Managed Kubernetes kostet bei AWS, Azure und Google Cloud zweierlei: eine Gebühr je Cluster und Stunde für die Steuerungsebene, die der Anbieter betreibt, und die Kapazität, auf der die Pods laufen, entweder als virtuelle Maschinen im Knotenpool oder als angeforderte Pod-Ressourcen. Einen Preis für „den Cluster“ gibt es deshalb nicht: Auf der Rechnung stehen die Clustergebühr, die Knoten als gewöhnliche Compute-Posten und daneben Datenträger, IP-Adressen und Netzwerkverkehr, und das Abrechnungsmodell entscheidet, ob ungenutzte Knotenkapazität mitbezahlt wird.

So funktioniert es

Die Steuerungsebene (API-Server, etcd, Scheduler) kostet je Cluster und Stunde, unabhängig von der Zahl der Knoten, und mehr, wenn ein Cluster eine Kubernetes-Version über die Standardunterstützung hinaus nutzt. Die Worker-Kapazität folgt einem von zwei Modellen. Knotenbasiert sind die Knoten virtuelle Maschinen mit dem Stundenpreis ihres Instanztyps und kosten, bis sie gelöscht sind, ob Pods darauf laufen oder nicht. Podbasiert zahlt man angeforderte vCPU, Arbeitsspeicher und Speicher je Sekunde, und Knoten erscheinen nicht auf der Rechnung.

AWS

Amazon EKS berechnet je Cluster und Stunde einen Satz nach Kubernetes-Version: 14 Monate Standard Support ab Erscheinen der Version in EKS, danach 12 Monate Extended Support zu einem höheren Satz. Zusätzlich kosten Provisioned Control Plane (größere Stufen der Steuerungsebene, XL bis 8XL), EKS Auto Mode (eine Verwaltungsgebühr je gestarteter EC2-Instanz nach Instanztyp, zusätzlich zum EC2-Preis), Hybrid Nodes (je vCPU und Stunde) und EKS Capabilities. Die Knoten erscheinen als EC2-Instanzen, EBS-Volumes und öffentliche IPv4-Adressen unter Amazon VPC; Datentransfer zwischen Availability Zones berechnet AWS nach den Regeln aus Datentransfer und Egress.

AWS Fargate führt EKS-Pods und ECS-Tasks ohne eigene Knoten aus und berechnet angeforderte vCPU, Arbeitsspeicher, Betriebssystem, Architektur und Ephemeral Storage über die enthaltenen 20 GB hinaus, vom Beginn des Image-Downloads bis zum Ende, sekundengenau mit einer Minute Minimum (Windows fünf Minuten, nur unter ECS). Fargate Spot gibt es nur für ECS. Amazon ECS selbst erhebt keine Orchestrierungsgebühr, ECS Managed Instances aber eine Verwaltungsgebühr je Instanz.

Azure

AKS kennt drei Tarife der Clusterverwaltung. Free kostet nichts und hat kein finanziell abgesichertes SLA (bis 1.000 Knoten, empfohlen für weniger als 10). Standard bringt das Uptime-SLA und bis zu 5.000 Knoten, Premium zusätzlich Long Term Support für 24 Monate; beide kosten je Cluster und Stunde. Für AKS Automatic, vorkonfiguriert auf Standard, nennt die Preisseite eine Gebühr je Cluster für die gehosteten Komponenten und eine Gebühr je vCPU nach VM-Kategorie zusätzlich zu den VM-Kosten. Die Knoten werden als virtuelle Maschinen berechnet, Datenträger und öffentliche IP-Adressen getrennt.

Azure Container Apps betreibt Container ohne Cluster. Der Consumption-Plan berechnet vCPU-Sekunden, GiB-Sekunden und Anfragen, mit 180.000 vCPU-Sekunden, 360.000 GiB-Sekunden und 2 Millionen Anfragen frei je Abonnement und Monat; Mindestrepliken im Leerlauf kosten einen reduzierten Leerlaufsatz, auf null skalierte Apps nichts. Der Dedicated-Plan berechnet Workload-Profile je vCPU- und GiB-Stunde plus eine Verwaltungsgebühr.

Google Cloud

GKE berechnet jedem Cluster dieselbe Verwaltungsgebühr je Stunde, ob zonal, regional oder Autopilot. Der Free Tier gibt je Rechnungskonto eine monatliche Gutschrift im Wert eines zonalen oder Autopilot-Clusters; für regionale Cluster und Compute gilt sie nicht. Im Extended Release Channel kostet ein Cluster nach dem Ende der Standardunterstützung einen Aufschlag je Stunde.

Autopilot rechnet allgemeine Workloads podbasiert ab: CPU, Arbeitsspeicher und Ephemeral Storage aus den Resource Requests, sekundengenau, für jeden eingeplanten Pod, auch in CrashLoopBackOff, nie für ungenutzten Platz. Wählt ein Pod bestimmte Hardware (GPUs, Maschinenserien), zahlt man den ganzen Knoten plus einen Autopilot-Aufschlag. Cloud Run berechnet Container ohne Cluster anfragebasiert (CPU und Arbeitsspeicher nur während Start, Anfragen und Herunterfahren, dazu Anfragen je Million) oder instanzbasiert über die ganze Lebensdauer; dieselben Einheiten gelten für Serverless-Funktionen.

