Eine verwaltete Datenbank hat keinen einzelnen Preis, sondern setzt ihre Kosten aus mehreren Preisdimensionen zusammen: Rechenleistung als Instanzstunden, vCores oder Kapazitätseinheiten, Speicher je GB und Monat, bei manchen Engines Ein- und Ausgabevorgänge, Sicherungen über die inklusive Menge hinaus und Hochverfügbarkeit oder Replikate als zusätzliche Rechenleistung. Für die Rechnung zählt, dass die Rechenleistung meist rund um die Uhr läuft, dass Standbys und Replikate sie vervielfachen und dass Speicher und Sicherungen auch bei gestoppter Datenbank weiterlaufen.
So funktioniert es
Die drei Anbieter bieten relationale Engines mit Instanzen oder vCores, dazu Datenbanken, die nach Kapazitätseinheiten oder Anfragen abrechnen. Die Tabelle ordnet die Dienste den Dimensionen zu, in den Begriffen der Anbieter.
| Dienst | Rechenleistung | Speicher und I/O | Hochverfügbarkeit und Replikate | Serverless |
|---|---|---|---|---|
| Amazon RDS | Stunde je DB-Instanzklasse | GB-Monat, Provisioned IOPS zusätzlich | Multi-AZ mit einem Standby oder zwei lesbaren Standbys | keine |
| Amazon Aurora | Instanzstunde | Standard: GB-Monat plus I/O je Million Anfragen; I/O-Optimized: höherer GB-Preis, I/O inklusive | Replikate als weitere Instanzen | Aurora Serverless, ACU je Sekunde ab 0 ACU |
| Amazon DynamoDB | Provisioned: RCU und WCU je Stunde | GB-Monat je Table Class | Global Tables: replizierte Schreibeinheiten | On-Demand: Request Units je Anfrage |
| Azure SQL Database | vCore-Stunde oder DTU-Paket | vCore: bereitgestellter Speicher (maximale Datengröße); DTU: im Paket | Business Critical mit drei zusätzlichen Replikaten | Serverless je vCore-Sekunde, Auto-Pause |
| Azure Database for PostgreSQL Flexible Server | vCore-Stunde in Burstable, General Purpose, Memory Optimized | GiB-Monat, IOPS über dem Inklusivwert | zonenredundante HA: Primary und Standby | keine |
| Azure Cosmos DB | RU/s je Stunde, Standard oder Autoscale | GB je Region | jede Region trägt Durchsatz und Speicher | Serverless je verbrauchter RU |
| Cloud SQL | vCPU und Arbeitsspeicher je Edition | GB-Monat je Speichertyp | HA-Preise für regionale Instanzen | keine |
Rechenleistung
Amazon RDS berechnet DB-Instanzstunden sekundengenau mit mindestens 10 Minuten nach jedem Start oder Wechsel. Azure SQL Database rechnet provisionierte Datenbanken stündlich ab, die Serverless-Stufe je vCore-Sekunde mit einem höheren Preis je vCore und pausiert inaktive Datenbanken, sodass dann nur Speicher kostet. Business Critical kostet laut Microsoft etwa das 2,7-Fache von General Purpose, weil drei zusätzliche Replikate mitlaufen. PostgreSQL Flexible Server rechnet stündlich ab; ein nach fünf Minuten gelöschter Server kostet eine volle Stunde. Cloud SQL bepreist vCPU und Arbeitsspeicher getrennt, je Edition (Enterprise, Enterprise Plus) und Region. Bei Cosmos DB kostet Standard-Durchsatz je 100 RU/s und Stunde, Autoscale nach dem höchsten Wert der Stunde zwischen 10 und 100 Prozent des Limits, mit Faktor 1,5. Provisionierte Kapazität bei DynamoDB und Cosmos DB kostet unabhängig vom Verbrauch.
Speicher, I/O und Sicherungen
Bei RDS, Azure SQL Database und PostgreSQL Flexible Server wird Speicher nach bereitgestellter Größe berechnet, bei Aurora, DynamoDB und Cosmos DB nach belegter; Provisioned IOPS kosten bei RDS zusätzlich je bereitgestellter IOPS. I/O-Anfragen kosten bei RDS nur auf Magnetic-Speicher und bei Aurora Standard. Sicherungsspeicher ist bis zu einer Grenze inklusive: bei Azure SQL Database bis zur maximalen Datengröße, bei PostgreSQL Flexible Server bis zur bereitgestellten Speichergröße, mit doppeltem Preis bei geo-redundanter Sicherung. Längere Aufbewahrung und manuelle Snapshots lassen den Sicherungsspeicher wachsen; Kopien außerhalb der Datenbank behandelt Backup und Disaster Recovery.
