Microsoft Cost Management ist die Sammlung von Kostenwerkzeugen in Azure Cost Management and Billing: Sie zeigt, analysiert und überwacht die Kosten der Microsoft Cloud für jeden Bereich, auf den ein Benutzer Zugriff hat, vom Abrechnungskonto bis zur Ressourcengruppe, während der Billing-Teil Abrechnungskonto, Zahlungen und Rechnungen verwaltet. Microsoft beschreibt Cost Management selbst als Suite von FinOps-Werkzeugen. Welche Kosten darin sichtbar sind, entscheiden zwei Dinge, die mit Technik wenig zu tun haben: der Bereich, in dem jemand eine Rolle hat, und die Vertragsart, unter der das Unternehmen Azure bezieht. Wer beides kennt, versteht, warum zwei Personen für denselben Monat verschiedene Summen sehen.

So funktioniert es

Cost Management arbeitet mit Bereichen (Scopes) zweier Arten. Die RBAC-Bereiche sind Verwaltungsgruppe, Subscription und Ressourcengruppe; Rollen, die dort vergeben werden, gelten für alle darunterliegenden Bereiche. Die Abrechnungsbereiche hängen vom Vertrag ab: Beim Enterprise Agreement (EA) sind es Abrechnungskonto, Abteilung und Enrollment Account, beim Microsoft Customer Agreement Abrechnungskonto, Abrechnungsprofil und Rechnungsabschnitt, bei einem Cloud Solution Provider unter MCA Abrechnungskonto, Abrechnungsprofil und Kunde. Pay-as-you-go-Subscriptions haben keinen eigenen Abrechnungsbereich über der Subscription.

Für die RBAC-Bereiche gibt es die Rollen Cost Management Reader, die Kostendaten und Empfehlungen nur liest, und Cost Management Contributor, die zusätzlich Budgets, Exporte und geteilte Ansichten verwaltet und die Microsoft als Rolle mit den geringsten nötigen Rechten empfiehlt. Keine der beiden gibt Zugriff auf Rechnungen. In den Abrechnungsbereichen gelten die Rollen des Vertrags: beim EA etwa Enterprise Administrator, Abteilungsadministrator und Kontobesitzer, beim MCA Besitzer, Mitwirkender, Leser, Rechnungsverwalter und Ersteller von Azure-Subscriptions.

Die Kostenanalyse zeigt Kosten in Ansichten. Intelligente Ansichten fassen Kosten nach Ressourcen, Ressourcengruppen, Diensten, Subscriptions oder Reservierungen zusammen, mit Kennzahlen und Hinweisen auf Auffälligkeiten; anpassbare Ansichten wie Accumulated costs lassen Zeitraum, Granularität, Gruppierung und Filter frei wählen und können gespeichert, geteilt und als geplante Benachrichtigung abonniert werden. Dahinter stehen zwei Datensätze: Actual Cost mit Käufen so, wie sie berechnet werden, und Amortized Cost mit Commitments, die auf die begünstigte Nutzung verteilt sind. Die intelligenten Ansichten für Ressourcen, Dienste und Subscriptions beruhen auf Actual Cost, die Reservierungsansicht auf amortisierten Kosten. Bei täglicher Granularität sollte der Zeitraum höchstens drei Monate umfassen. Die Prognose reicht bis zu einem Jahr voraus und beruht auf einer linearen Regression über die Historie; Microsoft empfiehlt mindestens 90 Tage Daten.

Für EA und MCA erscheinen Kosten meist nach 8 bis 24 Stunden, für Pay-as-you-go nach bis zu 72 Stunden. Bis zur Rechnung sind alle Beträge Schätzungen, Gutschriften, Steuern und Support sind nicht enthalten. Das Portal zeigt die letzten 13 Monate.

Budgets mit Benachrichtigungen gibt es auf jedem Bereich, den Cost Management unterstützt; sie behandelt das Kapitel „Budgets, Prognosen und Finanzen“. Anomaliewarnungen melden einmal täglich erkannte Anomalien in der Nutzung, als Spitze oder Einbruch, und gibt es nur für Subscriptions.

