Observability-Kosten entstehen nach Datenmenge, nicht nach Laufzeit: Jede Logzeile, jede Metrikreihe und jeder Trace-Span wird dort berechnet, wo er ankommt, für die Aufnahme, für die Aufbewahrung (bei Azure und Google Cloud über eine inklusive Frist hinaus) und bei manchen Tarifen für jede Abfrage. Die Rechnung folgt damit dem, was Anwendungen ausgeben und wie lange es liegen bleibt. Ein höheres Log-Level oder ein neuer Dienst, der jede Anfrage protokolliert, verändert sie über Nacht, ohne neue Ressource.
So funktioniert es
Alle drei Anbieter zerlegen Observability in dieselben Bausteine: Aufnahme von Logs, Speicherung (bei AWS ab dem ersten GB, bei Azure und Google Cloud über eine inklusive Frist hinaus), Metriken, Traces, Abfragen und Alarme. Die Standardmetriken der eigenen Dienste liefern alle drei ohne Aufpreis; bezahlt wird, was Anwendungen und Agenten zusätzlich schreiben.
AWS
Amazon CloudWatch berechnet Logs zweimal: bei der Aufnahme pro GB, je nach Log-Klasse Standard oder Infrequent Access, und bei der Speicherung pro GB komprimiert und Monat. Logs Insights kostet pro gescanntem GB. Vended Logs, die AWS-Dienste wie VPC Flow Logs selbst liefern, haben eine eigene Mengenstaffel je Ziel. Klassische Custom Metrics kosten pro Metrik und Monat, und CloudWatch zählt jede Kombination von Dimensionen als eigene Metrik. Alarme kosten pro Alarm-Metrik. Traces stehen auf der CloudWatch-Preisseite unter Application Observability: pro GB aufgenommener Spans und pro Million indexierter Spans oder pro aufgezeichnetem X-Ray-Trace. Frei sind im Monat 5 GB Logdaten, 10 Custom Metrics und 100.000 aufgezeichnete Traces.
Azure
Azure Monitor berechnet vor allem den Log Analytics Workspace, der als eigener Dienst auf der Rechnung des Abonnements erscheint. Die Aufnahme kostet pro GB nach Tabellenplan: Analytics Logs sind am teuersten, enthalten 31 Tage Aufbewahrung (90 Tage mit Microsoft Sentinel) und kostenlose Abfragen; Basic Logs und Auxiliary Logs kosten weniger und enthalten 30 Tage, berechnen aber jede Abfrage pro gescanntem GB. Commitment Tiers ab 100 GB pro Tag senken den Preis je GB nur für Analytics Logs und binden jeweils 31 Tage. Längere Aufbewahrung kostet pro GB und Monat, interaktiv bis zu zwei Jahre, als Long-term Retention bis zu zwölf Jahre. Application Insights schreibt in einen Workspace und wird dort als Aufnahme abgerechnet. Ist Microsoft Sentinel auf einem Workspace aktiviert, unterliegen alle dort gesammelten Daten zusätzlich den Sentinel-Gebühren.
Google Cloud
Cloud Logging berechnet das Schreiben in einen Log-Bucket als einmalige Gebühr pro GiB, die 30 Tage Speicherung einschließt; die ersten 50 GiB je Projekt und Monat sind frei. Längere Aufbewahrung kostet pro GiB und Monat, der Bucket _Required mit festen 400 Tagen kostet nichts. Abfragen haben keinen Aufpreis. Es zahlt das Projekt, dem der Bucket gehört, und ein Eintrag in drei Buckets kostet dreimal. Cloud Monitoring berechnet Metriken nach aufgenommenen Bytes, die ersten 150 MiB je Abrechnungskonto frei, oder bei Managed Service for Prometheus nach Samples. Für Alarmrichtlinien kündigt Google eine Gebühr pro Metrikreferenz an, frühestens ab 2027-09-01. Cloud Trace kostet pro Million Spans, nach 2,5 Millionen freien Spans je Abrechnungskonto.
