Open-Source-FinOps-Tools sind Kostenwerkzeuge, deren Code unter einer offenen Lizenz steht und die jedes Team selbst betreiben kann; für Cloud-Kosten decken drei Projekte drei der Werkzeugarten ab: OpenCost die Kubernetes-Kostenzuordnung, Infracost die Kostenschätzung für Änderungen im Infrastrukturcode und Cloud Custodian Richtlinien für Cloud-Ressourcen. Alle drei stehen unter der Apache-Lizenz 2.0, zwei sind Projekte der Cloud Native Computing Foundation (CNCF). Für die Rechnung zählt der Unterschied zwischen Lizenz und Betrieb: Die Lizenz kostet nichts, der Betrieb schon, durch Hosting, Updates, Preisdaten und die Zeit derer, die das Werkzeug verantworten.
So funktioniert es
| Projekt | Art | Was es liest | Lizenz und Träger am 2026-10-16 | Wo es läuft |
|---|---|---|---|---|
| OpenCost | Kubernetes-Kostenzuordnung | Cluster-Metriken über Prometheus, Preis-APIs der Anbieter, optional Abrechnungsdaten | Apache 2.0; CNCF, aufgenommen am 2022-06-17, Incubating seit 2024-10-25 | im Cluster, installiert per Helm |
| Infracost | Kostenschätzung im Code | Terraform, Terragrunt, CloudFormation und AWS CDK; Preise aus der Cloud Pricing API des Projekts | Apache 2.0; Organisation infracost auf GitHub, keine Stiftung | Rechner der Entwickler, Editor, CI-Pipeline |
| Cloud Custodian | Richtlinien-Engine | Ressourcen-APIs von AWS, Azure und Google Cloud | Apache 2.0; CNCF, aufgenommen am 2020-06-25, Incubating seit 2022-09-14 | per Zeitplan auf einem Server oder als Serverless-Funktionen im eigenen Konto |
OpenCost
OpenCost misst und verteilt die Kosten von Kubernetes-Clustern und kann zusätzlich Cloud-Kosten aus den Abrechnungsdaten mehrerer Anbieter anzeigen. Es braucht einen Kubernetes-Cluster ab Version 1.21 und Prometheus für Metriken und Speicherung; in Kubernetes installiert wird es nur noch über das offizielle Helm-Chart. Die Preise der Nodes holt es aus den Preis-APIs von AWS, Azure und Google Cloud, für eigene Rechenzentren aus einer selbst gepflegten CSV-Datei, und ausgehandelte Preise lassen sich als eigene Preise hinterlegen. Konfigurationsseiten für Abrechnungs- und Preis-APIs gibt es unter anderem für AWS, Azure, Google Cloud und Oracle sowie die europäischen Anbieter OVHcloud, STACKIT und Open Telekom Cloud. Für die Funktion Cloud Costs hinterlegt man Zugangsdaten zu den Abrechnungsdaten als Kubernetes-Secret; die Kosten erscheinen, sobald sie in den Abrechnungsdaten stehen, meist nach einigen bis 24 Stunden. Ergebnisse liefert es über eine API, ein kubectl-Plugin, einen MCP-Server sowie CSV- und Parquet-Exporte. Wie OpenCost Kosten auf Namespaces verteilt, steht in Kubernetes-Kostendaten und Kubernetes-Kostenzuordnung.
Infracost
Infracost liest Infrastrukturcode und zeigt, was eine Änderung kosten würde, im Terminal, im Editor oder als Kommentar im Pull Request. Die CLI zerlegt den Code lokal, entnimmt ihm kostenrelevante Angaben wie Instanztyp oder Plattengröße und fragt damit die vom Projekt betriebene Cloud Pricing API ab; nach Angabe des Projekts gehen weder Plan-Datei noch Zugangsdaten oder Secrets dorthin. Dafür braucht sie einen kostenlosen API-Schlüssel. Nutzungsabhängige Ressourcen wie Funktionen oder Speicher schätzt sie über ein Nutzungsprofil, und eine AWS-Autoscaling-Gruppe ohne Soll- oder Mindestgröße zählt als eine Instanz. Mit Version 2.0 hat das Projekt den Code auf eigene Repositories verteilt, die CLI liegt seither in infracost/cli. Wo die Schätzung im Entwicklungsprozess sitzt, beschreibt Shift Left: Kostenprüfung vor dem Deployment.
