (Speicherklassen und Lebenszyklus). Wie der Listenpreis selbst entsteht, beschreibt On-Demand-Preise, was Datentransfer kostet, Datentransfer und Egress.
Wo es schiefgeht
- Satz ändert sich ohne eigene Mehrnutzung. Symptom: ein AWS-Konto zahlt je GB mehr oder weniger als im Vormonat, bei gleicher Menge. Ursache: die Stufe folgt aus der Nutzung der ganzen Organisation.
- Neues Billing Profile, höherer Preis. Symptom: nach einer Aufteilung steigen Egress- oder Speicherkosten ohne zusätzliche Nutzung. Ursache: Azure bestimmt Staffelpreise je Billing Profile, Google je Cloud-Billing-Konto.
- SUD in der Kostenzeile gesucht. Symptom: N1- oder N2-VMs erscheinen im Bericht zum vollen Preis. Ursache: Google gewährt SUDs als monatliche Gutschrift, die ein Bericht ohne
creditsnicht zeigt. - Kein SUD trotz Dauerlast. Symptom: VMs laufen den ganzen Monat ohne Rabatt. Ursache: die Serie fehlt auf der Liste (etwa E2 oder N4), das Konto ist kein Self-Serve-Konto, oder ein CUD deckt die Nutzung.
- Projekt im Monat umgezogen. Symptom: der SUD fällt niedriger aus als im Vormonat bei gleicher Laufzeit. Ursache: im neuen Cloud-Billing-Konto beginnt die Zählung bei null, und beide Konten erhalten getrennte SUDs.
Beispiel
Microsoft nennt am 2026-10-16 auf der Preisseite für Bandbreite diese Preise für Internet-Egress über das Microsoft Premium Global Network aus Nordamerika und Europa, also auch aus Germany West Central, in US-Dollar je GB:
| Monatliche Menge | Preis je GB |
|---|---|
| erste 100 GB | frei |
| nächste 10 TB | 0,087 USD |
| nächste 40 TB | 0,083 USD |
| nächste 100 TB | 0,07 USD |
| nächste 350 TB | 0,05 USD |
Google dokumentiert für Ressourcen mit 30 Prozent Höchstrabatt, dass die vier Viertel des Monats zu 100, 80, 60 und 40 Prozent des On-Demand-Preises berechnet werden; eine Ressource, die den halben Monat läuft, erhält so effektiv 10 Prozent, eine über den ganzen Monat 30 Prozent.
Quellen
Gelesen am 2026-10-16. AWS Amazon S3 Preise, Amazon EC2 On-Demand-Preise, Datentransfer, Effective billing date, account activity, and volume discounts, Pricing-Spalten im CUR 2.0; Microsoft Preise für Bandbreite, Azure Retail Prices API, Kostendetails einlesen, Rechnung nach Bedarf gliedern; Google Cloud Sustained Use Discounts, Preise für VM-Instanzen, Struktur des Preisexports, Struktur des Standardexports; FinOps Foundation Pricing Category.