Exporte schreiben Kostendaten regelmäßig in ein Speicherkonto: Actual und Amortized Cost, Preisblätter, Reservierungsdaten und den Datensatz im Format FOCUS, der Actual und Amortized Cost in einer Datei vereint. Sie laufen täglich mit den Kosten seit Monatsbeginn oder monatlich für den Vormonat, als CSV oder Parquet. Über das Portal lassen sich bis zu 13 Monate nachexportieren, über die Exports-REST-API bis zu sieben Jahre. Was diese Daten enthalten, beschreibt das Kapitel „Abrechnungsdaten und Standards“. Für Abrufe auf Anfrage gibt es die Cost Details API, die Microsoft für kleine Datensätze empfiehlt: Ihre Berichte werden alle vier Stunden aktualisiert, und ab mehr als 2 GB im Monat verweist Microsoft auf Exporte.

Was es für Ihre Kosten bedeutet

Welchen Bereich ein Team braucht, hängt davon ab, welche Kosten es verantwortet. Eine Subscription zeigt die Nutzung ihrer Ressourcen. Käufe, die nicht nutzungsbasiert sind, etwa Reservierungen oder Marketplace-Angebote, sind beim EA nur im Abrechnungskonto sichtbar, nicht in Abteilung oder Enrollment Account, und beim MCA nur im Abrechnungsprofil, nicht im Rechnungsabschnitt. Verwaltungsgruppen rollen nur nutzungsbasierte Kosten auf, weshalb Abrechnungskonto und Stammverwaltungsgruppe verschiedene Summen zeigen können.

Die Vertragsart entscheidet, was überhaupt vorhanden ist. Für EA und MCA enthält Cost Management alle Nutzung und Käufe, einschließlich Reservierungen und Savings Plans; für Konten unter dem Microsoft Online Services Agreement fehlen Marketplace-Käufe und der Kauf von Commitments. Die Cost Details API steht nur EA- und MCA-Kunden offen, FOCUS-Exporte gibt es nicht für MOSP-Bereiche, und klassische CSP- sowie Sponsoring-Subscriptions unterstützt Cost Management nicht.

Für andere Clouds sagt die Dokumentation wenig. Microsoft beschreibt Cost Management als Werkzeug für die Kosten der Microsoft Cloud, also Azure, Microsoft 365, Dynamics 365 und Power Platform. Die Feldreferenz der Kostendaten vermerkt zu einem früheren AWS-Feld, dass der Cloud-übergreifende Connector eingestellt ist. AWS-Kosten liest man in der AWS-Konsole, wie AWS Cost Explorer und AWS Budgets beschreibt, oder in einer gemeinsamen Datenbasis.

Wo es schiefgeht

  • Zugriff im falschen Bereich. Ein Team erhält Cost Management Reader auf seiner Subscription und vermisst den Kauf seiner Reservierung, der nur im Abrechnungsbereich liegt. Umgekehrt sehen Abteilungsbenutzer beim EA gar keine Kosten, solange die Einstellung „DA view charges“ im Abrechnungskonto abgeschaltet ist, selbst wenn sie Subscription-Besitzer sind.
  • Actual Cost, wo amortisiert gebraucht wird. In Actual Cost erscheint eine Reservierung als einmaliger Kauf, und die abgedeckte Nutzung steht mit null. Wer Teams so belastet, gibt einem Team die gesamte Vorauszahlung und den anderen kostenlose Ressourcen. Für die Zuordnung zählen amortisierte Kosten.
  • Exporte, die zu spät beginnen. Ein täglicher Export, der zwischen dem ersten und fünften Tag eines Monats angelegt wird, liefert den Vormonat nicht, und der erste Lauf kann bis zu 24 Stunden dauern. Wer den Export erst zum Monatsabschluss einrichtet, hat die Daten nicht, wenn sie gebraucht werden.
  • Reservierungen, die in der Subscription fehlen. Der Kauf einer Reservierung hängt an einer Abrechnungs-Subscription, ihr Vorteil wirkt bei gemeinsamem Bereich auf Nutzung in anderen Subscriptions. Daraus entstehen geteilte Kosten, die keine einzelne Subscription vollständig zeigt.
  • Jede Funktion bei jedem Vertrag erwartet. Eine Auswertung über Verwaltungsgruppen funktioniert beim EA und scheitert nach dem Wechsel zum MCA, weil Cost Management dort keine Verwaltungsgruppen unterstützt. Welche Bereiche, Exporte und APIs eine Vertragsart bietet, führt die Dokumentation je Funktion getrennt auf.

Quellen

Gelesen am 2026-10-15. Microsoft Überblick über Cost Management, Bereiche in Cost Management, Daten in Cost Management, Einstieg in die Kostenanalyse, Exporte anlegen und verwalten, Exporte oder Cost Details API, Felder der Kostendaten.