| Anbieter | Aufnahme | Aufbewahrung | Metriken | Traces | Abfragen |
|---|---|---|---|---|---|
| AWS | pro GB nach Log-Klasse | pro GB komprimiert und Monat | pro klassischer Custom Metric | pro GB Spans oder pro Trace | pro gescanntem GB |
| Azure | pro GB nach Tabellenplan | 30 oder 31 Tage inklusive | Plattform frei, Prometheus pro Sample | als Aufnahme im Workspace | Analytics frei, Basic und Auxiliary pro GB |
| Google Cloud | pro GiB in den Log-Bucket | 30 Tage inklusive | pro MiB oder pro Sample | pro Million Spans | ohne Aufpreis |
Was es für Ihre Kosten bedeutet
In den Abrechnungsdaten liegt Observability dort, wo die Daten aufgenommen und gespeichert werden, nicht bei der Anwendung, die sie erzeugt. Bei Azure stehen die Posten unter den Dienstnamen Azure Monitor, Log Analytics, Insight and Analytics und Application Insights; die Workspace-Kosten findet man über eine Instance ID mit /workspaces/. Bei Google Cloud zahlt das Projekt mit dem Log-Bucket, auch für Einträge aus anderen Projekten. Zentral gesammelte Logs bündeln die Kosten also in einem Konto, Abonnement oder Projekt und werden zu geteilten Kosten, die erst eine Verteilung nach Datenmenge je Quelle wieder zuordnet (Geteilte Kosten und ihre Verteilung).
Weil der Preis an der Menge hängt, zeigen sich Fehler als Sprung: Ein Debug-Level in Produktion erscheint als Anomalie im Aufnahmeposten, lange bevor jemand die Logs liest, und die Erkennung von Kostenanomalien greift früher als ein Monatsvergleich. Ein Budget je Workspace oder Logprojekt (Cloud-Budgets) setzt die Grenze. Azure bietet zusätzlich eine tägliche Obergrenze je Workspace, die bei Erreichen die Sammlung für Analytics- und Basic-Tabellen bis zum nächsten Reset stoppt; Auxiliary-Tabellen erfasst sie nicht.
Die Entscheidungen fallen bei Log-Level, Aufbewahrungsfrist und Tabellenplan, und diese Einstellungen eignen sich als Regel, die vor dem Ausrollen geprüft wird (Guardrails und Freigabeschwellen). Logs, die nur aufbewahrt werden müssen, lassen sich in Objektspeicher leiten: Google berechnet das Weiterleiten über einen Sink nicht, nur den Speicher in Cloud Storage, und AWS liefert Vended Logs nach Amazon S3, zum Vended-Logs-Tarif je GB; dort gelten die Speicherklassen und Lebenszyklusregeln. Bei Funktionen kommen die Logs als eigener Posten zu Aufrufen und Laufzeit hinzu (Serverless-Funktionen).
Wo es schiefgeht
- Debug-Level in Produktion. Symptom: Der Aufnahmeposten steigt sprunghaft, ohne dass die Last steigt. Ursache: Ein Deployment hat das Log-Level angehoben, und jede zusätzliche Zeile wird pro GB aufgenommen und gespeichert.
- Hohe Kardinalität bei Custom Metrics. Symptom: Der CloudWatch-Metrikposten wächst mit der Zahl der Kunden. Ursache: Eine Dimension trägt eine Nutzer- oder Request-ID, und jede Kombination von Dimensionen zählt als eigene Metrik.
- Doppelte Weiterleitung. Symptom: Dieselben Logs kosten im Quellprojekt und im zentralen Projekt. Ursache: Ein Sink leitet Einträge in einen zweiten Bucket, ohne sie aus
_Defaultauszuschließen, und Cloud Logging berechnet jeden Bucket. - Sentinel auf dem Betriebs-Workspace. Symptom: Sentinel-Meter erscheinen für Anwendungslogs. Ursache: Microsoft Sentinel wurde auf einem Workspace mit operativen Daten aktiviert, und damit fallen auf alle Daten dort Sentinel-Gebühren an.
- Abfragen auf Basic Logs. Symptom: Nach dem Wechsel einer Tabelle auf Basic oder Auxiliary sinkt die Aufnahme, aber ein Abfrage-Meter steigt. Ursache: Dashboards und Alarme fragen die Tabelle weiter ab, und jede Abfrage kostet pro gescanntem GB.
Beispiel
Listenpreise in USD, gelesen am 2026-10-16: Amazon CloudWatch in Europe (Frankfurt) 0,63 USD je GB aufgenommener Standard-Logs und 0,0063 USD je von Logs Insights gescanntem GB; Azure Monitor in Germany West Central 2,99 USD je GB Analytics Logs im Pay-As-You-Go-Tarif und 0,65 USD je GB Basic Logs; Google Cloud Logging, auf der Preisseite ohne Regionsangabe, 0,50 USD je GiB gespeicherter Logs und 0,01 USD je GiB und Monat für Aufbewahrung über 30 Tage.
Quellen
Gelesen am 2026-10-16. Amazon CloudWatch Preise, Azure Monitor Preise, Azure Monitor Logs: Kostenberechnung und Optionen, Azure Monitor: Kosten und Nutzung, Tägliche Obergrenze für einen Log Analytics Workspace, Google Cloud Observability Preise.