CDN-Kosten entstehen bei AWS, Azure und Google Cloud vor allem aus den Daten, die ein Content Delivery Network von seinen Edge-Standorten an die Nutzenden ausliefert, und aus den Anfragen, die dort ankommen; dazu kommen je nach Anbieter die Füllung des Caches vom Ursprung, eine Grundgebühr oder ein Pauschaltarif. Für die Rechnung heißt das: Ausgelieferte Bytes kosten am Edge andere Preise als regionaler Egress, und jeder Cache-Fehltreffer fügt Kosten am Ursprung hinzu, sodass die Trefferquote des Caches über die Gesamtkosten mitentscheidet.
So funktioniert es
Ein Treffer im Cache wird am Edge ausgeliefert; bei einem Fehltreffer holt der Edge-Standort das Objekt vom Ursprung, etwa einem Bucket oder einem Load Balancer. Abgerechnet werden die Auslieferung, die Anfragen und, je nach Anbieter, der Weg zwischen Edge und Ursprung.
AWS
CloudFront hat zwei Preismodelle. Pay-as-you-go berechnet Datentransfer ins Internet je GB nach Region der Edge-Standorte und Monatsvolumen, HTTP- und HTTPS-Anfragen je 10.000 und Datentransfer zum Ursprung, etwa für POST und PUT, je GB. Abrufe von AWS-Ursprüngen wie S3, EC2 oder Elastic Load Balancing sind frei. Origin Shield, Edge-Funktionen, Invalidierungen ab dem 1.001. Pfad im Monat und Echtzeit-Logs kosten extra; das Always Free Tier umfasst 1 TB und 10 Millionen Anfragen im Monat. Für feste Mindestvolumina, laut AWS in der Regel ab 10 TB im Monat, gibt es rabattierte Preise, ein Fall von individuellen Preisen.
Daneben verkauft AWS Pauschaltarife (flat-rate pricing plans) je Distribution und Monat in den Stufen Free, Pro, Business und Premium. Sie bündeln das CDN mit AWS WAF, DDoS-Schutz, Route 53 DNS, Log-Aufnahme, einem TLS-Zertifikat, Edge-Compute und S3-Speichergutschriften. Jede Stufe hat ein monatliches Kontingent an Anfragen und Datentransfer und keine Überschreitungsgebühren; das Kontingent ist keine harte Grenze, aber dauerhafte Überschreitung kann dazu führen, dass AWS die Auslieferung anpasst, etwa über weniger oder entferntere Edge-Standorte. Von WAF oder DDoS-Schutz blockierte Anfragen zählen nicht, und Lambda@Edge bleibt nutzungsabhängig.
Azure
Azure Front Door Standard und Premium berechnen eine Grundgebühr je Profil, stundenweise abgerechnet, Datentransfer vom Edge zum Client je GB nach Zone und Volumen, Datentransfer vom Edge zum Ursprung je GB und Anfragen je 10.000, bei Premium zu einem höheren Satz, der WAF und Private Link einschließt. Der Transfer von einem Ursprung in einem Azure-Rechenzentrum zum Edge ist frei.
Azure CDN Standard from Microsoft (classic) wird am 2027-09-30 eingestellt. Seit dem 2025-08-15 nimmt der Dienst keine neuen Ressourcen, Domains oder verwalteten Zertifikate mehr an; Microsoft verweist auf Front Door Standard oder Premium.
Google Cloud
Cloud CDN arbeitet hinter einem externen Application Load Balancer und berechnet Cache-Datentransfer (cache data transfer out) je GiB nach Zielgebiet und Monatsvolumen, gezählt je Projekt und Ziel, Cache-Füllung (cache fill) je GiB nach Quelle und Ziel und Cache-Lookups für GET- und HEAD-Anfragen je 10.000. Bei einem Fehltreffer kommen Cache-Füllung und die Datenverarbeitung des Load Balancers oder die Operationen von Cloud Storage hinzu; sie ersetzen den Datentransfer, der bei direkter Auslieferung anfiele. Nicht cachebare Inhalte kosten Lookup, Verarbeitung im Load Balancer und normalen Internet-Egress, und Anfragen an externe Ursprünge kosten den Internet-Egress-Preis. Die Gebühren des Load Balancers selbst stehen in Load Balancer, NAT-Gateways und öffentliche IPs.
