Cloud-Backup kostet bei AWS, Azure und Google Cloud in erster Linie gespeicherte Kopien: Snapshots von Datenträgern, Sicherungen in einem Backup-Dienst und replizierte Daten für Disaster Recovery werden je Gigabyte und Monat berechnet, dazu kommen je nach Anbieter eine Gebühr je geschützter Instanz oder je repliziertem Server, Kopien in andere Regionen und Wiederherstellungen. Für die Rechnung heißt das: Backup-Kosten wachsen mit Aufbewahrungsdauer und Änderungsrate, nicht mit der Last, und sie laufen weiter, wenn die gesicherte Ressource längst gelöscht ist.

So funktioniert es

Drei Ebenen erzeugen Kosten: Snapshots einzelner Datenträger, verwaltete Backup-Dienste mit Richtlinien und Tresoren sowie Replikation, die eine Umgebung für den Notfall bereithält.

Snapshots

Bei AWS ist der erste EBS-Snapshot eines Volumes vollständig, jeder weitere inkrementell: Er speichert nur Blöcke, die seit dem letzten Snapshot geändert oder neu geschrieben wurden, und berechnet wird die Größe der Daten, nicht die des Volumes. Beim Archivieren wird ein Snapshot in der Stufe EBS Snapshots Archive zu einem vollständigen; sie kostet weniger je GB-Monat, verlangt 90 Tage Mindestaufbewahrung und berechnet den Abruf je GB.

Snapshots von Managed Disks sind bei Azure vollständig oder inkrementell. Inkrementelle liegen unabhängig vom Quelldatenträger auf Standard HDD, mit ZRS, wo verfügbar, sonst mit LRS, und werden nur nach belegter Größe berechnet.

Standard- und Archiv-Snapshots von Google Cloud sind inkrementell, liegen redundant in einer oder mehreren Regionen und werden nach ihrer gesamten Größe berechnet; Archiv-Snapshots kosten weniger und brauchen länger für die Wiederherstellung. Anders als Instant-Snapshots überdauern beide das Löschen ihres Datenträgers.

Backup-Dienste

AWS Backup berechnet Speicher je GB-Monat in Warm und Cold Storage, Wiederherstellungen je GB und Kopien in andere Regionen je übertragenem GB. Cold Storage gibt es nur für einige Ressourcentypen, darunter EBS und EFS, mit 90 Tagen Mindestaufbewahrung. Bei Kopien vollständig verwalteter Ressourcen zahlt das Quellkonto den Transfer, den Speicher stets das Zielkonto.

Azure Backup trennt zwei Meter: eine Monatsgebühr je geschützter Instanz nach belegter Größe (bis 50 GB, bis 500 GB, darüber je angefangene 500 GB) und Backup Storage je GB nach Stufe und Redundanz. Die Standardstufe gibt es mit LRS, ZRS und GRS; die Archivstufe für Langzeitsicherungen hat 180 Tage Mindestaufbewahrung und eine Abrufgebühr. Wiederherstellungen aus der Standardstufe kosten weder Transaktionen noch Egress.

Der Backup and DR Service von Google Cloud berechnet Speicher im Backup-Vault je GiB, eine Verwaltungsgebühr je GiB geschützter Quellkapazität (bei VMs die Größe der VM, nicht der belegte Speicher) und Transfer zwischen Regionen. Die SKUs mit den Präfixen BackupDR: Storage, BackupDR: Management und BackupDR: Networking werden laut Preisseite seit dem 2024-12-02 berechnet; in der Vorschau des Backup-Vaults waren sie frei.

Replikation für Disaster Recovery

AWS Elastic Disaster Recovery kostet je replizierendem Quellserver und Stunde, dazu kommen Ressourcen im eigenen Konto: je Quelldatenträger ein gleich großer Staging-Datenträger, Replikationsserver auf EC2 und EBS-Snapshots für Wiederherstellungspunkte; die vollständigen Server laufen nur bei Übungen und im Ernstfall. Azure Site Recovery berechnet je geschützter Instanz und Monat, jede Instanz ist die ersten 31 Tage frei; Replikatspeicher, Snapshots, Transaktionen und Egress fallen auch in dieser Zeit an, Rechenleistung erst beim Failover. Bei Google Cloud entsteht die Kopie für den Notfall über Backup-Vaults in einer anderen Region oder Multi-Region, mit Gebühren für Transfer oder Upload je GiB.

AWSAzureGoogle Cloud
SnapshotEBS-Snapshot, inkrementell, je GB-MonatInkrementeller Managed-Disk-Snapshot nach belegter GrößeStandard- und Archiv-Snapshot nach gespeicherter Größe
Backup-DienstAWS Backup: GB-Monat, Wiederherstellung je GBAzure Backup: Instanz je Monat plus Speicher je GBBackup and DR Service: Speicher und Verwaltung je GiB
Disaster RecoveryElastic Disaster Recovery: Server je Stunde plus StagingSite Recovery: Instanz je Monat ab Tag 32 plus ReplikateVault in anderer Region, Transfer je GiB

Was es für Ihre Kosten bedeutet

Der Speicher einer Sicherung wächst mit Aufbewahrungsdauer mal Änderungsrate. Gehen Kopien in eine zweite Region, kommt Datentransfer hinzu, berechnet wie in Datentransfer und Egress beschrieben.

