Die Abrechnungsberichte von Google Cloud sind die Kostenansichten im Bereich Billing der Google Cloud Console: Die Seite Reports zeigt, was die Projekte eines Cloud-Billing-Kontos im Zeitverlauf gekostet haben und voraussichtlich kosten werden, die Seiten daneben decken Rechnung, Rabatte, Preise, Budgets, Anomalien und Empfehlungen ab. Sie sind das Gegenstück zu AWS Cost Explorer und AWS Budgets und Azure Cost Management and Billing. Welche Summe sie zeigen, hängt von drei Einstellungen ab: der Rolle, mit der jemand hineinschaut, der Zeitbasis des Berichts und dem Filter für Einsparungen. Wer sie kennt, erkennt, wann ein Kostenbericht den BigQuery-Export braucht.
So funktioniert es
Die Seite Reports zeigt die Nutzungskosten eines Abrechnungskontos mit allen verknüpften Projekten als Balken- oder Liniendiagramm mit Tabelle. Voreingestellt ist der laufende Monat, täglich und nach Dienst gruppiert. Der Kopf zeigt die bisherigen Kosten des Monats und die Prognose für den ganzen Monat; endet der Zeitraum in der Zukunft, rechnet der Bericht bis zu zwölf Monate voraus. Gruppieren lässt sich unter anderem nach Projekt, Projekthierarchie (für Zeiträume ab dem 1. Januar 2022), Dienst, SKU, Region oder Multi-Region, Label-Schlüssel und spend-based CUD. Zonen kennt der Bericht nicht, und unterhalb der SKU, etwa je Ressource, zeigt er nichts.
Zwei Zeitbasen stehen zur Wahl. Charge period (früher Usage date) ordnet Kosten dem Nutzungstag zu, reicht bis Januar 2017 zurück und lässt Steuern, vertragliche Gutschriften und Korrekturen auf Rechnungsebene weg. Billing period (früher Invoice month) fasst ganze Rechnungsmonate ab Mai 2019 zusammen und enthält diese Posten, summiert je Monat und nicht je einzelner Rechnung.
Eine Ansicht lässt sich speichern, als URL teilen, als CSV herunterladen oder als SQL-Abfrage gegen den BigQuery-Export erzeugen (Vorschau), kostenlos erzeugt und beim Ausführen von BigQuery berechnet. Die übrigen Seiten beantworten jeweils eine eigene Frage:
| Seite | Beantwortet | Zeitbasis | Voller Zugriff |
|---|---|---|---|
| Reports | Verlauf und Prognose nach Dienst, Projekt, SKU, Region, Label | Nutzungstag oder Rechnungsmonat | Rolle am Abrechnungskonto; Projektrechte zeigen ein Projekt |
| Cost table | Positionen einer Rechnung, Steuern je Projekt, Rechnungsnummer | Rechnungsmonat | Billing Account Viewer, Costs Manager oder Administrator |
| Cost breakdown | vom Bruttowert zu On-Demand-Preisen über die Einsparungen zur Summe | Rechnungsmonat, wahlweise Nutzungstag | wie Cost table |
| Pricing | Listenpreis, Vertragspreis und Rabatt je SKU und Preisstufe, Stand des Aufrufs | heute | Viewer oder Administrator; User und Costs Manager sehen nur Listenpreise |
| FinOps Hub | realisierte Einsparungen, offene Empfehlungen, CUD-Abdeckung | Vormonat, letzte 30 Tage | Viewer oder Administrator |
Rechnungen und Kontoauszüge enthalten seit Januar 2021 keine Kostendetails mehr und verweisen auf die Cost table, deren Summe mit Standardfiltern zum Dokument passt.
Die Kostengröße steuert der Filter Savings. Standardmäßig sind alle Einsparungen abgezogen, in zwei Gruppen: Savings programs mit den Committed Use Discounts und Other savings mit Free Tier, Werbe-Gutschriften, Sustained Use Discounts und weiteren Rabatten. Bei individuellen Vertragspreisen weist der Bericht für Zeiträume ab Mai 2021 Negotiated savings als eigene Spalte neben den Listenkosten aus. Resource-based CUDs und ältere spend-based CUDs bestehen aus Gebühr, On-Demand-Kosten und negativer Gutschrift, die der Standardbericht saldiert; erst die Gruppierung nach SKU zeigt die drei Teile. Das seit dem 15. Juli 2025 verfügbare Modell der spend-based CUDs arbeitet dagegen mit Rabatten im Preis. Die Mechanik beschreiben Committed Use Discounts von Google Cloud und Staffelpreise und automatische Mengenrabatte. Alle Beträge stehen in der Währung des Abrechnungskontos, das genau eine Währung führt.
