Eine Speicherklasse legt fest, was ein Objekt je Gigabyte und Monat an Speicher kostet und was es kostet, es wieder zu lesen: Je kälter die Klasse, desto niedriger der Speicherpreis und desto höher Abrufgebühr, Anfragepreise und Mindestspeicherdauer. Lebenszyklusregeln verschieben Objekte nach Alter, Version oder letztem Zugriff zwischen den Klassen oder löschen sie. Eine unpassende Klasse holt sich bei Abruf, Anfragen und vorzeitiger Löschung zurück, was sie beim Speicher spart.

So funktioniert es

Alle drei Provider bieten für Objektspeicher mehrere Klassen an, die vier Preisbestandteile tauschen: Speicherpreis je GB und Monat, Abrufgebühr je gelesenem GB, Preise für Lese- und Schreibanfragen und eine Mindestspeicherdauer, deren Rest beim früheren Löschen, Überschreiben oder Verschieben berechnet wird. Kapazität und Anfragen je Speicherart behandelt die Seite zu Block-, Objekt- und Dateispeicher.

AWS

Amazon S3 kennt S3 Standard, S3 Express One Zone (eine Availability Zone, teurer im Speicher, günstiger bei Anfragen), S3 Standard-IA und S3 One Zone-IA (30 Tage Mindestdauer, 128 KB Mindestgröße je Objekt), S3 Glacier Instant Retrieval (90 Tage, 128 KB), S3 Glacier Flexible Retrieval (90 Tage) und S3 Glacier Deep Archive (180 Tage). S3 Intelligent-Tiering verschiebt Objekte ab 128 KB nach 30 Tagen ohne Zugriff in die Infrequent-Access-Stufe und nach 90 in Archive Instant Access, gegen eine Überwachungsgebühr je Objekt, ohne Abrufgebühr und ohne Mindestdauer.

Azure

Azure Blob Storage nennt die Klassen Zugriffsebenen: hot, cool (30 Tage Mindestdauer), cold (90 Tage) und archive (180 Tage). Archive ist offline: Ein Blob muss vor dem Lesen rehydriert werden, was bis zu 15 Stunden dauern kann, und archive gibt es nur mit LRS, GRS und RA-GRS. Smart tier verschiebt Blobs nach 30 Tagen ohne Zugriff nach cool, nach 90 nach cold und beim nächsten Zugriff zurück nach hot. Smart tier setzt ZRS, GZRS oder RA-GZRS voraus, nutzt archive nicht, rechnet zu den Speicherpreisen der jeweiligen Ebene ab und verlangt statt Abruf- und Löschgebühren eine Überwachungsgebühr je 10.000 Objekte über 128 KiB.

Google Cloud

Cloud Storage bietet Standard, Nearline (30 Tage), Coldline (90 Tage) und Archive (365 Tage). Alle vier sind in Millisekunden lesbar, keine hat eine Mindestgröße je Objekt, die drei kälteren berechnen eine Abrufgebühr. Rapid storage ist eine Klasse nur für zonale Buckets über Rapid Bucket, ohne Mindestdauer und ohne Abrufgebühr. Autoclass legt Objekte in Standard ab und verschiebt sie nach 30 Tagen ohne Zugriff nach Nearline; mit Archive als Endklasse nach 90 Tagen weiter nach Coldline und nach 365 nach Archive. Gelesene Objekte kehren nach Standard zurück. Autoclass kostet statt Abruf- und Löschgebühren eine Verwaltungsgebühr je 1.000 Objekte und beim Einschalten eine einmalige Gebühr.

Lebenszyklusregeln

AWSAzureGoogle Cloud
FunktionS3 Lifecycle configurationLifecycle management policyObject Lifecycle Management
AktionenÜbergang, Ablauf, auch für nicht aktuelle Versionen; AbortIncompleteMultipartUploadWechsel nach kühler, bei Zugriff von cool zurück nach hot, Löschen, auch für Versionen und SnapshotsSetStorageClass, Delete, AbortIncompleteMultipartUpload
BedingungenAlter, Präfix, Tags, Größe, neuere VersionenErstellung, Änderung, letzter Zugriff, Präfix, TagsAlter, Datum, Klasse, Präfix, Größe, Versionen
Kosten des WechselsÜbergangsanfrage je 1.000 ObjekteSet-Blob-Tier-Vorgang, die Richtlinie ist kostenlosClass-A-Vorgang

Regeln wirken fast nur in Richtung kälter: S3 erlaubt nur Übergänge abwärts und überspringt standardmäßig Objekte unter 128 KB; Azure kann Blobs per Regel bei Zugriff von cool zurück nach hot holen, archivierte Blobs aber nicht rehydrieren. Ein Unterschied zeigt sich auf der Rechnung: Wechselt Google die Klasse per Regel, fallen weder Abruf noch vorzeitige Löschung an, und die bisherige Zeit zählt auf die neue Mindestdauer; bei S3 und Azure wird der Rest der Mindestdauer fällig, wenn ein Objekt seine Klasse zu früh verlässt. Bei Azure kostet jede Aktualisierung der letzten Zugriffszeit eine Transaktion, höchstens einmal je 24 Stunden und Objekt. Autoclass-Buckets lehnen SetStorageClass ab, und Azure-Regeln löschen Objekte in smart tier, stufen sie aber nie um.