Was es für Ihre Kosten bedeutet

AWSAzureGoogle Cloud
SteuerungsebeneEKS je Cluster und Stunde, Extended Support teurerFree ohne Gebühr, Standard und Premium je Cluster und StundeGKE je Cluster und Stunde, ein Cluster je Rechnungskonto gutgeschrieben
Worker-EinheitEC2-Instanz, mit Auto Mode plus Gebühr je InstanzVM im Knotenpool, mit AKS Automatic plus Gebühr je vCPUCompute-Engine-Knoten oder Autopilot-Requests
Ohne ClusterFargateContainer AppsCloud Run
Daneben auf der RechnungEBS, öffentliche IPv4-Adressen, Verkehr zwischen ZonenDatenträger, öffentliche IP-AdressenDatenträger der Knoten, Backup for GKE, Multi Cluster Ingress

Die Clustergebühr steht als eigener Posten je Cluster unter dem Kubernetes-Dienst des Anbieters. Die Knoten stehen unter EC2, Virtual Machines oder Compute Engine und lassen sich dem Cluster nur über Tags und Labels zuordnen; Services vom Typ LoadBalancer erzeugen eigene Load Balancer mit Stundenpreis. Kein Posten nennt einen Namespace oder ein Team. Diese Sicht entsteht erst durch Kostenzuordnung aus Requests und Nutzung: die Datengrundlage beschreibt Kubernetes-Kostendaten, die Verteilung Kubernetes-Zuordnung. Clustergebühr, Systempods und freie Knotenkapazität bleiben geteilte Kosten.

Bei Fargate und Autopilot verschwindet freie Knotenkapazität von der Rechnung, zu groß gesetzte Requests kosten dafür unmittelbar. Zu entscheiden sind also das Modell, der Tarif der Steuerungsebene und ein Upgrade-Takt, der keinen Cluster in den Extended Support rutschen lässt. Savings Plans, Reservierungen und Committed Use Discounts gelten je nach Anbieter für Knoten, Fargate, Container Apps, Autopilot und Cloud Run (Wahl der Commitment-Art); Spot-Knoten beschreibt Spot-Kapazität.

Wo es schiefgeht

  • Extended Support nicht eingeplant. Symptom: Die EKS-Clustergebühr steigt ohne Änderung am Cluster von 0,10 auf 0,60 USD je Stunde. Ursache: Die Kubernetes-Version hat die 14 Monate Standard Support überschritten; der Extended Release Channel von GKE wirkt ebenso.
  • Free Tier für den falschen Cluster erwartet. Symptom: Trotz Free Tier erscheint die volle GKE-Verwaltungsgebühr. Ursache: Die Gutschrift gilt einmal je Rechnungskonto und nur für zonale und Autopilot-Cluster.
  • Requests, die niemand gesetzt hat. Symptom: Autopilot- oder Fargate-Kosten liegen über dem Verbrauch der Container. Ursache: Abgerechnet werden Requests, nicht Nutzung; Autopilot ergänzt fehlende, hebt zu kleine an und berechnet auch Pods in Fehlerschleifen.
  • Knoten ohne Workloads. Symptom: Die Compute-Posten eines Clusters bleiben gleich, obwohl Workloads entfernt wurden. Ursache: Knotenbasiert kostet jede Maschine bis zu ihrer Löschung, und eine Mindestgröße des Knotenpools hält sie am Leben.
  • Nebenposten außerhalb des Clusters. Symptom: Clustergebühr und Knoten erklären die Rechnung nicht. Ursache: Öffentliche IPv4-Adressen (bei Fargate je Task oder Pod), Load Balancer, Datenträger und Datentransfer zwischen Zonen laufen unter anderen Diensten.

Beispiel

Listenpreise, gelesen am 2026-10-16: Amazon EKS 0,10 USD je Cluster und Stunde im Standard Support, 0,60 USD im Extended Support (ohne Regionsauswahl gelistet); AKS Standard in Germany West Central 0,087998 EUR, Premium 0,527984 EUR je Cluster und Stunde (von Microsoft aus USD umgerechnet); GKE 0,10 USD je Cluster und Stunde für alle Clustertypen, Free-Tier-Gutschrift 74,40 USD je Rechnungskonto und Monat; GKE Autopilot in Frankfurt (europe-west3) 0,0573 USD je vCPU-Stunde und 0,0063421 USD je GiB-Stunde; AWS Fargate Linux/x86 in US East (N. Virginia) 0,000011244 USD je vCPU-Sekunde und 0,000001235 USD je GB-Sekunde.

Quellen

Gelesen am 2026-10-16. Amazon EKS Preise, AWS Fargate Preise, Amazon ECS Preise, Azure Kubernetes Service Preise, Tarife der AKS-Clusterverwaltung, Azure Container Apps Preise, Google Kubernetes Engine Preise, Cloud Run Preise.