Hochverfügbarkeit, Lizenzen und Extended Support
Ein Standby ist Rechenleistung: Zonenredundante HA bei PostgreSQL Flexible Server berechnet Rechenleistung und Speicher für Primary und Standby, Cloud SQL berechnet regionale Instanzen zu HA-Preisen, Lese- und Failover-Replikate zum Preis eigenständiger Instanzen, und ein Geo-Secondary von Azure SQL Database kostet so viel wie die Primärdatenbank. Bei Cosmos DB fallen Durchsatz und Speicher in jeder Region an. SQL Server kostet zusätzlich Lizenz: Azure SQL Database bietet den Preis mit Lizenz oder mit Azure Hybrid Benefit, nicht in Serverless, Cloud SQL berechnet die SQL-Server-Lizenz je vCPU, mindestens vier je Instanz (Lizenzen in der Cloud). Für Hauptversionen nach Ende des Community-Supports berechnen RDS und Aurora Extended Support je vCPU-Stunde oder ACU-Stunde, Cloud SQL je vCPU-Stunde (bei Shared-Core-Instanzen je Instanzstunde).
Was es für Ihre Kosten bedeutet
In den Abrechnungsdaten erscheint eine Datenbank als mehrere Posten: Instanz oder vCores, Speicher, IOPS oder I/O, Sicherungsspeicher, Datentransfer, gegebenenfalls Lizenz und Extended Support. Standbys und Replikate stehen als eigene Rechenleistung daneben. Die DB-Instanzklassen von RDS tragen die Familiennamen der EC2-Instanztypen, etwa db.t3 oder db.m4 (Virtuelle Maschinen und Instanzfamilien), und die Größe ist der wichtigste Hebel für Rightsizing (Rightsizing).
Die Abrechnungsmodelle verlangen Entscheidungen: Serverless rechnet sich bei langen Leerlaufzeiten, obwohl Azure SQL Database den vCore dort teurer bepreist; für Aurora I/O-Optimized nennt AWS I/O-Ausgaben über 25 Prozent der Aurora-Ausgaben als Schwelle; für DynamoDB empfiehlt AWS On-Demand in den meisten Fällen, Provisioned bei gleichmäßigem, vorhersehbarem Durchsatz. Für gleichmäßige Grundlast gibt es Commitments (Reserved Instances, reservierte Kapazität, Committed Use Discounts, Database Savings Plans bei AWS und den Savings Plan für Datenbanken bei Azure), die die effektiven Kosten senken; sie beschreibt die Seite zu reservierter Kapazität für verwaltete Dienste.
Wo es schiefgeht
- Gestoppt heißt nicht kostenlos. Symptom: Eine gestoppte Datenbank erzeugt weiter Kosten. Ursache: RDS und PostgreSQL Flexible Server berechnen im Stopp weiter Speicher und Sicherungen, nur die Rechenleistung entfällt.
- Hochverfügbarkeit vervielfacht. Symptom: Die Rechenleistung kostet ein Mehrfaches dessen, was die Instanzgröße erwarten lässt. Ursache: Multi-AZ, zonenredundante HA, HA-Preise bei Cloud SQL und Geo-Secondaries werden als eigene Rechenleistung berechnet.
- Alte Hauptversion. Symptom: Neue Posten für Extended Support. Ursache: Die Engine läuft nach Ende des Community-Supports weiter, und RDS, Aurora und Cloud SQL berechnen dafür je vCPU oder ACU und Stunde (Cloud SQL bei Shared-Core-Instanzen je Instanzstunde).
- Sicherungen über dem Inklusivvolumen. Symptom: Der Sicherungsposten wächst schneller als die Datenbank. Ursache: Längere Aufbewahrung, manuelle Snapshots und eine hohe Änderungsrate füllen den Sicherungsspeicher über die inklusive Menge hinaus.
- Kapazität bezahlt, nicht genutzt. Symptom: Konstante Kosten bei geringer Last. Ursache: Provisionierte RCU und WCU bei DynamoDB oder Standard-Durchsatz bei Cosmos DB werden je Stunde berechnet, egal wie viel davon verbraucht wird.
Beispiel
Amazon Aurora in Europe (Frankfurt), Listenpreise in USD, gelesen am 2026-10-16: Aurora Standard kostet 0,119 USD je GB-Monat Speicher plus 0,22 USD je Million I/O-Anfragen, Aurora I/O-Optimized 0,268 USD je GB-Monat ohne I/O-Gebühren. Auch die Instanzpreise unterscheiden sich zwischen den beiden Konfigurationen. Welche günstiger ist, entscheidet das Verhältnis von I/O zu Speicher und Instanz.
Quellen
Gelesen am 2026-10-16. AWS: Amazon RDS Preise, Amazon RDS for PostgreSQL Preise, Amazon Aurora Preise, Amazon DynamoDB Preise. Microsoft: Azure SQL Database Preise, Einzeldatenbank, Kaufmodelle für Azure SQL Database, Azure Database for PostgreSQL Flexible Server Preise, Azure Cosmos DB Preise. Google: Cloud SQL Preise.