Was es für Ihre Kosten bedeutet

In den Abrechnungsdaten hat jede Klasse eigene Usage Types bei AWS, Meter bei Azure und SKUs bei Google; Autoclass rechnet über eigene SKUs ab, vorzeitige Löschung bei Google über Early-Delete-SKUs. Ein Kostenbericht nach Usage Type, Meter oder SKU zeigt, wie sich Speicher zwischen den Klassen verschiebt, mit Abruf-, Anfrage- und Übergangsgebühren als eigenen Posten im Monat, in dem sie anfallen. Ein Monat mit vielen Übergängen sieht teurer aus, obwohl er die folgenden verbilligt.

Ob eine kältere Klasse eine Einsparungschance ist, entscheidet das Zugriffsmuster: wie oft gelesen wird, wie lange ein Objekt bleibt und wie groß es ist. Sie lohnt sich, wenn der niedrigere Speicherpreis über die Verweildauer mehr spart, als Abruf, Übergang und Mindestdauer kosten; wo das Muster unbekannt ist, ersetzt die automatische Stufung die Regel gegen eine Gebühr je Objekt. Datentransfer kommt in jeder Klasse hinzu (Datentransfer und Egress), Snapshots gehören zu Backup und Disaster Recovery, ungenutzte Daten zu ungenutzten und verwaisten Ressourcen.

Wo es schiefgeht

  • Kleine Objekte in kalte Klassen verschoben. Symptom: Die Übergangsgebühren übersteigen die Ersparnis. Ursache: Übergänge kosten je Objekt, S3 Standard-IA, One Zone-IA und Glacier Instant Retrieval berechnen mindestens 128 KB je Objekt, und jedes archivierte Objekt bringt 40 KB Metadaten mit.
  • Vor Ablauf der Mindestdauer gelöscht. Symptom: Gebühren für vorzeitige Löschung für längst gelöschte Daten. Ursache: Kurzlebige Daten wie Logs mit wenigen Tagen Aufbewahrung liegen in einer Klasse mit 30, 90, 180 oder 365 Tagen Mindestdauer.
  • Archiv als Arbeitsablage. Symptom: Abruf- und Anfrageposten springen bei jeder Prüfung, und Lesen dauert Stunden. Ursache: S3 Glacier Flexible Retrieval, Glacier Deep Archive und Azure archive müssen vor dem Lesen wiederhergestellt werden, und die wiederhergestellte Kopie wird als warmer Speicher berechnet.
  • Alte Versionen ohne Regel. Symptom: Der Speicher wächst, obwohl sich der sichtbare Bestand kaum ändert. Ursache: Die Versionierung hält jede überschriebene Fassung, und die Regel erfasst nur aktuelle Objekte.
  • Redundanz und Ebene passen nicht. Symptom: Die geplante Stufung lässt sich nicht einrichten. Ursache: Azure archive gibt es nicht mit ZRS, GZRS und RA-GZRS, smart tier nur mit diesen.

Beispiel

Listenpreise in USD je GB, gelesen am 2026-10-16, erste Volumenstufe: AWS in Europe (Frankfurt), Azure in Germany West Central mit LRS, Google in europe-west3 als regionaler Bucket. Azure rechnet laut Preisseite in binären GB (GiB), Google in GiB.

KlasseSpeicher je MonatAbruf
S3 Standard0,0245keiner
S3 Standard-IA0,01350,01
S3 Glacier Instant Retrieval0,0050,03
S3 Glacier Deep Archive0,00180,024 (Standard)
Azure hot0,0196keiner
Azure cool0,010,01
Azure cold0,00450,03
Azure archive0,00180,024 (Standardpriorität)
Cloud Storage Standard0,023keiner
Cloud Storage Nearline0,0130,01
Cloud Storage Coldline0,0060,02
Cloud Storage Archive0,00250,05

Die automatische Stufung kostet je Objekt: S3 Intelligent-Tiering 0,0025 USD je 1.000 Objekte und Monat (Frankfurt), smart tier 0,04 USD je 10.000 Objekte und Monat (Germany West Central, ZRS), Autoclass 0,0025 USD je 1.000 Objekte und 30 Tage.

Quellen

Gelesen am 2026-10-16. AWS: Amazon-S3-Speicherklassen verstehen und verwalten, Speicherkosten mit S3 Intelligent-Tiering steuern, Lebenszyklus von Objekten verwalten, Übergänge mit S3 Lifecycle, Elemente einer Lifecycle-Konfiguration, Amazon S3 Preise. Microsoft: Zugriffsebenen für Blobdaten, Azure-Blob-Storage-Kosten mit smart tier optimieren, Lebenszyklusverwaltung für Azure Blob Storage, Azure Blob Storage Preise. Google: Speicherklassen, Object Lifecycle Management, Autoclass, Cloud Storage Preise.