Budgets gelten für das Abrechnungskonto oder einen engeren Ausschnitt und melden sich per E-Mail oder als Pub/Sub-Nachricht; aus einem Budget geöffnet zeigt der Bericht den Zielbetrag als rote Linie. Mehr dazu in Cloud-Budgets, Budgetwarnungen und Schwellenwerte und Erkennung von Kostenanomalien. Für KI-Workloads wie die Gemini API zeigt das Anomalie-Dashboard zusätzlich frühe Anomalien (Vorschau), die auf Schätzungen nahezu in Echtzeit beruhen, bevor die Abrechnung feststeht.
Der FinOps Hub fasst zusammen, was Optimierungen im Vormonat eingespart haben, wie viele Empfehlungen offen sind und was sie im Monat einsparen könnten. Er stützt sich auf vier Hebel: ungenutzte Ressourcen abschalten, Instanzen verkleinern (Rightsizing), weitere Konfigurationsänderungen und CUDs kaufen. Die CUD optimization rate gibt an, welcher Anteil der CUD-fähigen Nutzung der letzten 30 Tage durch Commitments abgedeckt ist. Der FinOps-Score und ein Vergleich mit anderen Kunden erscheinen nur mit voller Berechtigung am Abrechnungskonto. Am Vergleich nehmen alle Kunden standardmäßig teil; wer austritt, sieht auch keine CUD-Empfehlungen und keinen Score mehr.
Was es für Ihre Kosten bedeutet
Was jemand sieht, entscheidet die Rolle. Billing Account Viewer, Costs Manager und Administrator sehen alle Projekte des Kontos samt Posten auf Rechnungsebene. Wer nur in Projekten Kosten sehen darf, was auch Project Owner, Editor und Viewer können, sieht in Reports nur das vorher gewählte Projekt: ohne Steuern und Korrekturen, ohne Labels als Gruppierung oder Filter, ohne gespeicherte Berichte und ohne SQL-Erzeugung. Cost table und Cost breakdown verlangen eine Rolle am Abrechnungskonto. Mit der Rolle Project Billing Costs Manager am Abrechnungskonto kommen alle Projekte zusammen, für die jemand Kostenrechte hat. Welche Rolle wofür passt, vergleicht Zugriff auf Kostendaten.
Ein Projekt ist ein Ausschnitt. Kosten ohne Projekt, etwa für Support, erscheinen als „Charges not specific to a project“, und wer CUDs mit Projektrechten auswertet, sieht Gebühren und Gutschriften in anderen Projekten nicht. Wie Projekte, Ordner und Abrechnungskonto zusammenhängen, steht in Abrechnungskonten und Hierarchien.
Die Console kennt nur, was über das Cloud-Billing-Konto läuft: Google Cloud, Google Maps Platform, Firebase und Google AI Studio. AWS, Azure und SaaS-Rechnungen fehlen. Ihre Historie reicht weiter zurück als der BigQuery-Export, der erst ab seiner Aktivierung sammelt, aber nur bis zur SKU. Kosten je Ressource, eigene Abfragen und Verknüpfungen mit anderen Daten brauchen den Export, beschrieben in Google-Cloud-Abrechnungsexport und Schritt für Schritt eingerichtet in dieser Anleitung.
Wo es schiefgeht
- Das Projekt als Kontosumme. Ein Team liest in Reports eine Monatssumme, die unter der Rechnung liegt. Es sieht mit Projektrechten ein einziges Projekt, ohne Steuern, Support und Posten auf Kontoebene.
- Einsparungen versteckt oder doppelt. Endet ein Werbeguthaben, steigen die Kosten scheinbar sprunghaft, weil der Bericht die Promotional credits bis dahin abgezogen hat; Google rät, sie für den laufenden Kostenstand abzuwählen. Umgekehrt enthält der Subtotal der CSV die Spalten Savings programs und Other savings bereits; wer sie noch einmal abzieht, zählt sie doppelt.
- Labels, die später kommen. Ein Label zählt erst ab dem Zeitpunkt, an dem es an die Ressource gesetzt wurde. Labels auf Projekten erscheinen in der Label-Gruppierung nicht, GKE-Namespaces erst mit aktivierter Kostenzuordnung im Cluster.
- Nutzungstag gegen Rechnungsmonat. Spät gemeldete Nutzung vom Monatsende kann auf der Rechnung des Folgemonats landen. Ein Bericht nach Charge period stimmt deshalb nicht mit der Rechnung überein; dafür sind Billing period und die Cost table da (Datenstand in Kostenberichten).
- Die Console als Beleg. CSV-Downloads sind aggregiert und hängen von Filtern, Zeitbasis und Datenstand ab; wiederholbare Auswertungen brauchen den Export.
- Empfehlungen als sichere Einsparung gelesen. Die geschätzte Einsparung einer Empfehlung im FinOps Hub berücksichtigt bereits gekaufte CUDs nicht, die auf dieselbe Ressource wirken können.
Quellen
Gelesen am 2026-10-16. Google Überblick über Cloud Billing, Billing Reports, Einsparungen und Gutschriften in Berichten, Cost table, Cost breakdown, Pricing, Zugriffssteuerung für Cloud Billing, Budgets und Budgetwarnungen, Kostenanomalien und FinOps Hub.