Eine Kostendimension ist ein Merkmal einer Abrechnungszeile, nach dem Cloud-Kosten gefiltert und gruppiert werden: Provider, Konto, Subscription oder Projekt, Dienst, Region, Nutzungsart, Ressource, Tag oder Label, Kostenkategorie oder Segment. Filtern verkleinert die Summe, Gruppieren teilt dieselbe Summe in Teile. Für die Rechnung ist der Unterschied entscheidend: Die Teile eines gruppierten Berichts ergeben zusammen den Betrag ohne Gruppierung, ein gefilterter Bericht zeigt dagegen bewusst weniger. Welche Dimensionen es gibt, bestimmen die Abrechnungsdaten; welche davon einem Team oder Produkt gehören, bestimmt die Zuordnung.
So funktioniert es
Jede Zeile trägt Merkmale, die der Provider selbst schreibt, etwa Konto, Dienst, Region, Nutzungsart und Ressource, und solche, die das Unternehmen setzt: Tags, Kostenkategorien, Segmente. Ein Filter wählt Werte aus und lässt den Rest weg, die Differenz zur Rechnung ist dann gewollt. Gruppieren lässt alles drin und verteilt es auf die Werte einer Dimension. Damit die Teile die Summe ergeben, braucht jede Zeile genau einen Wert; wo keiner gesetzt ist, sammelt der Provider die Kosten in einer Restzeile. Die Tabelle zeigt, wie dieselbe Dimension in den Konsolen und in FOCUS heißt.
| Dimension | FOCUS-Spalte | AWS Cost Explorer | Azure-Kostenanalyse | Google Cloud Billing reports |
|---|---|---|---|---|
| Provider | ServiceProviderName | Provider | ||
| Konto, Subscription, Projekt | SubAccountId | Linked account | Subscription | Project |
| Dienst | ServiceName | Service | Service name | Service |
| Region | RegionId | Region | Location | Location: Region or multi-region |
| Nutzungsart | SkuId, SkuMeter | Usage type | Meter | SKU |
| Ressource | ResourceId | Resources, nach Opt-in, für EC2 | Resource | nicht verfügbar |
| Tag oder Label | Tags | Tag, nur aktivierte | Tag | Label keys |
| Kostenkategorie | Cost category | |||
| Art der Kosten | ChargeCategory | Charge type | Charge type | Filter Savings und Invoice level charges |
AWS
Cost Explorer filtert unter anderem nach Linked account, Service, Region, Availability Zone, Usage type, Usage type group, Instance type, Purchase option, Charge type, Billing entity, Resources und Tag. Mehrere Werte in einem Filter verknüpft es mit ODER, mehrere Filter mit UND. In der Konsole wählt man eine Group-by-Option; ohne sie zeigt Cost Explorer die Gesamtkosten, und für gruppierte Diagramme gibt es keine Prognose. Im Diagramm stehen höchstens zehn Reihen; gibt es mehr Werte, fasst die zehnte alle übrigen zusammen, einzeln erscheinen sie nur in der Tabelle darunter. Die API GetCostAndUsage gruppiert nach bis zu zwei Merkmalen, etwa Dimensionen, Tag-Schlüsseln oder Cost Categories. Steuern lässt Cost Explorer weg, sobald ein anderer Filter als Linked account gesetzt ist. Tags erscheinen erst, wenn sie als Cost Allocation Tags aktiviert sind; Kosten ohne den Schlüssel zeigt Cost Explorer als „No tag key“.
Azure
Die Kostenanalyse gruppiert nach genau einem Merkmal. Für zwei Ebenen empfiehlt Microsoft, die gröbere als Filter zu setzen und nach der feineren zu gruppieren, also etwa eine Ressourcengruppe auszuwählen und ihre Kosten nach Ressource aufzuteilen; die Query-API erlaubt bis zu zwei Gruppierungen. Im Diagramm stehen die zehn größten Werte, bei mehr als zehn die neun größten und eine Gruppe Others; die Tabelle mit der Granularität None zeigt alle. Beim Gruppieren nach einem Tag-Schlüssel teilt Azure den Rest in drei Werte: Tags not supported, Tags not available und Untagged. Untagged sortiert Azure unabhängig von der Höhe ans Ende, und ab zehn Tag-Werten verschwindet es in Others. Tags gelten für Nutzung ab dem Setzen, nicht rückwirkend. Mehrere Filter verengen einander: Der zweite bietet nur Werte an, die der erste übrig lässt.