Cloud Custodian
Cloud Custodian ist eine Regel-Engine für Cloud-Konten: Eine Richtlinie in YAML nennt einen Ressourcentyp, Filter und Aktionen, etwa Ressourcen außerhalb der Arbeitszeit stoppen oder ungenutzte Ressourcen entfernen. Richtlinien laufen als einmaliger Abruf, per Zeitplan oder als Serverless-Funktionen, die Custodian samt Ereignisquellen beim Anbieter selbst einrichtet, und lassen sich vorher im Probelauf (dry run) prüfen. Sie können auch Infrastrukturcode prüfen, in der Pipeline oder auf dem Rechner der Entwickler. Wie Richtlinien Tagging-Regeln durchsetzen, behandelt Policy as Code.
Offen sind im FinOps-Umfeld nicht nur Werkzeuge, sondern auch Spezifikationen: OpenCost veröffentlicht eine eigene Spezifikation für Kubernetes-Kosten, und FOCUS ist die offene Spezifikation für Abrechnungsdaten über Cloud, SaaS, KI und Rechenzentren hinweg.
Was es für Ihre Kosten bedeutet
Ein Open-Source-Werkzeug verschiebt Kosten von der Lizenz in den Betrieb. Diese Liste zeigt, wo sie anfallen:
| Kostenpunkt | OpenCost | Infracost | Cloud Custodian |
|---|---|---|---|
| Hosting | Pods und Prometheus-Speicher im Cluster | Laufzeit in der CI-Pipeline | Server oder Serverless-Funktionen im eigenen Konto |
| Updates | Helm-Chart, Kubernetes-Versionen | CLI-Releases, Aufteilung der Repositories | Pakete mit dem Präfix c7n auf PyPI |
| Preisdaten | Preis-APIs der Anbieter, eigene Preise selbst gepflegt | gehostete Pricing API des Projekts | keine, es handelt auf Ressourcen |
| Verantwortung | Wer liest die Zuordnung und pflegt die Zugangsdaten? | Wer bewertet die Schätzung im Review? | Wer gibt Richtlinien mit Aktionen frei? |
Die Rechte folgen der Art: OpenCost liest im Cluster und, mit Cloud Costs, die Abrechnungsdaten; Infracost liest nur Code und sendet nach Angabe des Projekts keine Zugangsdaten an seine API; Cloud Custodian braucht für jede Aktion Schreibrechte in den Konten. Dass Projekte und kommerzielle Angebote nebeneinander bestehen, steht auf den Seiten der Projekte selbst: Die Website von OpenCost listet kommerzielle Produkte und Support anderer Anbieter, die auf OpenCost aufbauen, und die Preisseite von Infracost führt neben einem kostenlosen Plan bezahlte Pläne.
Wie Kubernetes-Kosten im Cluster sichtbar werden, zeigt Schritt für Schritt Kubernetes-Clusterkosten verstehen.
Wo es schiefgeht
- Die Schätzung als Rechnung gelesen. Infracost schätzt die Konfiguration zu Preisen der Pricing API; Nutzung, die im Code nicht steht, fehlt ohne Nutzungsprofil. OpenCost gleicht nach eigener Dokumentation die On-Demand-Preise derzeit nicht mit den tatsächlichen Kosten der Abrechnungsdaten ab.
- Listenpreise statt ausgehandelter Preise. Ohne hinterlegte eigene Preise rechnet OpenCost mit den Preisen der Anbieter-APIs. Bei Infracost führt die Preisseite eigene Preisbücher (custom price books) in einem bezahlten Plan; die Pipeline zeigt sonst Werte, die über der Rechnung liegen können.
- Richtlinien, die ohne Prüfung handeln. Eine Custodian-Richtlinie mit Aktion läuft als Serverless-Funktion bei jedem passenden Ereignis und stoppt oder löscht, bevor jemand den Probelauf gelesen hat. Aktionen gehören hinter eine Freigabe wie jede andere Änderung, siehe Policy as Code.
- Der bezahlte Teil als Teil des Projekts angenommen. Ein Team plant mit einer Funktion, die es in einer Demo gesehen hat, und findet sie nur im kommerziellen Angebot. Welche Funktionen zum Projekt gehören, zeigen sein Repository und seine Dokumentation, nicht die Produktseite eines Anbieters.
- Ein Werkzeug ohne Eigentümer. OpenCost läuft, aber das Helm-Chart ist Monate alt und die Zugangsdaten für Cloud Costs gehören einem Konto, das niemand mehr nutzt.
Quellen
Gelesen am 2026-10-16. OpenCost Repository, Überblick, Installation, Konfiguration der Anbieter und Cloud Costs und kommerzielle Angebote; CNCF OpenCost und Cloud Custodian; Infracost Repository, CLI-Repository, Einstieg, FAQ und Preise; Cloud Custodian Repository, Governance und Dokumentation; FOCUS Projektseite.