| AWS CloudFront | Azure Front Door | Google Cloud CDN | |
|---|---|---|---|
| Auslieferung | je GB nach Region und Volumen | Edge zum Client je GB nach Zone und Volumen | Cache-Datentransfer je GiB nach Ziel und Volumen |
| Anfragen | HTTP und HTTPS je 10.000 | je 10.000, Premium teurer | Lookups je 10.000 |
| Ursprung | Abruf von AWS frei, zum Ursprung je GB | von Azure frei, Edge zum Ursprung je GB | Cache-Füllung je GiB plus Load Balancer oder Cloud Storage |
| Feste Gebühren | keine bei Pay-as-you-go | Grundgebühr je Profil | Weiterleitungsregeln des Load Balancers |
| Tarifoptionen | Pauschaltarife Free bis Premium | Standard oder Premium | Mengenrabatt ab 500 TiB im Monat auf Anfrage |
Was es für Ihre Kosten bedeutet
Die Trefferquote des Caches entscheidet, wie viel Verkehr den Ursprung noch verlässt. Fällt sie, wachsen CDN-Posten und Ursprungskosten gemeinsam, statt dass der eine den anderen ersetzt; diesen Fall und die Preise für regionalen Egress beschreibt Datentransfer und Egress. Liegt der Ursprung in einem Bucket, gehören dessen Anfragen und Speicher zu Block-, Objekt- und Dateispeicher.
In den Abrechnungsdaten steht das CDN als eigener Dienst mit Posten je Gebiet oder Zone und je Art: Auslieferung, Anfragen, Füllung, Grundgebühr. Bei Google landen die Cloud-CDN-Gebühren für cachebare Inhalte im Projekt mit dem CDN-fähigen Backend-Dienst, auch wenn die Weiterleitungsregel in einem anderen Projekt liegt. Ein Pauschaltarif von CloudFront ersetzt die nutzungsabhängigen Preise der gebündelten Dienste durch einen Monatspreis je Distribution; Lastspitzen zeigen sich dann im Kontingent, nicht im Betrag.
Sprünge in einem CDN-Posten sind ein Fall für die Erkennung von Anomalien, denn eine neue Cache-Regel, eine Kampagne oder ein Angriff verändert Volumen und Trefferquote innerhalb eines Tages (Erkennung von Kostenanomalien). Zu entscheiden sind Pay-as-you-go oder Pauschaltarif, Standard oder Premium, die Zahl der Front-Door-Profile, die Lage des Ursprungs zu den Nutzenden und der Abschied vom klassischen Azure CDN.
Wo es schiefgeht
- Ursprung in einer entfernten Region. Symptom: Die Cache-Füllung von Cloud CDN kostet den Satz, den Google „inter-region cache fill (for example between Asia Pacific and North America)“ nennt, statt den Satz „within North America or Europe“. Ursache: Der Backend-Dienst liegt in einem anderen Gebiet als die Nutzenden, die er bedient.
- Grundgebühr je Profil. Symptom: Mehrere Front-Door-Grundgebühren für Test- und Entwicklungsumgebungen mit kaum Verkehr. Ursache: Die Grundgebühr fällt je Profil an, unabhängig vom Verkehr, während mehrere Endpunkte in einem Profil sie teilen.
- Kontingent dauerhaft überschritten. Symptom: Keine Mehrkosten, aber Benachrichtigungen bei 50, 80 und 100 Prozent des Kontingents und später langsamere Auslieferung. Ursache: CloudFront-Pauschaltarife berechnen keine Überschreitung, passen bei dauerhaft höherer Nutzung aber die Auslieferung an.
- Lambda@Edge neben dem Pauschaltarif. Symptom: Lambda@Edge-Posten trotz Pauschaltarif. Ursache: Lambda@Edge wird in allen Stufen nutzungsabhängig berechnet, enthalten sind nur CloudFront Functions.
Beispiel
Listenpreise in USD, gelesen am 2026-10-16. CloudFront Pay-as-you-go für Europa, Israel und die Türkei: nach dem freien ersten TB im Monat 0,085 USD je GB für die nächsten 9 TB, Datentransfer zum Ursprung 0,02 USD je GB; Pauschaltarife je Distribution und Monat: Free 0 USD, Pro 15 USD, Business 200 USD, Premium 1.000 USD. Azure Front Door, Zone Europa: 0,083 USD je GB vom Edge zum Client für die ersten 10 TB, 0,02 USD je GB vom Edge zum Ursprung, 0,009 USD je 10.000 Anfragen (Standard), Grundgebühr 35 USD (Standard) und 330 USD (Premium) im Monat. Google Cloud CDN mit Ziel Europa: 0,08 USD je GiB Cache-Datentransfer für die ersten 10 TiB, Cache-Füllung 0,01 USD je GiB „within North America or Europe“ und 0,04 USD je GiB für „inter-region cache fill (for example between Asia Pacific and North America)“, 0,0075 USD je 10.000 Lookups.
Quellen
Gelesen am 2026-10-16. Amazon CloudFront Preise, Amazon CloudFront Pay-as-you-go-Preise, CloudFront flat-rate pricing plans im Developer Guide, Azure Front Door Preise, Preisvergleich der Azure-Front-Door-Stufen, FAQ zur Einstellung von Azure CDN Standard from Microsoft (classic), Cloud CDN Preise, Cloud Load Balancing Preise.