Dieses Kapitel behandelt die Werkzeuge, mit denen Teams ihre Cloud-Kosten sehen, auswerten und überwachen: die Kostenkonsolen, die AWS, Microsoft und Google mit dem Kundenkonto bereitstellen, und alles, was Teams daneben oder darüber hinaus einsetzen. Wer nach einem FinOps-Tool sucht, sucht meist eine Antwort auf eine von wenigen Fragen, und dieses Kapitel ordnet die Werkzeuge nach diesen Fragen, nicht nach Herstellern.
Was dieses Kapitel behandelt
Der erste Abschnitt, Native Werkzeuge, beschreibt die Konsolen der Anbieter: AWS Cost Explorer mit AWS Budgets und der Billing-Konsole, Microsoft Cost Management in Azure Cost Management and Billing sowie die Abrechnungsberichte und Budgets von Google Cloud. Er beantwortet für jede Konsole, welche Kosten sie zeigt, aus wessen Sicht, wie weit zurück und mit welcher Kostengröße. Die Konsolen sind auf die Cloud ihres Anbieters ausgerichtet, und was sie zeigen, hängt davon ab, mit welchem Konto oder in welchem Bereich man hineinschaut. Wer das weiß, liest ihre Zahlen richtig und erkennt, wann eine Frage über sie hinausgeht.
Der zweite Abschnitt, Darüber hinaus, beschreibt, was Teams neben oder statt der Konsolen nutzen. Er ordnet Kostenwerkzeuge in Kategorien und sagt, welche Aufgabe jede Kategorie übernimmt. Er erklärt, was Open-Source-Projekte für Kubernetes-Kosten, Kostenschätzungen im Code und Richtlinien leisten, wie Tabellenkalkulation und BI auf exportierten Abrechnungsdaten arbeiten, wie APIs und Terraform Kosten in den Entwicklungsprozess bringen und was KI-Assistenten brauchen, um Kostendaten über eine Schnittstelle zu lesen. Kein Anbieter kommerzieller Software wird genannt, verglichen oder empfohlen: Die Kategorien beschreiben Aufgaben, und dieselbe Aufgabe lösen verschiedene Werkzeuge verschieden gut.
Vor jeder Wahl stehen dieselben vier Fragen:
- Welche Clouds? Eine einzige Cloud lässt sich oft in ihrer eigenen Konsole beantworten. Sobald zwei Anbieter, Kubernetes-Cluster oder SaaS-Rechnungen zusammenkommen, braucht es eine gemeinsame Datenbasis, in der die Kosten vergleichbar sind.
- Welche Datenquelle? Konsole, API oder Export. Die Konsole zeigt aggregierte Sichten, die API liefert Ausschnitte auf Anfrage, der Export die vollständigen Positionen. Ob die Daten im Format des Anbieters oder in FOCUS vorliegen und ob Kosten ohne Schnittstelle per Dateiimport dazukommen, entscheidet, wie viel Aufbereitung vor jeder Auswertung steht.
- Wer liest es? Engineering will im Dashboard sehen, welcher Dienst seit gestern teurer ist. Finance braucht einen Kostenbericht, der zur Rechnung passt, in der Berichtswährung und mit einer festen Kostendefinition. Die Geschäftsführung braucht wenige Zahlen mit Verantwortlichen. Ein Werkzeug, das nur einer dieser Gruppen dient, lässt die anderen bei Tabellen zurück.
- Was kostet der Betrieb? Kostenpflichtige API-Anfragen, Speicher für Exporte, Abfragen im Data Warehouse, die Pflege von Pipelines und Berechtigungen und die Zeit, die jemand jeden Monat dafür aufbringt. Ein Werkzeug, das niemand pflegt, liefert nach einigen Monaten Zahlen, denen niemand mehr glaubt.
Für einzelne Aufgaben ohne Einrichtung, etwa das Umrechnen einer Cloud-Rechnung oder den Vergleich von Instanztypen, stehen die kostenlosen Werkzeuge dieser Website bereit.
Wichtige Begriffe
- Kostenbericht: die feste, wiederholbare Auswertung, an der sich messen lässt, ob ein Werkzeug zur Rechnung passt.
- Dashboard: die interaktive Sicht, die die Konsolen der Anbieter mitbringen und die andere Werkzeuge erweitern.
- Budget: der Schwellenwert, den jede native Konsole überwacht, mit Unterschieden in Bereich und Aktualisierung.
- Anomalie: die unerwartete Kostenänderung, die Konsolen und Werkzeuge mit eigenen Modellen erkennen.
- FOCUS: die offene Spezifikation für Abrechnungsdaten, in der Exporte verschiedener Clouds dieselben Spalten tragen.
- Dateiimport: der Weg für Kosten, die keine Schnittstelle haben und als Datei ankommen.
Benachbarte Kapitel
Dieses Kapitel ist das letzte des Handbuchs; nach ihm folgt auf der Übersichtsseite das Glossar. Es setzt voraus, was die Kapitel davor erklären, denn jedes Werkzeug liest dieselben Daten und zeigt dieselben Berichte: Das Kapitel „Abrechnungsdaten und Standards“ beschreibt die Exporte und Spalten, aus denen jedes Werkzeug seine Zahlen bezieht, das Kapitel „Reporting und Analyse“ die Berichte, Vergleiche und Anomalien, die ein Werkzeug darstellen soll. Was ein Budget- oder Prognosewerkzeug leisten muss, steht in „Budgets, Prognosen und Finanzen“, welche Zuordnung es abbilden muss, in „Zuordnung und Verantwortung“. Das unmittelbar vorangehende Kapitel „Europa: Währung, Steuern und Souveränität“ liefert die Fragen nach Berichtswährung, Umsatzsteuer und Datenstandort, die bei der Wahl eines Werkzeugs für europäische Teams dazukommen.