Load Balancer kosten bei AWS, Azure und Google Cloud eine feste Gebühr je Stunde oder je Regel und zusätzlich einen nutzungsabhängigen Teil je verarbeitetem Gigabyte oder je Kapazitätseinheit; NAT-Gateways folgen demselben Muster, öffentliche IP-Adressen kosten einen Stundenpreis je Adresse. Für die Rechnung heißt das: Diese Netzwerkressourcen kosten, sobald sie existieren, auch ohne Verkehr, und ihre Gebühr je Gigabyte kommt zum Datentransfer hinzu, statt ihn zu ersetzen.

So funktioniert es

Die feste Gebühr hängt an der Ressource, je Load Balancer, Regel, Gateway oder Adresse und Stunde; die variable am Verkehr, als verarbeitete Gigabyte oder als Kapazitätseinheiten. Den Egress berechnen alle drei Anbieter getrennt davon.

AWS

Elastic Load Balancing berechnet jede angefangene Stunde, die ein Load Balancer läuft, plus Kapazitätseinheiten je Stunde: LCU beim Application Load Balancer, NLCU beim Network Load Balancer, GLCU beim Gateway Load Balancer. Eine LCU misst neue Verbindungen, aktive Verbindungen, verarbeitete Bytes und Regelauswertungen, gemittelt über die Stunde; berechnet wird nur die Dimension mit der höchsten Nutzung, die ersten zehn Regeln sind frei. Für die öffentlichen IPv4-Adressen eines Load Balancers fällt der IPv4-Preis zusätzlich an.

Ein NAT Gateway kostet je bereitgestellter Stunde und je verarbeitetem GB, unabhängig von Quelle und Ziel; der Datentransfer kommt hinzu. Ein Regional NAT Gateway wird je Stunde und Availability Zone berechnet, in der es konfiguriert ist.

Seit dem 2024-02-01 berechnet AWS jede öffentliche IPv4-Adresse je Stunde, sekundengenau mit mindestens 60 Sekunden, zum selben Preis, ob sie an einer Ressource hängt oder ungenutzt im Konto liegt; eigene Adressen (BYOIP) sind ausgenommen.

Azure

Der Standard Load Balancer kostet je Stunde für die ersten fünf Regeln, je weiterer Regel und Stunde und je verarbeitetem GB, ein- wie ausgehend; ohne konfigurierte Regel fällt keine Stundengebühr an. Application Gateway v2 kostet eine feste Gebühr je Gateway-Stunde plus Kapazitätseinheiten, die Rechenleistung, persistente Verbindungen und Durchsatz messen.

Azure NAT Gateway kostet je Ressourcenstunde und je verarbeitetem GB, ausgehend samt Antwortverkehr. Die Abrechnung beginnt mit dem Anlegen und läuft, ob Subnetze oder Adressen zugeordnet sind oder nicht.

Öffentliche IP-Adressen berechnet Azure je Stunde nach SKU; Präfixe kosten je Adresse ab dem Anlegen, und eine statische Adresse kostet auch, wenn die VM gestoppt und freigegeben ist. Die Basic-SKU hat Microsoft am 2025-09-30 eingestellt; bestehende Basic-Adressen laufen weiter, ohne Support und ohne SLA.

Google Cloud

Cloud Load Balancing berechnet Weiterleitungsregeln (forwarding rules) je Stunde, die ersten fünf zu einem Satz, jede weitere einzeln, je Projekt und getrennt für globale und regionale Regeln, dazu verarbeitete Daten je GiB nach Region. Der interne Application Load Balancer kostet je Proxy-Instanz und Stunde, mit mindestens drei Proxys je Weiterleitungsregel. Die Kosten landen im Projekt der Weiterleitungsregel.

Cloud NAT kostet je Gateway-Stunde nach Zahl der VMs, die es nutzen, gedeckelt ab 32 VMs, je verarbeitetem GiB und je Stunde für jede seiner externen Adressen. Externe IP-Adressen kosten je Stunde an einer VM, und eine reservierte, ungenutzte statische Adresse kostet mehr; an Weiterleitungsregeln sind sie frei, externe IPv6-Adressen an VMs ebenfalls.