Google Cloud
Die Cloud Billing reports gruppieren nach einer Dimension oder nach Datum beziehungsweise Monat und einer Dimension, etwa Date > Project. Zur Wahl stehen unter anderem Project, Project hierarchy, Service, SKU, Location und Label keys, ein Label-Schlüssel auf einmal. Kosten ohne Projekt erscheinen als [Charges not specific to a project], Kosten ohne den gewählten Schlüssel als [Charges for other usage]; Labels auf dem Projekt selbst zählen beim Gruppieren nicht. Gefiltert wird nach Unterkonten, Ordnern und Organisationen, Projekten, Produkten, Diensten, SKUs, Standorten, Labels, Einsparungen und Posten auf Rechnungsebene. Unterhalb der SKU, etwa nach Ressourcen-ID, gehen die Berichte nicht; das leistet der detaillierte BigQuery-Export. Umgekehrt gibt es manche Filter und Gruppierungen nur im Bericht und nicht im Exportschema.
FOCUS
FOCUS 1.4 gibt den gängigen Dimensionen herstellerneutrale Namen, Tags als JSON-Objekt. Den Provider nennt seit Version 1.3 ServiceProviderName, das die entfernte Spalte ProviderName ersetzt. Wie die Provider die Spalten füllen, beschreibt FOCUS-Spalten und das Mapping der Anbieter.
Was es für Ihre Kosten bedeutet
Gruppieren ändert keinen Euro auf der Rechnung, es ordnet nur. Die Restzeile ist dabei die eigentliche Kennzahl: Was unter Untagged, „No tag key“ oder [Charges for other usage] steht, kann ein Bericht nach Team oder Produkt nicht erklären. Wie groß dieser Anteil ist und woraus er besteht, behandelt Tag-Abdeckung und nicht getaggte Kosten. Eigene Dimensionen, die mehrere Bedingungen verbinden, baut man als Segmente (Segmente und Hierarchien der Kostenzuordnung).
Ein Filter verändert die Summe, deshalb gehört er sichtbar in den Bericht. Wer einen nach Dienst gefilterten AWS-Bericht neben die Rechnung legt, vermisst zusätzlich die Steuern.
Zwei Dimensionen zugleich vervielfachen die Zeilen: Hat Dimension A a Werte und Dimension B b Werte, entstehen bis zu a × b Zeilen, und jede weitere Dimension multipliziert erneut. Die Konsolen begrenzen das mit einer Gruppierung, AWS und Azure zudem mit einem Diagramm aus zehn Werten. Für Kreuzauswertungen bleibt der Weg über Filter und Gruppierung, die API mit zwei Gruppierungen oder eine Abfrage auf dem Export.
Über mehrere Provider braucht jede Dimension ein Mapping, weil dieselbe Frage drei Namen hat: Linked account, Subscription, Project. FOCUS liefert dieses Mapping für die Spalten, nicht für die Werte; ein Tag-Schlüssel muss bei allen Providern gleich geschrieben sein, damit eine Gruppierung über alle hinweg zusammenfindet.
Wo es schiefgeht
- Others verschluckt den Treiber. Symptom: Ein wachsender Dienst ist im Diagramm nicht zu sehen. Ursache: Cost Explorer und Azure zeigen neun Werte einzeln und fassen den Rest zusammen; die Tabelle zeigt alle.
- Untagged übersehen. Symptom: Im Azure-Diagramm wirken die Teams vollständig erfasst. Ursache: Untagged steht immer am Ende und geht ab zehn Tag-Werten in Others auf.
- Tag wirkt erst ab Aktivierung. Symptom: Frühere Monate stehen fast ganz unter „No tag key“. Ursache: AWS zeigt einen Schlüssel ab der Aktivierung, frühere Monate nur nach einem Backfill über höchstens zwölf Monate; Azure und Google zählen ab dem Setzen des Tags oder Labels.
- Filter verschweigt Steuern. Symptom: Die nach Dienst gefilterten AWS-Berichte ergeben zusammen weniger als die Rechnung. Ursache: Bei Filtern außer Linked account lässt Cost Explorer Steuern weg.
- Gruppierung ohne Gegenstück im Export. Symptom: Eine Auswertung aus dem Google-Bericht lässt sich in BigQuery nicht nachbauen. Ursache: Manche Filter und Gruppierungen gibt es nur im Bericht.
- Projekt-Label erwartet. Symptom: Beim Gruppieren nach einem Label fehlt ein ganzes Projekt. Ursache: Google wertet Labels auf Projekten dabei nicht aus.
Quellen
Gelesen am 2026-10-16. AWS Daten in Cost Explorer filtern, Diagramm anpassen und gruppieren, das Cost-Explorer-Diagramm, GetCostAndUsage, Cost Allocation Tags, Backfill von Cost Allocation Tags und, im Cloud Financial Management Blog, Tagging-Strategie mit Cost-Explorer-Bericht „No tag key“; Microsoft Ansichten in der Kostenanalyse anpassen, Gruppier- und Filteroptionen und Query-API, Usage; Google Cloud Cloud Billing reports und Cloud-Billing-Daten nach BigQuery exportieren; FOCUS Spezifikation 1.4, Spalte Service Provider Name und Spalte Tags.