In den Abrechnungsdaten trennen sich die Ebenen: Snapshots stehen bei den Datenträgern, bei AWS unter dem Dienst Amazon EC2 (Nutzungstyp EBS:SnapshotUsage, im Cost Explorer als EC2-Other), bei Azure unter Managed Disks und bei Google Cloud unter Compute Engine; Backup-Dienste erscheinen als eigener Dienst mit getrennten Posten für Speicher, Instanzen oder Verwaltung; Disaster Recovery zeigt sich als Gebühr plus die Compute- und Speicherposten der Staging-Umgebung. Für inkrementelle Snapshots weist Azures täglicher Nutzungsbericht die belegte Größe geteilt durch die Tage des Monats als Menge aus.

Weil Kopien das Löschen ihrer Quelle überdauern, sind verwaiste Kopien eine Einsparungschance (siehe Ungenutzte und verwaiste Ressourcen). Zu entscheiden ist, wie lange welche Daten bleiben, was in eine Archivstufe mit Mindestaufbewahrung wandert, welche Kopien eine zweite Region brauchen und ob der Notfall über Wiederherstellung oder über laufende Replikation abgedeckt wird, die jeden Monat kostet. Die Preise der Speichertypen und Speicherklassen stehen in Block-, Objekt- und Dateispeicher und Speicherklassen und Lebenszyklus, die Sicherungen der Datenbankdienste in Verwaltete Datenbanken. Azure verkauft Backup Storage auch als reservierte Kapazität, eine Zusage der Art, die Reservierte Kapazität für Datenbanken, Speicher und Serverless beschreibt.

Wo es schiefgeht

  • Snapshots ohne Datenträger. Symptom: Der Snapshot-Speicher bleibt, obwohl die Volumes gelöscht sind. Ursache: Snapshots sind eigene Ressourcen und kosten, bis sie selbst gelöscht werden; Google dokumentiert ausdrücklich, dass Standard- und Archiv-Snapshots den Datenträger überdauern.
  • Schutz beendet, Daten behalten. Symptom: Azure Backup berechnet eine Instanz für eine VM, die es nicht mehr gibt. Ursache: Solange Daten im Tresor liegen, laufen Instanzgebühr und Speicher weiter; Google berechnet solche Daten über die SKU BackupDR: Management - In GCP - Long-Term Retention.
  • Vorzeitig gelöscht im Archiv. Symptom: Eine Gebühr für bereits gelöschten Speicher. Ursache: AWS Backup Cold Storage und EBS Snapshots Archive verlangen 90 Tage, die Archivstufe von Azure Backup 180 Tage, und der Rest wird anteilig berechnet.
  • Regionenkopie im falschen Budget. Symptom: Transfer im Produktionskonto, Speicher im Backup-Konto, und kein Budget sieht beides. Ursache: AWS Backup ordnet bei vollständig verwalteten Ressourcen den Transfer dem Quellkonto und den Speicher dem Zielkonto zu.
  • Staging, das weiterläuft. Symptom: EC2- und EBS-Posten in der Wiederherstellungsregion ohne Anwendung. Ursache: Elastic Disaster Recovery betreibt Replikationsserver und Staging-Datenträger, solange Server repliziert werden.

Beispiel

Listenpreise in USD, gelesen am 2026-10-16. AWS in Europe (Frankfurt): EBS-Snapshot 0,054 USD je GB-Monat, EBS Snapshots Archive 0,0135 USD; Elastic Disaster Recovery 0,028 USD je Quellserver und Stunde. Azure in Germany West Central: Azure Backup 5 USD im Monat für eine Instanz bis 50 GB, 10 USD bis 500 GB und 10 USD je angefangene 500 GB darüber, Backup Storage Standard 0,03 USD je GB mit LRS und 0,06 USD mit GRS; Site Recovery nach Azure 25 USD je Instanz und Monat nach 31 freien Tagen. Google Cloud in Frankfurt (europe-west3): Speicher im Backup-Vault 0,052 USD je GiB und Monat.

Quellen

Gelesen am 2026-10-16. So funktionieren Amazon-EBS-Snapshots, Amazon EBS Preise, Amazon-EBS-Abrechnungsinformationen verstehen, AWS Backup Preise, AWS Elastic Disaster Recovery Preise, Inkrementelle Snapshots für Managed Disks, Azure Backup Preise, Azure Site Recovery Preise, Archiv- und Standard-Disk-Snapshots, Preise für den Backup and DR Service.