RessourceAWSAzureGoogle CloudKosten ohne Verkehr
Load BalancerStunde plus LCU, NLCU oder GLCURegeln je Stunde plus GB; Application Gateway: Stunde plus KapazitätseinheitenWeiterleitungsregeln je Stunde plus GiB; intern: Proxy-Stundenja, beim Azure Load Balancer nur mit Regeln
NATStunde (regional je Zone) plus GBStunde plus GBStunde nach VMs plus GiB plus Adressenja
Öffentliche IPv4jede Adresse je Stundestatisch je Stunde, Präfix je Adressegenutzt je Stunde, ungenutzt teurerja

Was es für Ihre Kosten bedeutet

In den Abrechnungsdaten erscheinen diese Ressourcen als gleichmäßige Stundenposten, die mit der Zahl der Umgebungen, Zonen und Projekte wachsen, nicht mit den Nutzern: Jede Testumgebung mit eigenem Load Balancer, NAT-Gateway und eigenen Adressen zahlt die feste Gebühr rund um die Uhr. Die Posten je Gigabyte stehen daneben und kommen zum Egress hinzu, den Datentransfer und Egress erklärt, einschließlich S3-Verkehr über ein NAT Gateway.

Ein Load Balancer oder NAT-Gateway dient oft mehreren Diensten oder Teams; seine Kosten sind dann geteilte Kosten, deren Aufteilung Geteilte Kosten und ihre Aufteilung beschreibt. In Kubernetes-Clustern entstehen Load Balancer und Adressen häufig aus der Cluster-Konfiguration, siehe Container und Kubernetes.

Zu entscheiden ist, ob jede Zone ein eigenes NAT-Gateway bekommt, ob Anwendungen sich einen Load Balancer mit mehreren Regeln teilen und welche Ressource überhaupt eine öffentliche IPv4-Adresse braucht. Bei Google entlastet ein CDN den Load Balancer, weil Objekte aus dem Cache nicht durch ihn laufen (Content Delivery). Adressen, Gateways und Load Balancer ohne Verkehr sind eine Einsparungschance, die Ungenutzte und verwaiste Ressourcen behandelt.

Wo es schiefgeht

  • Ungenutzte öffentliche IPv4-Adressen. Symptom: Die IPv4-Gebühr übersteigt, was die Zahl der öffentlich erreichbaren Anwendungen erwarten lässt. Ursache: AWS berechnet jede Adresse zum selben Stundenpreis, auch ungenutzte Elastic IPs und die Adressen von Load Balancern, RDS-Instanzen und EKS-Knoten.
  • NAT-Gateway in jeder Umgebung. Symptom: Konstante NAT-Stunden in Konten, Abonnements oder Projekten mit wenig ausgehendem Verkehr. Ursache: Die Stundengebühr läuft unabhängig vom Verkehr, bei Azure auch ohne zugeordnetes Subnetz.
  • Ein Load Balancer je Dienst. Symptom: Viele Load-Balancer-Stunden mit kaum Kapazitätseinheiten. Ursache: Jede Anwendung oder jeder Kubernetes-Service bekommt einen eigenen Load Balancer mit eigener Grundgebühr statt einer Regel auf einem gemeinsamen.
  • Adresse an gestoppter VM. Symptom: Die IP-Gebühr läuft weiter, obwohl die VM steht. Ursache: Azure berechnet statische Adressen unabhängig von der VM, und Google zählt eine statische Adresse an einer gestoppten VM als genutzt.
  • Interner Load Balancer ohne Last. Symptom: Proxy-Stunden eines internen Application Load Balancer bei Google ohne Verkehr. Ursache: Jede Weiterleitungsregel hält mindestens drei Proxy-Instanzen vor.

Beispiel

Listenpreise in USD, gelesen am 2026-10-16. AWS in Europe (Frankfurt): Application Load Balancer 0,027 USD je Stunde plus 0,008 USD je LCU-Stunde, NAT Gateway 0,052 USD je Stunde plus 0,052 USD je GB, öffentliche IPv4-Adresse 0,005 USD je Stunde. Azure in Germany West Central: Standard Load Balancer 0,025 USD je Stunde für die ersten fünf Regeln plus 0,005 USD je GB; Application Gateway Standard v2 0,20 USD je Gateway-Stunde plus 0,008 USD je Kapazitätseinheit und Stunde; NAT Gateway 0,045 USD je Stunde plus 0,045 USD je GB. Google Cloud: erste fünf Weiterleitungsregeln 0,025 USD je Stunde, verarbeitete Daten in Frankfurt (europe-west3) 0,01 USD je GiB; Cloud NAT 0,0014 USD je VM und Stunde bis höchstens 0,044 USD je Stunde plus 0,045 USD je GiB; ungenutzte statische Adresse in Frankfurt 0,012 USD je Stunde.

Quellen

Gelesen am 2026-10-16. Elastic Load Balancing Preise, Amazon VPC Preise, AWS News Blog: neue Gebühr für öffentliche IPv4-Adressen und Public IP Insights, Azure Load Balancer Preise, Azure Application Gateway Preise, Azure NAT Gateway Preise, Azure IP-Adressen Preise, Basic-IP-Adressen auf die Standard-SKU umstellen, Cloud Load Balancing Preise, Cloud NAT Preise, Google Cloud Netzwerkpreise.